Der Rivian R1T wird bislang ausschließlich in Nordamerika verkauft, doch in den letzten Monaten wurde er gleich mehrfach in Europa gesichtet. Nun wurde der Elektro-Pick-up in Stuttgart fotografiert, und zwar bemerkenswerter Weise mit Nummernschildern aus dem österreichischen Graz – dem Sitz des Auftragsfertigers Magna.  

Der Rivian R1T wurde vom Reddit-Benutzer u/Max3000Max entdeckt, wie Teslarati berichtet. Die gelben Aufkleber am Heck weisen darauf hin, dass das "US-Testfahrzeug" rote Blinklichter hat, nicht gelbe, wie bei uns vorgeschrieben.

 

Der Reddit-Benutzer schrieb dazu, die Stuttgarter Gegend sei voll von Autoherstellern, Zulieferern und Ingenieurbüros; es sei nicht ungewöhnlich, dort exotische Prototypen zu sehen, die in Deutschland nicht verkauft werden. Bei Stuttgart denkt man natürlich auch an Mercedes; die beiden Autohersteller wollten ursprünglich bei Elektro-Transportern kooperieren, stellten die Zusammenarbeit dann aber doch ein.

Das Grazer Kennzeichen weist auf eine mögliche Verbindung zu Magna Steyr hin. Die österreichisch-kanadische Firma erbringt Ingenieursdienstleistungen für Autohersteller, fertigt aber auch ganze Autos, darunter die Mercedes G-Klasse, der Jaguar I-Pace und E-Pace (beide auf der gleichen Produktionslinie) sowie den Fisker Ocean.

Möglicherweise wird das Auto von Magna in Europa getestet. Aus welchem Grund, bleibt reine Spekulation. Denkbar wäre, dass untersucht wird, welche Elemente für eine Markteinführung in Europa geändert werden müssten. 

Das Rivian-Werk in den USA hat immer noch Probleme beim Produktionshochlauf. Eine Möglichkeit, mehr Autos auszuliefern, wäre eine Fertigung in Europa für Europa – zum Beispiel bei Magna. Allerdings hat Rivian bislang keine Schritte in Richtung einer Expansion nach Europa angekündigt. Ein fast 5,50 Meter langer Pick-up würde hierzulande wohl ein Nischenfahrzeug bleiben, aber angesichts der Produktionszahlen von Rivian wäre auch das eine wichtige Steigerung der Zahlen. 

Die Sichtung in Stuttgart ist kein Einzelfall. Vor einem Jahr wurde der R1T bereits an einem Flughafen in Belgien, im November 2022 in Spanien und letzten Monat in der Mercedes-AMG-Zentrale in Affalterbach entdeckt, wie InsideEvs.com schreibt. Unsere US-Partnerseite hat sich bei Rivian um eine Stellungnahme bemüht und will berichten, "wenn und falls" die Firma antwortet.

Das bislang in den roten Zahlen steckende Start-up-Unternehmen Rivian will in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 den Break-even erreichen, wie Rivian Updates auf Twitter berichtete. Nächstes Jahr will das Unternehmen 85.000 R1-Fahrzeuge (also R1T und R1S) bauen.

 

Im ganzen Jahr 2022 produzierte Rivian 24.337 Elektrofahrzeuge und lieferte 20.332 an die Kundschaft aus. Die Zahl der Vorbestellungen ist vergleichsweise gewaltig: In Nordamerika wurden bis November nicht weniger als 114.000 R1T und R1S reserviert. Dazu kommen noch die 100.000 Lieferwagen, die Amazon bestellt hat; zu den Details der Rivian-Produktion verweisen wir auf einen Artikel von InsideEVs.com vom Januar.

Bildergalerie: Rivian R1T (2021)