Was den Batteriewechsel bei Elektroautos angeht, so stand die chinesische Premiummarke Nio bislang ziemlich allein da. Alle anderen Elektroauto-Anbieter setzen auf das Aufladen von Batterien. Denn ein Problem schien dem Battery Swap entgegenzustehen: Ohne eine Standardisierung der Batterien müsste jede Marke ihr eigenes Netz von Wechselstationen aufbauen. Doch nun ist es Nio gelungen, eine Kooperation mit zwei chinesischen Marken zu verabreden: Geely und Changan.

Nio öffne seine "Power Swap"-Technologie für externe Partner, schreibt der chinesische Hersteller. Die Vereinbarung sehe eine Entwicklung von Batteriestandards, eine Optimierung der Technik und ein Ausbau des Wechselstations-Netzes vor.

Die Partnerschaft mit Changan Automobile umfasst die gemeinsame Entwicklung von Standards für Wechselbatterien, den Aufbau und die gemeinsame Nutzung eines Batteriewechselsystems sowie die Förderung von Fahrzeugen mit Wechselbatterien. Changan ist einer der vier größten Automobilkonzerne in China. Mit Produktionsstätten in China und im Ausland verkaufte das Unternehmen bis Oktober insgesamt fast 26 Millionen Autos. 

Die strategische Partnerschaft mit Geely zielt darauf ab, die Standardisierung der Batterieaustauschtechnologie voranzutreiben, das Power-Swapping-Netzwerk zu vergrößern und die Elektrifizierung der Automobilindustrie zu beschleunigen. Die Geely Holding Group mit Sitz in Hangzhou hat über 120.000 Beschäftigte. Zum Konzern gehören neben Geely Auto auch Lynk & Co, Zeekr, Volvo, Polestar und Lotus.

Nio-Chef William Li sagte: "Diese strategische Partnerschaften werden den Batterietausch weiter bekannt machen und zur künftigen Entwicklung innerhalb der Smart-EV-Industrie beitragen. Wir werden den Aufbau des Power Swap Netzes für Nio-User weiter vorantreiben und die Nutzererfahrung verbessern, während wir mit Partnern zusammenarbeiten, um den Aufbau eines gemeinsamen Batterietauschnetzwerks zu starten."

In Europa verfügt Nio derzeit über 28 "Power Swap Stations". Mitte November wurde im niedersächsischen Emsbüren die achte PSS in Deutschland eröffnet. Der Standort Emsbüren ist die erste Station in Deutschland, die ohne Personal betrieben wird. Künftig sollen alle bisherigen und kommenden PSS so arbeiten.

Neun weitere PSS in Deutschland sind geplant. Darunter wird auch die erste PSS der dritten Generation sein, die bis zu 408 Swaps pro Tag durchführen kann. Dabei bietet eine Station 21 Batterien, während es bei der PSS 2.0 nur 13 waren. Die Wechselstationen werden technisch vom ungarischen Biatorbágy aus betreut, wo Nio 2022 einen Standort für die Montage und den Kundendienst der PSS eröffnet. Dort findet auch Forschung und Entwicklung im Bereich Wechselstationen statt, so Nio.