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Tesla verschiebt Batterieproduktion in Grünheide wegen US-Gesetz
Wegen den neuen US-Fördergelder soll Austin Priorität bei der 4680-Zellproduktion bekommen

Stefan Leichsenring 
Von: Stefan Leichsenring
16. Sep. 2022 um 13:02 Uhr
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Tesla stoppt vorerst seine Pläne, in Grünheide neben dem Model Y auch Batteriezellen zu fertigen. Der Grund ist offenbar die neue Förderung, die man in den USA für die heimische Produktion von Zellen erhält.
Elon Musk ändere seine Batterie-Strategie, um von den neuen Steueranreizen in den USA zu profitieren, berichtete das Wall Street Journal am Mittwoch unter Berufung auf Insider. Nach dem Inflation Reduction Act von Präsident Joe Biden erhalten Elektroautos nur noch dann einen Steuernachlass von maximal 7.500 Dollar, wenn die Fahrzeuge in den USA zusammengebaut werden. Auch die Batterien müssen überwiegend in Amerika produziert werden.
In Grünheide sollten die neuen 4680-Zellen gebaut werden. Der Bau der entsprechenden Produktionsanlagen ist bereits weit fortgeschritten. Beginnen sollte die Fertigung im ersten Quartal 2023, also in weniger als einem halben Jahr. Ob dieser Terminplan einzuhalten ist, ist nun unklar.

4680-Zellen in einem Model Y (Schnittmodell)
Grundsätzlich will Tesla aber an der Batteriefertigung in Deutschland festhalten. Man lege nur die Priorität zunächst auf die USA, berichtet Finanznachrichten.de mit dpa-Material. Das habe die US-Firma gegenüber Partnern in der Region klargestellt. In Austin will Tesla die Batteriefertigung schneller hochfahren als geplant. Teile und Ingenieure aus Deutschland könnten dies unterstützen.
Das brandenburgische Wirtschaftsministerium kritisierte die Förderpolitik der US-Administration. Das Gesetz führe zu einem Wettbewerbsnachteil für Europa. Die EU müsse "beihilferechtlich" reagieren, um wieder Augenhöhe herzustellen. Das dürfte bedeuten, die EU müsse ähnliche Fördermaßnahmen anbieten.
Auch der EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis hat bereits Bedenken gegenüber der US-Handelsbeauftragten Katherine Tai geäußert. Die Hersteller aus der Europäischen Union würden durch das Gesetz diskriminiert, so der Kommissar. Es sei zweifelhaft, ob das Anti-Inflations-Gesetz mit den Regeln der Welthandelsorganisation WTO vereinbar sei.
Auch in der EU gebe es Fördermaßnahmen für Elektroautos, so Dombrovskis. Aber sie würden fremde Hersteller nicht benachteiligen. Tesla hatte die staatliche Förderung für die Batteriefertigung ausgeschlagen. Damals war es um 1,1 Milliarden Euro gegangen. Damals hatte Elon Musk getwittert, er lehne Subventionen generell ab. Warum es bei der US-Förderung nun anders ist, bleibt offen.
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Das Model Y wird in Berlin-Grünheide schon seit März gebaut. Aktuell laufen pro Woche knapp 3.000 Stück des Elektro-SUVs vom Band, berichtet die Automobilwoche. Gearbeitet wird im Zweischicht-Betrieb und nicht am Wochenende. Die geplante Erweiterung des Werks um 100 Hektar für einen Güterbahnhof und ein Logistikzentrum ist ebenfalls verschoben. Die Gemeinde Grünheide verschob eine geplante Abstimmung zur Genehmigung auf unbestimmte Zeit.
Quelle: WallStreetJournal (Paywall) via Handelsblatt, Automobilwoche (Paywall)
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