VW-Chef Diess denkt offenbar über eine Elektro-Cabrio nach. Es könnte aus dem ehemaligen Karmann-Werk in Osnabrück kommen und ein VW- oder ein Audi-Logo tragen. Das meldet nun die Automobilwoche unter Berufung auf ein internes Gespräch, bei dem offenbar die Belegschaft Fragen an den Konzernchef stellen konnte. 

Volkswagen Osnabrück dient im Konzern als Kompetenzzentrum für Cabrios und Kleinserienfahrzeuge. So wurden dort früher das VW Golf Cabrio und das "Ein-Liter-Auto" XL1 gebaut. Das Werk entstand 2009 aus der pleite gegangenen Wilhelm Karmann GmbH. Derzeit wird dort vor allem das T-Roc Cabrio und der Arteon gebaut, doch das Werk gilt als schlecht ausgelastet.

Osnabrück sei als "Nischen-Cabrio-Standort sehr kompetent", sagte Diess. "Die nächste Möglichkeit muss natürlich ein elektrisches Cabrio sein. Es gibt Überlegungen bei Volkswagen, es gibt Überlegungen bei Audi." Das könnte auf eine Neuauflage des VW ID.3 Cabrio hindeuten, über das VW-Markenchef Ralf Brandstätter bereits im Frühjahr einmal laut nachdachte:

 

Abgesehen von einem VW ID.3 Cabrio wäre auch ein entsprechendes Audi-Modell möglich. Denn der Marke mit den vier Ringen fehlt noch ein Kompaktmodell von der Größe des ID.3 und Cupra Born. Ein Cabrio würde die Gefahr der konzerninternen "Kannibalisierung" verringern.  

Am 9. Dezember soll der Aufsichtsrat des Konzerns über die Investitionsplanung der nächsten fünf Jahre debattieren. Wenn ein Cabrio auf Basis des Modularen Elektrobaukastens (MEB) genehmigt wird, dürfte Osnabrück den Zuschlag dafür bekommen: Diess sagte, er sei "sicher, dass sich Osnabrück um eine Fertigung bei unserem elektrischen Cabrio bewerben wird."

Die derzeitigen MEB-Fahrzeuge werden hauptsächlich im sächsischen Zwickau gefertigt (VW ID.3 und ID.4, Cupra Born, Audi Q4 e-tron und Q4 e-tron Sportback), aber auch im tschechischen Mlada Boleslav (Skoda Enyaq). Bald sollen Emden (ID.4, Aero B alias "Elektro-Passat"), Hannover (ID.Buzz) und angeblich auch Brüssel (Q4 e-tron) hinzukommen.