Rolls-Royce präsentiert den Spectre, das erste Elektroauto der Marke und zugleich der "geistige Nachfolger" des Phantom Coupé. Die ersten Exemplare werden im vierten Quartal 2023 ausgeliefert.

Im Jahr 1900 prophezeite Charles Rolls dem Automobil eine elektrische Zukunft - vorausgesetzt, es gäbe eine ausreichende Infrastruktur. Über 120 Jahre später erfüllt sich mit dem Spectre die Prophezeiung des Gründers.

Bildergalerie: Rolls-Royce Spectre (2023)

"Das Elektroauto ist absolut geräuschlos und sauber. Es gibt weder Geruch noch Vibrationen. Sie sollten sehr nützlich werden, wenn feste Ladestationen eingerichtet werden können." Charles Stewart Rolls, Mitbegründer von Rolls-Royce, 1900

Basis für den Spectre ist die Architecture of Luxury – eine flexiblen Vollaluminium-Spaceframe-Plattform, die für den Elektroantrieb maßgeschneidert wurde. Sie bildet auch die Grundlage für die aktuellen Modelle Phantom, Cullinan und Ghost. 

Der fast drei Tonnen schwere Elektro-Erstling von Rolls-Royce ist 5,45 Meter lang und bietet vier Sitze. Für ein zweitüriges Coupé sind das erstaunliche Daten. Weitere Besonderheit: Die Türen sind hinten angeschlagen.

Für den Antrieb sorgt ein Allradsystem. Die endgültigen Daten für Reichweite, Leistung und Beschleunigung stehen noch nicht fest. Nach den vorläufigen Angaben hat der Rolls-Royce Spectre 430 kW Antriebsleistung und 900 Newtonmeter Drehmoment. Damit sprintet der Wagen in 4,5 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht in der Spitze 250 km/h.

Das von Autocar kolportierte Gerücht, dass der Spectre den Antrieb des BMW iX M60 erhält, trifft demnach fast, aber nicht ganz zu. Denn das Topmodell des Elektro-SUVs bietet mit 440 kW und 1.100 Nm noch etwas mehr Power und der Sprintwert ist beim Elektro-SUV von BMW mit 3,8 Sekunden allerdings deutlich besser. Der 108-kWh-Akku bringt den BMW 499-566 WLTP-Kilometer weit.  

Die Reichweite des Spectre mit 23-Zoll-Rädern wird mit 520 Kilometern nach WLTP angegeben. Zur Speicherkapazität der Batterie und den Lademodalitäten macht der Hersteller keine Angaben. Da dem Spectre noch viele Monate der Erprobung und Optimierung bevorstehen, können sich diese Zahlen bis zur Markteinführung im vierten Quartal 2023 noch ändern, so Rolls-Royce.

Rolls-Royce Spectre (2023)

Der Spectre soll (unter anderem dank der Batterie) um 30 Prozent steifer sein als die bisherigen Rolls-Royce-Modelle. Zudem soll der 700 Kilo schwere Akku zur Lärmdämmung beitragen. Der Hersteller spricht zudem von einer niedrigen Sitzposition und einer "umhüllenden" Kabine.

Das so genannte "Planar-Fahrwerk" soll die Fahrt so komfortabel machen wie eine Reise auf dem fliegenden Teppich. Dafür sorgen aktive Querstabilisatoren, die bei Geradeausfahrt zugunsten des Komforts entkoppelt werden können, bei Kurvenfahrt aber wieder zusammengekoppelt werden, um die Querneigung zu verringern. Zum ersten Mal sind die Starlight Doors für einen Serien-Rolls-Royce erhältlich. Sie zeigen 5.876 sanft beleuchtete Sterne. Von Sternen umgeben ist auch der Spectre-Schriftzug rechts am Armaturenbrett. Hier sind es "über 4.796". 

Der Nettopreis in Deutschland beträgt 318.500 Euro, mit Mehrwertsteuer sind das 379.015 Euro. Damit wird der Rolls-Royce Spectre  zwischen dem etwa 360.000 Euro teuren Cullinan und dem rund 480.000 kostenden Phantom positioniert und gehört zu den teuersten Elektroautos überhaupt.

Rolls-Royce hat angekündigt, dass die Marke ab 2030 nur noch Elektroautos verkaufen wird. Bislang hat die britische, zu BMW gehörende Marke aber nur Verbrenner im Angebot.

Technische Daten des Rolls-Royce Spectre

  • Antrieb: Allradantrieb mit ca. 430 kW und 900 Nm
  • 0-100 km/h / Höchstgeschwindigkeit: ca. 4,5 Sek. / 250 km/h
  • WLTP-Stromverbrauch: ca. 21,5 kWh/100 km
  • Akku / WLTP-Reichweite: k.A. / 520 km 
  • Karosserie: 2 Türen / 4 Sitze
  • cW-Wert: 0,25  
  • Maße: 5.453 mm Länge / 2.080 mm Breite / 1.559 mm Höhe / 3.210 mm Radstand
  • Wendekreis: 12,7 m
  • Leergewicht: 2.975 kg
  • Basispreis: 3318.500 Euro netto (379.015 Euro mit Mwst.)