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Renault-Chef de Meo schlägt mehr europäische Kooperation vor

Zusammenarbeit wie bei Airbus gegen die Offensive der China-Hersteller?

Luca de Meo bei der Aktionärsversammlung 2021

Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Von: Stefan Leichsenring

21. Feb. 2024 um 20:07 Uhr

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Der chinesische Markt leidet unter Überkapazitäten, und so versuchen Hersteller wie BYD, oder Geely, mit ihren Elektroautos das Ausland zu erobern. Da sich die USA mit ihrem Inflation Reduction Act abschotten, wird Europa zum bevorzugten Operationsgebiet. Dagegen könne sich Europa nur mit mehr Kooperation wehren, so Luca de Meo.

In einem Gastartikel für Autocar schreibt der Renault-Konzernchef, die Autobranche stünde vor dem tiefgreifendsten Wandel seit 150 Jahren: Der Ausstieg aus der Verbrenner-Technik bis 2035 und die ständig steigenden Anforderungen bei Crash- und Cyber-Sicherheit machten die Autos schwerer und teurer. Teurere Autos aber würden weniger oft gekauft. 

Zudem müsse die Autoindustrie nun auch Höchstleistungen in völlig neuen Disziplinen erbringen, darunter die Elektro-Antriebstechnik, Software und Recycling. Dazu käme eine neue "Volatilität": Eine milliardenschwere Investition in eine Batterie-Gigafactory könne urplötzlich obsolet werden, wenn eine neue Zellchemie auftauche. Auch die Rohstoffpreise seien volatil. So habe sich der Preis für Lithium zuerst verzwölffacht und dann halbiert – und das in nur drei Jahren. Ähnliches gelte für die Vorschriften, wie die Last-Minute-Änderungen an der Euro-7-Norm zeigten.

In dieser Situation sei er überzeugt, dass Europa "ein paar klare Grundsätze und Ziele" brauche. Es müsse "eine zentrale Anlaufstelle für Mobilitäts- und Automobilvorschriften" geben. So sollten europäische Champions in Schlüsseltechnologien entstehen. Europa habe das mit dem Gemeinschaftsunternehmen Airbus (Wikipedia) schon früher einmal geschafft.

Die Branchen, die an der Mobilitätswende beteiligt sind, also Bergbau-, Chemie-, Energie- und Fertigungsindustrie sowie die Infrastruktur sowie nationale und lokale Behörden sollten in Europa zusammenarbeiten.

So sollte Europa den Grundsatz der Technologieneutralität übernehmen, eine Harmonisierung der Mobilitätspolitik der 200 größten Städte anstreben und in jedem Land die Entstehung von lokalen Unternehmensclustern zu fördern. Weitere Aufgaben seien die Entwicklung von erschwinglichen Elektroautos, ein Wasserstoff-Ökosystem sowie die Softwareentwicklung. Die Behörden sollten zehn solche Bereiche indetifizieren und mit einem Teamansatz eingreifen.

"Lassen Sie uns die relevanten Akteure dazu zwingen, sich zu koordinieren. Ich denke, das würde ausreichen, um den Ball ins Rollen zu bringen und uns auf das Niveau zu hieven, das wir verdienen. Vor diesen Herausforderungen stehen wir alle: Politiker, Hersteller, Stakeholder und Bürger." (Luca de Meo)

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Unter dem Strich

Luca de Meos Stimme hat Gewicht: Er vertritt einen der größten europäischen Hersteller und ist zudem Chef des europäischen Herstellerverbandes ACEA. Er fordert nun mehr Kooperation in Europa – vor allem, um die chinesische Konkurrenz abzuwehren. Angesichts der jüngsten BYD-Rabatte ist das verständlich. Aber werden sich Volkswagen, Stellantis und Renault-Nissan nun zusammenschließen, um gemeinsam günstige E-Autos zu produzieren? Das würde uns wundern, schließlich hat jeder der drei Konzerne schon einen eigenen Ansatz entwickelt.

Quelle: Autocar

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