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Nio lieferte in den ersten drei Quartalen knapp 110.000 BEVs aus

Hochgerechnet aufs Gesamtjahr könnte die China-Marke etwa 165.000 Stück erreichen

Nio EC6, das neueste Modell der Marke (in China)

Kürzlich testeten wir den ET5 Touring, das neueste Modell der chinesischen Marke Nio, und waren angetan von dem Auto: Mit rahmenlosen Fenster, gutem Design, viel Power und jeder Menge Technik hat der Kombi das Label "Premium" wirklich verdient. Der Wagen ist nach der großen Limousine ET7 und der etwas kleineren ET5 Limousine sowie den SUV-Modellen EL6 und EL7 das fünfte Nio-Modell in Deutschland. Aber wie verkaufen sich die Autos eigentlich?

In Deutschland ist der Absatz bislang bescheiden. Die KBA-Zahlen für September liegen noch nicht vor, aber von Januar bis August wurden gerade mal 805 Nio-Modelle neu zugelassen. Die Hälfte davon entfielen auf den ET7, der schon am längsten auf dem deutschen Markt ist.

Nio ET5 Touring: Das Exterieur

Nio ET5 Touring: Das neueste Modell auf dem deutschen Markt

Weltweit jedoch lief es ausgesprochen gut im dritten Quartal 2023: Mit 55.432 ausgelieferten Fahrzeugen erzielte die Marke einen neuen Rekord, wie CnEVPost meldet. Von Januar bis September konnte Nio 109.993 Autos an die Kundschaft übergeben. Schneidet Nio im vierten Quartal noch einmal so gut ab wie im dritten, dann landet Nio im Gesamtjahr bei 165.000 Autos. 

 

Nio selbst hat allerdings für 2023 das Ziel verkündet, den Umsatz zu verdoppeln. Das dürfte schwierig werden, wenn es so weiter geht. Denn dafür müsste Nio im Gesamtjahr etwa 240.000 Autos verkaufen; im vierten Quartal müssten es etwa 130.000 Fahrzeuge sein – mehr als doppelt so viel wie im dritten Quartal.

Wenn Nio bei 165.000 landet, wäre das ein Plus von etwa einem Drittel. Denn 2022 lieferte Nio 122.486 Fahrzeuge aus. Für eine aufstrebende Marke ist das eine eher geringe Steigerung – Teslas langjähriges Ziel liegt bekanntlich bei 50 Prozent Steigerung von Jahr zu Jahr.

Summiert man alle Auslieferungen von Nio seit dem Start der Marke, kommt man auf knapp 400.000 Stück. Gegründet wurde Nio schon im Jahr 2014, doch der Anfang war zäh. 2016 erhielt man die Zulassung der chinesischen Regierung und auch 2018 lag die Verkaufszahl unter 500 Stück. 2020 stand die Marke schon einmal kurz vor der Pleite, wurde aber von der Stadt Hefei gerettet, die etwa eine Milliarde Euro investierte.

Bildergalerie: Nio EC6 (2024)

In China brachte Nio zuletzt den neuen EC6 auf den Markt. Dabei handelt es sich um die zweite Generation eines 4,85 Meter langen und 1,70 Meter hohen Coupé-SUVs – die erste Generation startete 2019. Beim Generationswechsel wurde das Auto von der älteren Plattform NT 1.0 auf NT 2.0 umgestellt. Auf dieser Basis beruhen nun alle aktuellen Nio-Modelle. 

Der Antrieb ist der gleiche wie beim ET5 und ET5 Touring: Er besteht aus einem 150-kW-Asynchronmotor vorne und einer 210 kW starken Permanentmagnet-Maschine hinten. So ergibt sich ein 360-kW-Allradantrieb. Auch die Batterien sind vom ET5 bekannt: Man hat die Wahl zwischen 75 und 100 kWh. Die gleichen Akkus werden auch beim größeren Nio ET7 eingesetzt; dort ist der Antrieb mit 480 kW jedoch stärker. 

 

Am 21. September stellte Nio zudem sein erstes Smartphone vor. Es arbeitet mit Android-Software und hat ein 6,8-Zoll-Display. Es kostet stolze 890 Dollar. Damit ist das Handy sogar teurer als das neue Apple iPhone 15.

Das Gerät soll ideal mit den Fahrzeugen zusammenarbeiten. So bietet das Nio Phone eine spezielle Taste, mit der man über 30 Fahrzeug-Funktionen aufrufen kann, darunter die Einstellung der Klimaanlage. Auch das Ver- und Entriegeln per UWB-Technik (Ultra Wide Band) ist möglich. Man kann den Bildschirminhalt auch auf den Touchscreen im Auto spiegeln.