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Tesla Cybertruck: Steife Karosserie wirft Sicherheitsbedenken auf
Dem ultraharten Exoskelett könnten Knautschzonen fehlen, befürchten Crashtest-Fachleute

Stefan Leichsenring 
Von: Stefan Leichsenring
11. Dez. 2023 um 10:25 Uhr
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Wer die zahllosen Meldungen zum Thema Crashsicherheit in den letzten Jahren verfolgt hat, weiß, dass Knautschzonen zu den wichtigsten Sicherheitseinrichtungen beim Auto gehören. Nur wenn eine Karosserie die Aufprallenergie abbaut (das heißt, wenn diese in Wärme und Verformungsenergie umgewandelt wird), werden die Insassen und der Unfallgegner vor Verletzungen geschützt. Wie passt dazu das extrem harte Exoskelett des Cybertruck?
Offenbar gar nicht, denn der eckige Elektro-Pick-up treibt Sicherheitsexperten die Sorgenfalten ins Gesicht. Sie denken an Fußgänger und Radfahrer, aber auch an die Insassen anderer Fahrzeuge. Tesla hatte beim Delivery Event am 30. November Videos von Cybertruck-Crashtests gezeigt. Ein halbes Dutzend Sicherheitsexperten, die sich die Filme angesehen hatten, äußerten nun Bedenken gegenüber Reuters.
Um eindeutige Schlussfolgerungen zu ziehen, sagten die Experten, seien genaue Crashtest-Daten nötig, so die Experten. Doch Adrian Lund, der ehemalige Präsident des wichtigen US-Crashtestinstituts IIHS (Insurance Institute for Highway Safety) sagte: "Das große Problem besteht darin, dass, wenn man die Außenhaut des Fahrzeugs wirklich sehr steif macht, indem man dicken Edelstahl verwendet, dann wird es noch mehr Schaden anrichten, wenn die Leute mit dem Kopf darauf aufprallen."
Der Cybertruck ist das erste Auto mit einer Außenhaut aus Edelstahl seit der Einführung des DeLorean DMC-12, der durch den Film "Zurück in die Zukunft" von 1985 weltbekannt wurde. Elon Musk äußerte sich begeistert über die Festigkeit des Materials. Es habe sogar die Stanzmaschine, die die Platten formt, kaputt gemacht, so der Tesla-Chef. Zu Unfällen mit anderen Fahrzeugen sagte Musk: "Wenn Sie eine Auseinandersetzung mit einem anderen Auto haben, werden Sie gewinnen."
"Wenn Sie einen Unfall mit einem anderen Fahrzeug haben, das eine Knautschzone hat und Ihr Auto steifer ist, dann ist das der Fall," sagte dazu David Friedman, der frühere Leiter der US-Sicherheitsorganisation National Highway Traffic Safety Administration. Das Auto des Unfallgegners würde zerquetscht, während der Cybertruck widerstandsfähig sei, so der Experte.
Julia Griswold, Direktorin des Safe Transportation Research Center der University of California in Berkeley sagte, sie sei "alarmiert" über die von Tesla geposteten Crashtest-Videos. Das hohe Gewicht des Cybertruck und seine hohe Beschleunigung seien eine Bedrohung für die Menschen außerhalb des Wagens.
Tesla-Chef Elon Musk schrieb in einem Social-Media-Beitrag, er sei zuversichtlich, dass der Cybertruck für Insassen und Fußgänger sicherer sein werde als andere Trucks:
Laut Tesla sind die kaltgewalzten, rostfreien Karosserieteile so konzipiert, dass sie die Energie bei einem Unfall absorbieren. Die Karosserie verfüge vorne und hinten über energieabsorbierende Rippen, welche die Energie des Aufpralls ableiten sollen. Bei einem Seitenaufprall trage die Haut der Tür einen Großteil der Aufpralllast, hieß es.
Samer Hamdar, Professor für Autosicherheit an der George Washington University, äußerte Bedenken hinsichtlich der Knautschzonen, fügte jedoch hinzu, dass andere Merkmale dies möglicherweise ausgleichen könnten.
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Ob der Cybertruck auch nach Europa kommt, hat Tesla bislang nicht verraten. Aber der Tesla-Chefingenieur sagte kürzlich gegenüber der britischen Zeitschrift TopGear, dass EU-Sicherheitsvorschriften zum Schutz von Fußgängern den Verkauf in Europa erschweren würden.
Der gemeinnützige European Transport Safety Council schrieb: "Wir hoffen, dass Tesla dieses Fahrzeug nicht nach Europa bringt. Ein Fahrzeug dieser Größe, Leistung und dieses enormen Gewichts wird bei einem Zusammenstoß für Fußgänger und Radfahrer tödlich sein."
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Quelle: Reuters
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