Die neuen Kia-Elektromodelle EV3, EV4 und EV5 basieren wie die bekannten Modelle EV6 und EV9 auf der Konzernplattform E-GMP. Doch anders als die größeren Verwandten erhalten die neuen Modelle angeblich alle Vorderradantrieb. Das berichtet der KoreanCarBlog unter Berufung auf Sang-yoon, den Leiter der globalen Produktplanung von Kia.

Der Kia EV5 (unser Titelbild) wurde im Oktober auf dem Kia EV Day vorgestellt. Das zunächst nur in China erhältliche Modell ist ein mittelgroßes Elektro-SUV. Schon bei der Premiere wurde bekannt, dass die 2WD-Versionen Vorderradantrieb erhalten. Daneben gibt es auch einen Allradantrieb.

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Auch die geplanten kleineren Modelle EV3 und EV4 sollen als FWD-Modelle auf den Markt kommen. Der EV3 wurde bereits als Studie gezeigt, und zwar ebenfalls beim Kia EV Day. Es scheint sich um ein Kompakt-SUV zu handeln, denn die Maße sollen ähnlich sein wie beim Kia Niro. Der EV4 dagegen ist eher eine Elektro-Limousine, denn er wird als elektrischer Nachfolger des Stinger bezeichnet.

Die Gründe für den Wechsel der Antriebsachse liegen offenbar im Packaging sowie in den geringeren Kosten: "Der Zweck der Entwicklung von EV5, EV4 und EV3 mit Frontantrieb besteht darin, Elektroautos mit angemessenen Kosten zu verwirklichen", sagte Sang-yoon. Um Elektroautos für jedermann erschwinglich zu machen, müssten die Preise gesenkt werden, so der Manager. Und E-GMP ermögliche sowohl Vorder- als auch Hinterradantrieb.

Bei Frontantrieb sind alle wichtigen Elektro-Komponenten unter der Fronthaube versammelt – bis auf die Batterie im Fahrzeugboden. Das dürften der Elektromotor, der Inverter und das Getriebe sein, aber auch Nebenaggregate wie Klimakompressor und dergleichen. Das spart zunächst einmal Platz und ermöglicht viel Raum für Passagiere und Gepäck. Außerdem entfallen viele Verbindungen.

So kann die Zahl der Teile im Vergleich zu Hecktrieblern verringert werden. Weniger Teile aber bedeutet auch geringere Kosten und ein niedrigeres Gewicht, was wiederum die Reichweite erhöht, schreibt KoreanCarBlog.

Ebenfalls für geringere Kosten dürfte das 400-Volt-System sorgen, das zumindest beim Kia EV5 verwendet wird. Die bisherigen Fahrzeuge von Kias "EV"-Reihe haben eine 800-Volt-Architektur und können so enorm schnell laden. Bei den Studien EV3 und EV4 ist die Spannungslage noch nicht bekannt. Doch wenn es sich um kleinere Modelle handelt, dürfte auch hier ein 400-Volt-System eingebaut werden, denn je kleiner ein Auto ist, desto seltener wird es wohl für die Langstrecke genutzt. Und wer nur in der Stadt fährt, für den reicht wohl in der Regel eine normale Ladegeschwindigkeit.   

Unser Titelbild zeigt den Kia EV5.