Von den weltweit 9 Millionen verkauften Elektroautos im Jahr 2023 landeten 5,1 Millionen in der Volksrepublik China. Mit 57 Prozent Marktanteil ist das asiatische Riesenreich mit Abstand der größte Elektroauto-Markt der Welt. Europa folgt mit rund zwei Millionen BEVs auf Platz zwei, die USA mit etwa 1,2 Millionen Stück auf Platz drei.

Auch wenn die USA bei den Stückzahlen hinterherhinken: Mit 50 Prozent Plus gegenüber 2022 war dort das Wachstum am stärksten. In Europa wuchs der BEV-Markt immerhin um 27 Prozent, in China um 21 Prozent. Das geht aus einer Auswertung des Center of Automotive Management (CAM) hervor.

Elektroauto-Weltmarkt 2023: Der BEV-Anteil ist in China am größten, in den USA noch kümmerlich

Elektroauto-Weltmarkt 2023: Der BEV-Anteil ist in China am größten, in den USA noch kümmerlich

Der Marktanteil von batterieelektrisch angetriebenen Autos (BEVs) am Gesamtmarkt kletterte in China von 20,7 auf 23,7%. Zum Vergleich: In Europa lag der BEV-Anteil bei 14,6%, in Deutschland bei 18% und in Norwegen bei schier unglaublichen 82%. Deutlich hinterher hinken die USA, wo der BEV-Anteil nicht einmal acht Prozent erreicht. 

Über 80 Prozent der weltweit verkauften Elektroautos entfallen auf zehn Konzerne. Tesla, BYD und die VW Group sind bereits für knapp die Hälfte (46%) aller Neuzulassungen verantwortlich. Tesla war mit 1,8 Millionen Verkäufen die Nummer eins, BYD folgte mit 1,6 Millionen (+73%) und der VW-Konzern erreichte mit 770.000 Stück (+35%) erstmals Rang drei. Die VW Group zog am chinesischen SAIC-Konzern vorbei, der inklusive seiner Mehrheitsbeteiligung am Joint Venture SAIC-GM-Wuling nur auf rund 700.000 BEVs kam. Der sinkende Absatz des einst populären Wuling Hongguang Mini EV konnte nicht durch neue Modelle und Marken kompensiert werden.

Elektroauto-Weltmarkt 2022 und 2023: Die Konzerne mit den meisten Verkäufen

Die verkaufsstärksten Elektroauto-Konzerne in den Jahren 2022 (blau) und 2023 (rot)

Geely steigert zusammen mit Volvo und Polestar seine BEV-Verkäufe um 34% auf schätzungsweise 510.000 Stück und kam damit auf Platz 5. Es folgen GAC Aion, die Elektro-Marke der chinesischen GAC Group, die um sagenhafte 77% wuchs, Hyundai auf Platz 7, BMW auf Rang 8, Stellantis auf Platz 9 und die Mercedes-Benz Group auf Rang 10. Die deutschen Premiummarken BMW und Mercedes-Benz Group steigerten sich 2023 um über 70 Prozent.

Für 2024 rechnet das CAM mit einem weltweiten Elektro-Absatz von rund 11 Millionen verkauften Elektroautos, was einem Plus von über 20 Prozent entspricht. Damit würde sich der BEV-Weltmarkt kaum schlechter entwickeln als 2023, als er um 29 Prozent wuchs. Das Wachstum soll von China kommen, und zwar sowohl vom chinesischen Markt als auch von den chinesischen Marken, die verstärkt ins Ausland drängen.

Studienleiter Stefan Bratzel: "Vor allem BYD und Tesla profitieren immer mehr von Skaleneffekten und ihrer im Wettbewerbsvergleich sehr guten Kostenposition." Dies sei besonders wichtig wegen des sich abzeichnenden Preiskampfes. Für die deutschen Hersteller, die ihr Modellpalette noch ausweiten, sei das eine große Herausforderung. Newcomer-Marken wie Nio, Xiaopeng, Li Auto oder Hozon könnte durch die hohen Kapitalzinsen und den harten Wettbewerb eine Insolvenzwelle drohen.

Unterm Strich

Der Elektroauto-Weltmarkt wuchs auch im Jahr 2023, und nach den Prognosen soll es 2024 ähnlich weitergehen. Wachstumstreiber ist nach wie vor China, wo die Verkäufe zwar nicht mehr so stark zulegen wie im Nachzügler-Markt USA, aber die Stückzahlen eben unglaublich hoch sind.