Regionale Tarifangebote von Stadtwerken und Energieversorgern bieten oft vorteilhafte Ladekonditionen für Wenigfahrer, wie eine Vergleichsanalyse mobiler Ladestromtarife 2021 von dem Bonner Beratungshaus EUPD Research zeigt. Die Tarife überzeugen mit günstigen Strompreisen und Ökostromgarantie.

Als repräsentatives Automodell für Wenigfahrer wurde für die Studie der Renault Zoe gewählt –ein beliebter Elektro-Kleinwagen, der für den Stadtverkehr und andere Kurzstrecken prädestiniert ist. Als Wenigfahrer stuft EUPD Research ein, wer 5.000 Kilometer oder weniger fährt.

Typischerweise sind Wenigfahrer überwiegend regional unterwegs. Dann braucht man nicht unbedingt ein bundesweit ausgebautes Ladenetz, sondern kann einen günstigen Tarif eines regionalen Anbieters aussuchen.

In der diesjährigen Ausgabe der EUPD-Vergleichsanalyse wurden 383 mobile Ladestromtarife für Wenigfahrer identifiziert und hinsichtlich zehn Bewertungskriterien analysiert. In dem Tarifvergleich stechen unter anderem Tarife der Energieversorgung Mittelrhein, enviaM, LichtBlick und Stadtwerke Düren hervor.

­­evm-eMobilKarte

Die Energieversorgung Mittelrhein (evm) gibt eine monatlich kündbare eMobilKarte aus, mit der die getankte Strommenge pauschal pro Ladevorgang abgerechnet wird. Zusätzlich wird eine monatliche Grundgebühr erhoben. Neben den evm-Ladesäulen kann deutschlandweit an mehr als 5.200 Ladepunkten und über 30.000 Stationen in ganz Europa schnell und immer zu dem gleichen Preis geladen werden.

Dabei wird an den evm-Ladesäulen in und um Koblenz das Laden mit Ökostrom garantiert. Durch die Mitgliedschaft im Ladenetz.de, dem Stadtwerke-Verbund, wird Kundinnen und Kunden die ladeapp zur Verfügung gestellt. Damit können die nutzbaren Ladesäulen identifiziert und das Anfahren koordiniert werden. Zum Laden und Bezahlen kann jedoch nur die Ladekarte genutzt werden.

FahrStrom Unterwegs Vorteil

Mit dem "FahrStrom Unterwegs Tarif" von LichtBlick kann an über 100.000 öffentlichen Partnerladesäulen europaweit klimaneutral, zu einheitlichen Preisen und als Stromkunde zu besonders vorteilhaften kWh-Konditionen geladen werden. Jedoch fallen ab einer bestimmten Parkzeit zusätzliche Blockiergebühren an.

Der Vertrag kann mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen zum Monatsende gekündigt werden. Die Ladesäulen werden mittels "LichtBlick FahrStrom"-Ladekarte oder FahrStrom-App freigeschaltet. Mit der App kann man darüber hinaus zu den Ladestationen navigieren und Ladevorgänge starten sowie bezahlen. LichtBlick garantiert zwar keinen Ökostrom, dafür wird jeder Ladevorgang durch Klimaschutzprojekte klimaneutral gestellt.

Mein Autostrom unterwegs

Der Tarif "Mein Autostrom unterwegs" von enviaM bietet die Möglichkeit, an über 2.500 Ladestationen bundesweit unterwegs laden zu können. Kundinnen und Kunden von enviaM steht das gesamte Ladenetzwerk von enviaM, innogy und den verbundenen eRoaming-Partnern zur Verfügung.

Abgerechnet wird beim AC-Laden nach Kilowattstunde und beim DC-Laden mit einem Pauschalpreis. Die Erstvertragslaufzeit beträgt sechs Monate. Danach erfolgt eine monatliche Verlängerung. Über die Smartphone-App "eCharge+" kann man den nächsten Ladepunkt finden, freischalten und den Ladefortschritt im Blick behalten. Alternativ zur App gibt es zusätzlich die kostenfreie Mobilitätskarte von enviaM dazu. enviaM versorgt die selbst betriebenen Ladesäulen mit Ökostrom.

SWD-eMobilfan A

Mit dem "SWD-EMobilfan A"-Tarif der Stadtwerke Düren wird schnelles Laden an allen E-Ladesäulen in Düren sowie über 4.000 innogy-Ladesäulen bundesweit ermöglicht. An den SWD- Ladesäulen in Düren wird Ökostrom garantiert. Transparent werden die geladenen Strommengen beim AC-Laden mit günstigem kWh-Preis und das DC-Laden als Pauschale abgerechnet.

Die Erstvertragslaufzeit beträgt sechs Monate und wird danach monatlich fortgeführt. Als Zugangs- und Bezahlmöglichkeit kann eine Ladekarte oder eine App genutzt werden. Auch hier kann man durch die "eCharge+"-App die nutzbaren Ladestationen finden, freischalten und das Laden mit dem Tarif koordinieren.

Die vorgestellten Tarife überzeugen mit günstigen Ladepreisen, deutschlandweiten Lademöglichkeiten und Ökostromgewährleistungen an den selbst betriebenen Ladesäulen, so EUPD Research. Es zeigen sich aber auch Tarifunterschiede wie beispielsweise dem Ladesäulenzugang oder den Vertragslaufzeiten.

Christine Koch, Projektleiterin bei EUPD Research, fügt hinzu: "Regionale Tarifangebote lohnen sich vor allem dann, wenn hauptsächlich regional, im eigenen Einzugsbereich, geladen und eine Gewährleistung für den Bezug von Ökostrom gegeben werden soll, denn im Roaming wird dies nicht garantiert."­

Die Vergleichsanalyse liefert jährlich einen detaillierten Bericht zur Marktsituation der mobilen Ladestromtarife in Deutschland. Die jeweils 15 besten Tarife für drei Fahrprofile werden vorgestellt und verglichen. Die gesamte Studie ist für einen Preis von 4.900 Euro erhältlich, also nur interessant für Flottenbetreiber und ähnliche Anwender.