Nissan bietet seinen großen Transporter erstmals auch mit Elektroantrieb an. Der Interstar-e bekommt wahlweise eine 87-kWh-Batterie für bis zu 460 km oder einen 40-kWh-Akku, dessen Reichweite nicht genannt wird. Auch zum Antrieb äußert sich Nissan bislang noch nicht, zeigt aber zahlreiche Bilder. 

Der erste Interstar kam 2002 auf den Markt, die auslaufende Generation startete 2010, hieß aber Nissan NV400. Die neue Version trägt nun wieder den ursprünglichen Namen. Wie bisher dürfte sich der Transporter der Mercedes-Sprinter-Klasse die Plattform mit dem Renault Master teilen, den es ebenfalls mit Elektroantrieb gibt und dessen neue Version Ende Januar präsentiert wurde. Der Interstar ähnelt dem Renault deutlich:

Bildergalerie: Nissan Interstar (2024)

Wie beim Renault-Modell gibt es eine J-förmige Lichtsignatur; im waagerechten Strich des Buchstabens stecken die Scheinwerfer. Der Grill des Nutzfahrzeugs enthält anders als bei Renault markante horizontale Rippen (und natürlich das Nissan-Logo statt dem Rhombus). Außerdem verspricht Nissan eine größere Ladekapazität und mehr Individualisierungsmöglichkeiten als beim Vorgänger. So bietet Nissan vielfältige Umbauten ab Werk an, darunter Kipper, Pritschen- und Kastenwagen.

Nissan Interstar (2024)

Nissan Interstar

Renault Master (2024)

Nissan gewährt auf den Interstar standardmäßig eine Garantie von fünf Jahren oder 160.000 Kilometer, beziehungsweise acht Jahren oder 160.000 Kilometern auf die Hochvoltbatterie des Nissan Interstar-e.

Bei der Batterie kann man wie beim Master zwischen 40 und 87 kWh wählen. Mit dem großen Akku sollen je nach Ausstattungsvariante bis zu 460 Kilometer möglich sein, die Reichweite mit der kleinen Batterie beträgt nach dem obigen Video 200 km. Zum Antrieb sowie zu den Ladeleistungen macht Nissan keine Angaben, doch vermutlich folgt man auch hier dem Master:

  Renault Master 96 kW Renault Master 105 kW
Antrieb 2WD 96 kW, 300 Nm 2WD 105 kW, 300 Nm
Akku 40 kWh 87 kWh
WLTP-Reichweite 200 km 460 km
Max. Ladeleistung AC/DC 22 / 130 kW 22 / 130 kW
Preis k.A. k.A.

Die Werte für das Reichweite-Nachladen sind ähnlich wie beim Master: Bei der Version mit großer Batterie soll man in 30 Minuten Strom für etwa 250 km laden können. Bei der Basisversion sind es nur 200 km. Letzteres ist seltsam, denn entweder ist der stärkere Antrieb sparsamer oder die größere Batterie lässt sich trotz gleicher Maximal-Ladeleistung schneller aufladen. Eine Ladung mit Wechselstrom von zehn auf 100 Prozent ist jedenfalls in weniger als vier Stunden möglich.

Wie Renault ist auch Nissan auf die gute Aerodynamik stolz. Der Luftwiderstand sei gegenüber dem Vorgänger um 20 Prozent reduziert worden. Außerdem hat der Interstar eine 40 Millimeter breitere Seitentür und eine 100 Millimeter längere Ladefläche. Die Nutzlast beträgt bis zu 1,6 Tonnen bei der Elektrovariante und fast zwei Tonnen beim Diesel, das zulässige Gesamtgewicht des Interstar-e beträgt vier Tonnen. Beide Antriebsarten bieten eine maximale Anhängelast von 2,5 Tonnen. Ein um 1,5 Meter kleinerer Wendekreis verbessert die Manövrierfähigkeit.

Nissan Interstar (2024)

In Sachen Ausstattung verspricht Nissan strapazierfähige Sitzbezüge, eine Sitzheizung und eine beheizbare Windschutzscheibe sowie ein verbessertes Infotainment-System sowie zahlreiche Assistenzsysteme. Der Vorverkauf beginnt im Frühjahr, die Auslieferung im Sommer. Die Preise wurden wie bei Renault noch nicht bekannt gegeben.

Unter dem Strich

Schon beim Renault Master staunten wir über die große Maximalreichweite von 460 km; die Konkurrenz bleibt hier zurück. Mit 460 km Reichweite schafft man zum Beispiel die 400-km-Strecke von München nach Frankfurt in einem Rutsch. Für den Rückweg reicht eine halbstündige Ladepause allerdings nicht aus.