Die Neue Klasse von BMW startet Ende 2025, die Serienproduktion der Elektromotoren soll im Herbst 2025 beginnen. Gebaut werden die E-Maschinen im größten Motorenwerk des Konzerns, in Steyr (Oberösterreich). 

Seit September 2022 wurde in Steyr gebaut, genau ein Jahr später fand das Richtfest statt und nun wurden die neuen Hallen für die Elektromotoren-Fertigung fertiggestellt. In einem 105 mal 150 Meter großen Gebäude mit insgesamt rund 60.000 Quadratmetern Produktionsfläche sollen in einem halben Jahr die ersten Elektromotoren vom Band laufen. Denn die Vorserienproduktion soll schon im Sommer 2024 starten, also über ein Jahr vor der Serienfertigung.

Bildergalerie: BMW-Werk Steyr baut Neue-Klasse-Motoren

"Wir sind völlig im Zeitplan mit dem Aufbau der Produktionsstätte für die E-Antriebe der Neuen Klasse. Jetzt ist es Zeit für den nächsten wichtigen Abschnitt. Und dieser ist nicht minder ambitioniert als der Bau der Hallen selbst", sagt Bereichsleiter Helmut Hochsteiner.

Denn bis zum Anlauf der Produktion im Juli müssen noch rund 300 Maschinen aufgebaut werden. Die größte ist die über 30 Meter lange Getriebe-Hochzeitsstation, in der vier Roboter und andere Maschinen das Getriebe mit dem Motor zusammenbauen. Für Maschinen und Anlagen investiert BMW über 500 Millionen Euro. 

Die erste Anlage wurde Ende Januar in die neue Montagehalle eingebracht: ein so genannter Geschossheber. Der soll die Leistungselektronik-Bauteile von einem Sauberraum im ersten Stock in die Endmontage im Erdgeschoss herunterbringen. Dort findet dann die Hochzeit mit dem Elektromotor statt. Das Werk Steyr soll pro Jahr über 600.000 E-Antriebe produzieren – parallel zur Produktion von Diesel- und Benzinmotoren.

Infografik: Aufbau und Komponenten einer E-Antriebsmaschine (01/2024)

Die Neue Klasse erhält die sechste Generation des BMW eDrive. Wie die bisherigen BMW-Elektroautos sorgen stromerregte Synchronmotoren für den Antrieb, also Elektromotoren, bei denen das Magnetfeld induktiv statt durch Permanentmagnete erzeugt wird. Die Systemleistungen der Neuen Klasse sollen von 200 bis 1.000 kW reichen, auch Sportmodelle mit vier Motoren sind offenbar geplant. 

Die Akkus bestehen künftig aus zylindrischen Batteriezellen im Format 4695 für Limousinen und 46120 für SUVs. Sie werden ohne den Umweg über Module in das Batteriepaket eingebaut, das von unten in die Karosserie eingesetzt wird, was BMW als Pack to open Body bezeichnet. 

Unterm Strich

600.000 Elektromotoren jährlich sollen künftig am BMW-Standort Steyr entstehen. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 wurden rund 330.000 Elektro-BMWs verkauft. Wenn von der Neuen Klasse zum Beispiel 400.000 Stück verkauft werden und der Allradanteil 25 Prozent beträgt, würden 500.000 E-Motoren gebraucht. Die Produktionskapazität von Steyr dürfte also für alle Neue-Klasse-Modelle reichen. Die Autos selbst werden in Debrecen (Mittelklasse-SUV) und bald danach auch in München (Mittelklasse-Limousine) gebaut.