BMWs 800-Volt-Plattform Neue Klasse startet bekanntlich 2025; geplant sind nicht weniger als sechs neue Modelle, die innerhalb der ersten 24 Monate starken sollen – also bis 2027. Bekannt war auch schon, dass eine Mittelklasse-Limousine und ein Mittelklasse-SUV den Anfang machen sollen. Nun gibt es Genaueres dazu.

Die neue Elektro-Architektur ist so konzipiert, dass sie die gesamte BMW-Modellpalette abdecken kann, also Autos von der Kompaktklasse (wie dem 2er und dem 2er Active Tourer) bis hin zur Oberklasse à la BMW i7. Zuerst läuft Ende 2025 im neuen ungarischen BMW-Werk Debrecen die Produktion des BMW iX3 an, schreibt Michael Specht nun in der Automobilwoche. Das neue Modell wurde sogar schon als Erlkönig erwischt. Der heutige BMW iX3, der erst 2021 auf den Markt kam, könnte parallel erst einmal weiterlaufen.

BMW Vision Neue Klasse (2023)

MW Vision Neue Klasse von 2023: Studie der neuen Mittelklasse-Limousine

2026 folgt dann eine Mittelklasse-Limousine, die zunächst im Stammwerk München vom Band laufen soll, etwas später aber auch in Mexiko und China. In China soll zudem auch eine Langversion des iX3 gebaut werden – vermutlich für den dortigen Markt, wo die Eigentümerin oder der Eigentümer des Autos oft hinten sitzt und gern die Beine ausstreckt.

Analog zu den Verbrenner-Modellen, wo es neben dem X3 auch noch eine coupéhafte Version namens X4 gibt, ist auch ein BMW iX4 geplant, der ebenfalls noch 2026 starten könnte. Erst 2027 kommt dann aus München auch die Touring-Version der Mittelklasse-Limousine, also der Kombi. Das sechste Modell ist ein Kompakt-SUV à la BMW iX1. Das aktuelle Modell startete zwar erst Ende 2022, soll 2027 aber voraussichtlich schon ersetzt werden, so der Bericht.

Gleichzeitig mit der Neuen Klasse führt BMW wohl auch neue Modellbezeichnungen ein. So wird die neue Elektro-Limousine nicht einfach BMW i3 heißen und dazu die jeweilige Antriebsbezeichnung (wie eDrive20 oder xDrive40) erhalten. Stattdessen wird die Motorisierung in den Modellnamen integriert; Limousinen heißen dann BMW i320 oder i330, SUVs werden iX320 oder iX330 genannt. Die Verbrenner der nächsten Dreier-Generation sollen dann als BMW 320 und 330 vorfahren, und zwar ohne Zusatzbezeichnung für den Motortyp. Bisher tragen Benziner Bezeichnungen wie 318i, Diesel heißen zum Beispiel BMW 320d. 

Zur Technik der Neuen Klasse ist bekannt, dass die Autos dank der 800-Volt-Technik sehr schnell laden können. So soll sich die Batterie in etwa 12 Minuten von 0 auf 95% bringen lassen. Zum Vergleich: Für den Hyundai Ioniq 5, heute eines der am schnellsten ladenden Elektroautos, werden 18 Minuten für 10-80% angegeben.

BMWs 46XX-Batteriezellen

Die neuen Batteriezellen von BMW sind zylindrisch und haben 46 mm Durchmesser wie die neuen Tesla-Zellen.

Batterien zwischen 75 und 150 kWh werden unterstützt, wobei BMW aber nicht bis zum technisch möglichen Maximum gehen will. Die Akkus bestehen nicht mehr aus prismatischen (das heißt quaderförmigen) Zellen wie bisher, sondern aus zylindrischen im Format 4695 (mit 46 mm Durchmesser und 95 mm Höhe, für Limousinen) und 46120 für SUVs.

Die Zellen werden ohne den Umweg über Module in das Batteriepaket eingebaut, das von unten in die Karosserie eingesetzt wird, was BMW als Pack to open Body bezeichnet. Eine Karosserieplatte unter dem Akku zum Schutz vor Beschädigungen gibt es offenbar nicht mehr. Das erhöht die Energiedichte und ermöglicht geringere Karosseriehöhen.

BMW-Workshop: Pack-to-open-body

Die Antriebe werden Komponenten der sechsten Generation des BMW eDrive nutzen. Wie bisher werden stromerregte Synchronmaschinen (SSM) eingesetzt, also Induktionsmotoren ohne Permanentmagnete. Die Systemleistungen sollen von 200 bis 1.000 kW reichen, auch Sportmodelle mit vier Motoren sind offenbar geplant.  

Unterm Strich

Bisher haben hauptsächlich der Porsche Taycan und die Elektroautos aus dem Hyundai-Konzern 800-Volt-Technik, doch das wird sich in den nächsten Jahren deutlich ändern. 2024 starten die ersten PPE-Fahrzeuge von Audi und Porsche, 2025 folgen die neuen Plattformen von BMW, Mercedes (MMA und MB.EA) sowie Stellantis (STLA Large). Ebenfalls ab 2025 wird BMW wohl Zug um Zug seine gesamte Modellpalette auf die Neue Klasse umstellen.