Das Auto soll in Graz gebaut werden und 2022 auf den Markt kommen

Was ist eigentlich mit dem Fisker Ocean? Designer Henrik Fisker, zuvor federführend bei BMW für den Z8 und bei Aston Martin für den DB09, hatte uns den Wagen schon im Sommer 2019 versprochen. Doch bis jetzt ist er nicht in Serie gegangen. Wann kommt das Auto? Gelangt es auch nach Deutschland? In diesem Artikel stellen wir zusammen, was bisher über das Elektro-SUV bekannt ist.

Mit 4,64 Meter ist der Ocean etwa so lang wie ein Skoda Enyaq oder Nissan Ariya; der VW ID.4 ist ein paar Zentimeter kürzer. Schon im März 2019 versprach Henrik Fisker in einem Tweet ein neues Elektroauto für unter 40.000 Dollar. Der Modellbezeichnung Ocean wurde im Herbst des gleichen Jahres genannt. Seither versucht Unternehmensgründer Hendrik Fisker mit häufigen Tweets das Interesse an seinem Elektro-SUV hochzuhalten.

 

Die Grundddaten legte Hendrik Fisker angeblich fest, bevor er eine Plattform und eine Produktionsmöglichkeit für den Wagen hatte. Anfangs verhandelte er offenbar mit Volkswagen über eine Nutzung des MEB, doch das zerschlug sich. Schließlich landete er bei Magna in Graz. Dort soll das Auto ab Ende 2022 gebaut werden. Die neue Plattform heißt laut Website "FM29" und entstand offenbar auf Basis einer Elektroauto-Architektur von Magna.

Die Basisversion wird Zweiradantrieb haben, alle anderen Varianten besitzen Allradantrieb. Die Allradvarianten sollen über 300 PS (225 kW) bieten. Eine Performance-Variante schafft den Tempo-100-Sprint in etwa drei Sekunden. Zur Leistung der 2WD-Basisversion will Fisker erst im Laufe des Jahres 2021 Angaben machen.

In alle Versionen wird offenbar eine 80-kWh-Batterie eingebaut, mit der etwa 250 bis 300 Meilen (400 bis 480 Kilometer) möglich sein werden. Wenn der Akku leer ist, wird über einen CCS-Port aufgeladen. Bis zu 150 kW Ladeleistung sind möglich. Auch über das Solardach wird die Batterie geladen, was die Reichweite erhöht.

Innen hat der Ocean einen senkrecht angeordneten Touchscreen (16 Zoll) sowie ein 9,8-Zoll-Instrumentendisplay im Querformat. Fisker verspricht auch ein Head-up-Display und umweltfreundliche, teils vegane, teils rezyklierte Materialien. 

Fisker Ocean (2022)

Eine Besonderheit ist der so genannte California Mode: Mit einem Tastendruck lassen sich gleichzeitig das große Glasschiebedach, die hinteren Seitenfenster und die Heckscheibe öffnen, wie es dieses Video zeigt:

 

Durch die absenkbare Heckscheibe lassen sich auch lange Gegenstände wie ein Surfbrett verstauen: 

Fisker Ocean

Marktstart für den Fisker Ocean ist laut Fisker-Website erst im vierten Quartal 2022, doch man kann ihn bereits reservieren. Bisher haben das etwa 11.000 Leute getan – nicht allzu viele, wenn man bedenkt, dass man bereits zwei Jahre Zeit hatte:

 

Auf der Website finden sich bislang nur die US-Preise, die bei 37.499 US-Dollar vor Steuern beginnen. Das entspricht rund 31.000 Euro. Alternativ zum Kauf gibt es das "Flexee Leasing", bei dem 30.000 Meilen (rund 48.000 Kilometer) pro Jahr eingeschlossen sind.

Und was ist mit Deutschland? Laut Website soll das Auto weltweit zertifiziert werden, demnach kommt er auch nach Deutschland. Die Preise sollen im Lauf des Jahres 2021 verkündet werden.

Ob aber wirklich etwas aus dem neuen Fisker-Projekt wird, müssen wir abwarten. Bisher hat Fisker noch nicht viel umgesetzt. Das Anfang 2018 auf der CES vorgestellte Elektro-Coupé EMotion zum Beispiel ist immer noch nicht auf dem Markt. Das Auto soll selbst entwickelte Festkörperbatterien als Energiespeicher nutzen. Doch diese sind offenbar noch nicht serienreif. Schon lange nichts mehr zu hören war auch von einem anderen Fisker-Projekt, dem Ende 2017 vorgestellten Orbit, einem elektrisch angetriebenen Shuttle-Fahrzeug für die Großstadt.

Bildergalerie: Fisker Ocean (2022)