Der Alfa Romeo Milano erhält zumindest in der Elektroversion Allradantrieb. Damit wird das kleine SUV das erste Auto auf Basis der Plattform eCMP sein, das auch an der Hinterachse einen Motor hat.

Auch den Jeep Avenger soll es künftig in einer Version mit Allradantrieb geben, wie der Hersteller bereits bestätigt hat. Doch während bei Jeep der Schwerpunkt auf den Offroad-Eigenschaften liegt, soll der Allradantrieb beim Milano die Fahrdynamik steigern, berichtet Autocar unter Berufung auf Markenchef Jean-Philippe Imparato. Sogar eine Quadrifoglio-Sportversion könnte es geben.

Alfa nennt den Namen des neuen Modells: Milano

Den Modellnamen Milano hatte Alfa Romeo erst am 14. Dezember per Pressemeldung bekannt gegeben und das obige Bild mitgeschickt. Der Name sei eine Hommage an die Stadt, in der die Geschichte von Alfa am 24. Juni 1910 begann, so der Hersteller. Damals wurde die A.L.F.A. (Anonima Lombarda Fabbrica Automobili) offiziell ins Handelsregister eingetragen. 

Auch das Markenlogo zeigt zwei Symbole für Mailand: Das Kreuz ist das historische Symbol für die Hauptstadt der Lombardei, die Schlange (in der italienischen Wappenkunde Biscione genannt), steht für die Adelsfamilie Visconti, die im historischen Mailand eine wichtige Rolle spielte.

Zuvor hatte die italienische Marke mit einem Video unter der Überschrift "Vielleicht wussten wir es schon die ganze Zeit" die Spekulationen über den Namen des Modells angeheizt. Das Video zeigte vier verschiedene Geo-Koordinaten:

  • 45°33'28"N 9°02'47"E ist der Standort des Alfa-Museums in Arese
  • 45°27'51"N 9°11'22"E ist der Mailänder Dom
  • 46°31'45"N 10°27'11"E ist das Silfser Joch
  • 47°00'06"N 11°30'21"E ist der Brennerpass, und zwar die Passhöhe nahe der österreichisch-italienischen Grenze.
 

Die Kollegen von Motor1 USA und von Auto Motor Sport glaubten, das Auto werde Brennero heißen. Schließlich seien auch die SUV-Modelle Stelvio (der italienische Name des Stilfser Jochs) und Tonale (ein 1.882 Meter hoher Pass zwischen Lombardei und Trentino) nach Bergpässen benannt. Wir waren uns da nicht so sicher.

Doch schon am 7. Juni 2023 hatte die deutsche Alfa-Presseabteilung geschrieben: "Schon jetzt rätseln Automobildesigner und Erlkönig-Jäger öffentlich über den Namen des zukünftigen SUV. So viel sei hier verraten: Er wird nicht Brennero lauten, wie bereits mehrfach spekuliert wurde." Wir berichteten damals.

Nachdem nun Milano als Modellname feststeht, ist es klar, wo der Wagen präsentiert wird: in Mailand. Und zwar im April 2024. Das Auto ist das erst Modell der Marke, das auch in einer rein elektrisch angetriebenen Version angeboten wird, schreibt der Hersteller. Daneben wird eine Mildhybridversion erwartet.

Das kleine Elektro-SUV von Alfa Romeo als Rendering
Das kleine Elektro-SUV von Alfa Romeo als Rendering

Die Grafiker von Motor1 Italien haben bereits ein Rendering zu dem neuen Modell entwickelt. Es basiert auf kürzlich geleakten Bildern des Serienmodells. Zu erwarten ist laut Alfa ein SUV des B-Segments. Dabei wird SUV aber mit Sport Urban Vehicle übersetzt. Alfisti, die aktuell einen Giulietta oder Mito fahren, hätten auf einen neuen Alfa-Kleinwagen gewartet, sagte Markenchef Jean-Philippe Imparato. 

Da der Wagen auf eCMP basiert, handelt es sich um ein Schwestermodell des Opel Mokka Electric, Peugeot E-2008, Jeep Avenger und Fiat 600. Demnach dürfte er wohl auch die inzwischen wohlbekannte 54-kWh-Batterie und den 115-kW-Motor erhalten. Vermutlich wird es daneben noch die erwähnte Allradvariante geben, bei der noch ein Motor an der Hinterachse hinzukommt.

Zu seinen weiteren Zukunftsplänen schrieb Alfa Romeo Mitte Dezember, man werde 2027 zur reinen Elektromarke, das heißt: Die gesamte Produktpalette ist dann "zu 100 Prozent elektrisch". Die Produktstrategie sehe ein neues Modell pro Jahr vor. 2024 startet der Milano, 2025 präsentiere Alfa ein Modell, das ausschließlich mit batterieelektrischem Antrieb angeboten wird.

In Deutschland wies das Kraftfahrtbundesamt zuletzt eine Steigerung der Neuzulassungen von rund 80 Prozent im Vergleich zu 2022 aus. Die drei Modelle Stelvio, Giulia und Tonale verkauften sich im Jahresverlauf bisher allerdings nur 5.680 mal.