Polestar, der Elektro-Ableger von Volvo geht an die Börse. Bewerkstelligt wird das per Fusion mit einer Special Purpose Acquisition Company (SPAC). Die bereits an der Börse notierte Firma, die sich mit Polestar zusammenschließt, ist bereits an der US-Technologiebörse Nasdaq notiert.

Wie immer in solchen Fällen ist sie in der Öffentlichkeit praktisch unbekannt; in diesem Fall heißt sie Gores Guggenheim. Sie gehört dem US-Milliardär Alec Gores, der für SPAC-Übernahmen bekannt ist.

Nach Abschluss der Fusion soll das Unternehmen unter dem Namen Polestar Automotive Holding an der Nasdaq notiert sein. Dabei erwartet Polestar eine Marktkapitalisierung von rund 20 Milliarden US-Dollar oder umgerechnet etwa 17 Milliarden Euro.

Polestar 1
Polestar 1
Polestar 2 (2021)
Polestar 2

Polestar wurde erst 2017 von Volvo und Geely gegründet. Noch im selben Jahr wurde der Polestar 1 vorgestellt, ein schickes Coupé mit Plug-in-Hybrid-Antrieb. Er beruht auf der Scalable Product Architecture (SPA), die auch die 90er-Modelle (S90, V90 und XC90) von Volvo trägt. Zwei Jahre später folgte die Präsentation des Polestar 2, einem Crossover mit reinem Elektroantrieb auf Basis der Compact Modular Architecture (CMA), auf der auch der XC40 basiert.

Bis 2024 will Polestar drei neue Modelle auf den Markt bringen. Bereits bekannt ist, dass der Polestar 3 darunter ist, ein SUV mit niedriger, gestreckter Dachlinie. Nach jüngsten Gerüchten soll der Polestar 3 schon 2022 starten. Ebenfalls bekannt ist, dass die Studie Precept "spätestens 2025" in Serie geht

Polestar 3 (Teaserbild vom Juni 2021)
Polestar 3
Polestar Precept
Studie Precept

Zu der Börsengang-Meldung veröffentlichte Polestar zwei Bild, von denen eines (unser Titelbild) drei künftige Modelle zeigt und eines die gesamte für 2024 geplante Palette:

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Von links nach rechts zeigt das Bild den Polestar 1 und den Polestar 2. Es folgt dann wohl der Polestar 3 – die Silhouette ähnelt dem bekannten Teaserbild. Das dann folgende Fahrzeug könnte eine coupéhafte Variante des Polestar 3 sein. Das Auto ganz rechts ist möglicherweise der Precept. Jedenfalls folgen auf den Polestar 3 offenbar zwei Limousinen.

Die Produktpipeline ist offenbar voll. Entsprechend optimistisch ist die Marke in Sachen Verkaufsvolumen. Im Jahr 2020 lieferte Polestar weltweit gerade mal rund 10.000 Autos aus. Doch diese Zahl soll bis 2025 auf etwa 290.000 Fahrzeuge steigen.

Das ist nur möglich, indem Polestar immer mehr Märkte beackert. 2020 war Polestar nämlich nur in neun Ländern präsent, darunter Deutschland, USA und China. Derzeit ist Polestar in 14 Märkten aktiv, bis Ende 2021 will man auf 18 kommen. Im nächsten Jahr sollen dann zwölf weitere Länder hinzukommen, wie Polestar Anfang September mitteilte. 2023 will man also in 30 Märkten aktiv sein.

"Dies ist eine wirklich aufregende Zeit für Polestar. Mit zwei preisgekrönten Autos, die heute in 14 aktiven Märkten auf drei Kontinenten unterwegs sind, wollen wir bis 2023 auf 30 Märkte expandieren mit unserem ersten SUV voraussichtlich 2022." (Polestar-Chef Thomas Ingenlath)

Die Einführung des Polestar 3 im Jahr 2022 bestätigt auch folgender stichwortartiger Satz zu Polestar aus der Pressemitteilung: 

"Expected to enter an exciting period of rapid growth starting with the launch of its first premium electric SUV, the Polestar 3, in 2022, plans to launch two additional new models by 2024, and expand global distribution footprint to 30 markets by 2023."