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Elektro-Fernlaster von Mercedes schafft 530 km ohne Aufladen

Serienversion wird am 10. Oktober enthüllt, also nächsten Dienstag

Mercedes eActros 600

Elektro-Lkw sind inzwischen nicht mehr nur was für den Stadtverkehr. Mit genug Batterien ausgestattet, schafft selbst ein voll beladener 40-Tonner längere Strecken mit Steigungen. Das zeigte nun ein Prototyp des Mercedes eActros 600.  

Entwicklungsingenieure von Mercedes-Benz Trucks haben damit die Strecke von Stuttgart nach Südtirol ohne Aufladen geschafft. Dabei musste der auf rund 40 Tonnen beladene Prototyp beträchtliche Steigungen bewältigen, so den Albaufstieg der Autobahn A8 am Aichelberg und dann den Weg hinauf zum Brenner.

Mercedes eActros 600: Prototyp auf Testfahrt von Stuttgart nach Bozen

Trotz der anspruchsvollen Topografie bewältigte der E-Laster die 530 Kilometer ohne Zwischenladen und kam nach etwa sieben Stunden Fahrt in Bozen an – es wurde also nicht extrem langsam gefahren, um Strom zu fahren.

Nach einem Ladevorgang traten die Ingenieure die Heimfahrt an. Die schafften sie erneut ohne Zwischenladen und mit rund 40 Tonnen. So legte der voll beladene eActros 600 insgesamt über 1.000 Kilometer mit nur einem Ladestopp zurück. Die Kombination aus effizientem Antrieb, hoher Batteriekapazität und leistungsstarker Rekuperation ermöglichte dieses Ergebnis, schreibt Mercedes.

Bildergalerie: Mercedes-Benz eActros LongHaul

Eine seriennahe Studie des Lasters namens eActros LongHaul zeigte Mercedes schon auf der IAA Transportation im September 2022. Seither wird der Elektro-Lkw getestet – auf der schwäbischen Alb, im heißen Spanien und im kalten Finnland. Zuletzt ging es nun auf die Langstrecke über die Alpen. Offiziell vorgestellt wird der Laster dann am 10. Oktober, also am kommenden Dienstag. Erst dann wird das endgültige Design enthüllt, wobei allerdings bei einem Laster wenig Spektakuläres zu erwarten ist.

Die Typbezeichnung des eActros 600 leitet sich von der Batteriekapazität ab. Die 600 kWh  verteilen sich auf drei Batteriepakete. Die Zellen haben eine Lithiumeisenphosphat-Chemie (LFP), was die für Lkw nötige hohe Lebensdauer garantieren soll, aber wohl auch die Kosten im Rahmen hält. In der Serie soll der eActros 600 sowohl das normale CCS-Laden mit bis zu 400 kW ermöglichen als auch das Megawatt-Laden (Mega Charging System, MCS), also das Laden mit bis zu 1.000 kW. Damit soll sich die Batterie in deutlich unter 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent aufladen lassen. 

Der eActros hat einen 4x2-Antrieb; für den Antrieb sorgen zwei Elektromotoren an einer Achse. Sie generieren zusammen bis zu 600 kW. Die Dauerleistung – wichtig, wenn man längere Zeit schwer beladen bergauf fährt wie auf der Brennerautobahn – wird mit 400 kW angegeben.

Ab Marktstart soll es den eActros 600 als Sattelzugmaschine und als Pritschenfahrgestell geben. Fahrzeug und Komponenten sollen die gleiche Dauerhaltbarkeit aufweisen wie beim Diesel-Actros. Das bedeutet 1,2 Millionen Kilometer Laufleistung in zehn Betriebsjahren. Auf den markt kommt der eActros 600 allerdings erst 2024 – genauer ist das Datum noch nicht bekannt. Der kleine Bruder eActros 300/400 für den Verteilerverkehr ist bereits seit Längerem auf dem Markt.