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Renault Megane Electric: Facelift startet im Sommer 2026

Neben Optik-Änderungen erhält der Kompaktstromer eine (etwas) größere Batterie und eine Sportversion. 800 Volt gibt es erst später.

Renault Megane E-Tech Facelift
Bild von: Automedia

Offiziell heißt er jetzt Renault Megane E-Tech Elektrisch, was unserer bescheidenen Meinung nach nicht nur reichlich kompliziert, sondern auch wenig sexy ist. Wir bleiben bei Megane Electric. Im Sommer soll das elektrische Kompaktmodell ein Facelift bekommen. Passend dazu haben uns nun die Fotospezialisten von Automedia Bilder eines entsprechenden Erlkönigs geschickt.

Dass der Elektro-Megane im Sommer ein Facelift erhält, hat uns kürzlich ein Renault-Sprecher bestätigt. Dabei soll die Batterie mehr Speicherkapazität durch verbesserte Zellen erhalten. Bisher bietet der Akku 60 kWh netto und ist damit recht klein für die Klasse. Im rivalisierenden VW ID.3 werden Batterien bis 79 kWh netto eingesetzt, die Normreichweiten betragen bis zu 605 Kilometer. Der kompakte Renault bietet derzeit nur 461 Kilometer, mit neuen Zellen könnte er zumindest den Sprung über die 500-Kilometer-Marke schaffen, schätzen wir.

Und optisch? Auf den ersten Blick haben wir auf den Bildern keine großen Änderungen erkennen können. Aber es gibt welche. Vergleichen wir im Detail mit der aktuellen Version:

Renault Megane E-Tech Electric (2022) im Test
Bild von: Renault
Renault Megane Electric Facelift als Erlkönig
Bild von: Automedia

Dass sich an der Grundform nichts ändert, ist bei einem Facelift selbstverständlich. Dass Details wie Schürzen modifiziert werden, aber auch. So sieht die vordere Schürze nun deutlich anders aus. Die vorspringende Form würde sogar zu einer RS-Version passen; das Gleiche gilt für die sportlichen Felgen.

Je zwei diagonal versetzte Pixel-Elemente als neue Lichtsignatur des Elektro-Megane?
Bild von: Automedia

Die Scheinwerfer, die bisher in einer Art Band angeordnet sind, scheinen nicht modifiziert zu werden. Aber bei der LED-Tagfahrlichtsignatur vorn wird sich Gravierendes tun. Bisher waren die geschwungenen Lichtlinien unter den Scheinwerfern charakteristisch für das Modell; die gibt es bei keinem anderen Renault. Wir könnten uns gut vorstellen, dass sie beim Facelift entfallen. Ein Hinweis darauf sind die zwei dicken Lichtpunkte, die auf dem obigen Bild an der vorderen Ecke prangen. Diese zwei gegeneinander diagonal versetzten Pixel dürften die neue Lichtsignatur bestimmen. 

Renault Megane E-Tech Electric (2022) im Test
Bild von: Renault
Renault Megane Electric Facelift als Erlkönig
Bild von: Automedia

Auch am Heck gibt es Änderungen an der Lichtsignatur. Bei der durchgehenden weißen Lichtlinie bleibt es offenbar, aber die Rückleuchten darunter sehen anders aus: Statt zwei eher verwaschenen roten Lichtelementen pro Seite gibt es den Bildern nach nun zwei scharfe geometrische Formen. Die Heckschürze sieht ebenfalls anders aus; sie wirkt dezenter als auf unserem Vergleichsbild.

Hinten fällt auch die Anhängerkupplung auf, aber die gab es beim Megane schon bisher – der Elektro-Megane hat eine maximale Anhängelast von 900 Kilogramm (während die optionale Anhängerkupplung beim ID.3 nur für Fahrradträger zugelassen ist). 

Doch noch mal zurück zu den Innereien des Elektro-Megane. Autocar meldete im September 2025, der Elektro-Megane solle 2026 als sportlicher Hot Hatch neu positioniert werden. Man prüfe eine Sportvariante, sagte Renault-Markenchef Fabrice Cambolive damals. Die britischen Kollegen halten es für möglich, dass der 320 kW starke Allradantrieb aus dem Nissan Ariya Nismo übernommen werden könnte; der Sport-Nissan beruht bekanntlich auf der gleichen Plattform (AmpR Medium, neuerdings RGEV Medium genannt). Ob es sich wirklich um ein RS-Modell handeln wird oder um ein Alpine-Modell, ist nach dem Bericht noch nicht ausgemacht.

Dass 2026 eine größere Batterie im Megane eingeführt wird, bestätigte auch Cambolive. Laut dem Autocar-Artikel könnte es sich um den 87-kWh-Akku aus dem Ariya Nismo und Scenic handeln. Das halten wir für zweifelhaft, denn beide Modelle haben einen rund zehn Zentimeter längeren Radstand als der Megane – der 87-kWh-Akku dürfte schlicht keinen Platz im Megane haben.

800-Volt-Plattform RGEV Medium 2.0 des Renault-Konzerns

Die neue 00-Volt-Plattform RGEV Medium 2.0 ermöglicht auch Range-Extender-Modelle mit einem Verbrenner an der Vorderachse (hier rechts im Bild) und einem Elektromotor hinten

Bild von: Renault

Auch über einen Range-Extender im Megane wird geredet. Die Onlineausgabe von Auto Motor und Sport berichtete im November 2025, der neue Konzernchef François Provost habe dies bestätigt. Allerdings nicht für das Facelift von 2026, sondern für die nächste Generation. Eine neue, gemeinsame Plattform solle dann Megane und Scenic mit den Baureihen Austral, Espace und Rafale zusammenführen. Gut möglich, dass es sich dabei um die im März vorgestellte 800-Volt-Plattform RGEV Medium 2.0 handelt. Damals wurde auch eine Range-Extender-Variante erwähnt. Aber all das dürfte erst 2028 kommen, nicht schon beim Facelift.

Unter dem Strich

Es lohnt sich doch immer wieder, sich mit Erlkönigen zu beschäftigen – auch wenn sie auf den ersten Blick wenig Neues zeigen. Was haben wir gelernt? Nun, der Elektro-Megane bekommt im Sommer 2026 ein Facelift. Dazu gehört eine neue Lichtsignatur mit einer Art Pixeloptik vorne und hinten. Die Batterie mit bisher 60 kWh dürfte etwas größer werden, aber ziemlich sicher keine 87 kWh bieten wie der Scenic Long Range. Denn trotz gleicher Plattform ist der Megane nun mal deutlich kleiner. Bei einem Radstand von 2,69 Meter muss man sich nicht wundern, dass keine große Batterie hineinpasst.

In ein paar Jahren aber – frühestens 2028 – wird der Megane wohl auf die 800-Volt-Plattform RGEV Medium 2.0 gestellt. Dann wird das Füllhorn ausgeschüttet, mit einem neuen 202-kW-Motor, schnellem Laden und bis zu 750 km Reichweite. Bis dahin soll das Facelift den Megane im Spiel halten. Ob das mit Reichweiten von vermutlich wenig mehr als 500 km gelingt, sei dahingestellt.