Der Top-100-Automobilzulieferer Webasto hat in den vergangenen zwölf Monaten mit seinen Batteriesystemen-, Lade- und elektrischen Thermolösungen Aufträge mit einem Volumen von rund 2,8 Milliarden Euro gewonnen. Damit hat sich der Auftragseingang 2022 in diesem Geschäftsfeld im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben seinem Ziel, die Elektromobilität zum zweiten starken Standbein von Webasto zu machen, wieder einen großen Schritt nähergekommen. Vor allem der Markt mit Antriebsbatterien für elektrische Pkw entwickelte sich zuletzt sehr positiv. So erhielt Webasto 2022 zum Beispiel einen Folgeauftrag über ein weiteres großvolumiges Projekt von Hyundai-Kia.

Nominierungen für die Fertigung von Batterien für E-Autos kamen zudem von drei europäischen Fahrzeugherstellern. Insgesamt haben diese vier Projekte über ihre jeweiligen Laufzeiten ein Volumen von rund 1,9 Milliarden Euro. Produziert werden die Batteriesysteme für diese Aufträge in Schierling, Deutschland, Dangjin in Südkorea und in einem zusätzlichen Werk, das Webasto voraussichtlich 2024 in der Slowakei in Betrieb nehmen wird.

Webasto: Auftragsvolumen für Elektromobilität deutlich gestiegen

Rund 800 Millionen Euro Auftragsvolumen entfallen auf neue Projekte mit Ladelösungen von Webasto. So wird etwa 2023 in Schierling die Produktion von Schnellladesystemen für den Kunden Charge-V anlaufen. Einen entsprechenden Vertrag über vier Jahre unterzeichneten Vertreter beider Unternehmen Mitte Oktober 2022.

Jedes Ladesystem besteht aus einer modularen Leistungseinheit, von der bis zu drei DC-Ladesäulen mit je maximal 160 Kilowatt (kW) versorgt werden können. Aufgrund der hohen Leistung können Fahrzeuge in kürzester Zeit mit genügend Strom geladen werden, um auch für längere Strecken wieder fahrbereit zu sein.

Zudem wird Webasto im kommenden Jahr mit der Produktion eines sogenannten Vehicle-to-Load (V2L) Plugs für einen europäischen Automobilhersteller beginnen. Damit lassen sich verschiedene elektrische Geräte direkt über den Ladeanschluss des Elektroautos betreiben.

60 Millionen Euro Auftragsvolumen entfielen 2022 auf das Geschäft mit elektrischen Hochvoltheizern (HVH) für verschiedene Elektrofahrzeuge. Unter anderem wird Webasto eine 800-Volt-Kühlmittel-Heizung mit 12 kW auf den Markt bringen, die vor allem für große Fahrzeuge wie Lkw interessant ist.

Für Pkw wird der HVH 100 als einziger 800-Volt-Heizer weltweit in Serienproduktion verbaut. Er überzeugt laut Webasto mit einem Wirkungsgrad von mehr als 95 Prozent und ist mit 10 kW das leistungsstärkste Gerät für Pkw auf dem Markt. Um die große Nachfrage zu decken, investiert die Webasto Gruppe bis 2024 16 Millionen Euro in die Verdopplung ihrer Produktionskapazitäten am Standort Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern).

Nicht nur die Auftragslage gestaltete sich zuletzt sehr positiv, auch der Umsatz mit Lösungen für die Elektromobilität wird für das Jahr 2022 deutlich über dem Vorjahreswert von 155 Millionen Euro liegen. Einen detaillierten Überblick über die Geschäftszahlen wird Dr. Holger Engelmann, Vorstandsvorsitzender der Webasto SE, im kommenden Frühjahr präsentieren.

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