BMW-Welt: Die Geschichte der elektrifizierten Isetta
Vom italienischen Original über die BMW-Version von 1955 bis zum elektrifizierten Exponat
Wer kürzlich die BMW-Welt am Münchner Petuelring besucht hat, hat sie sicher gesehen: die bildschöne, blauweiße Isetta. Das winzige Auto mit den rundlichen Formen zieht die Blicke fast schon magisch an. Flüchtige Besucher übersehen jedoch leicht, dass es sich bei dem Exponat um einen Elektro-Umbau handelt: Das ausgestellte Auto wurde elektrifiziert.
Der Einzylindermotor des nur 2,36 Meter langen Wägelchens wurde ausgebaut und stattdessen ein Elektromotor eingepflanzt. Erledigt haben das die Oldtimersparte BMW Classic sowie die BMW-Angestellten des Werks 0 – dem Teil des Münchner Werks, das für Designstudien und die Vorbereitung des Serienanlaufs verantwortlich ist. Die legen Wert auf die Feststellung, dass die Originalteile aufbewahrt werden, sodass ein Rückbau auf den Verbrennungsantrieb problemlos möglich ist.
Bildergalerie: BMW Isetta in der BMW-Welt (2024)
Wie beim Original ist die Leistung nicht gerade rekordverdächtig: Der 245 ccm große Motörchen aus den 50er-Jahren lieferte 12 PS (knapp 9 kW), die luftgekühlte Elektromaschine bietet 5 kW. Damit sind immerhin 45 km/h Höchstgeschwindigkeit möglich.
Als Energiespeicher fungieren vier Bleiakkus vom Typ Hawker SBS B14 (PDF von der Firmen-Website). Die 12-Volt-Akkus mit je 62 Amperestunden Speicherkapazität werden in Reihe geschaltet und ergeben so 48 Volt. Insgesamt resultieren damit wohl rund 12 kWh Speicherkapazität (4*62 Ah * 48 Volt). Der Verbrauch wird mit "2,98 kWh" angegeben; wenn sich das auf 100 km bezieht, müssten 400 km am Stück möglich sein – beachtlich. Allerdings dauert ein kompletter Ladevorgang geschlagene vier Stunden, das heißt, es wird mit durchschnittlich rund 3 Kilowatt geladen.
Die BMW Isetta war ein Lizenzbau eines italienischen Modells (Bild: © BMW Welt)
Die Ursprünge der Münchner Knutschkugel liegen in den 50er-Jahren: Nach dem Krieg verkaufte BMW vor allem Motorräder. Daneben entstanden Oberklassefahrzeuge wie der so genannte "Barockengel" (BMW 501/502) mit Sechszylinder, die jedoch viel zu teuer für die Kundschaft waren.
Geld für eine Eigenentwicklung fehlte, und so entschied man sich für einen Lizenzbau. Da kam die Iso Isetta von der italienischen Firma Iso Rivolta gerade recht. Der Hersteller von Kühlschränken und Motorrädern stellte das Wägelchen 1954 auf dem Turiner Autosalon vor. Es hatte eine nach vorne öffnende Tür; beim Öffnen bewegte sich das Lenkrad mit nach außen, wodurch man leichter einsteigen konnte.
BMW kaufte die Rechte und baute den Wagen in Lizenz, wobei ein BMW-Motorradmotor zum Einsatz kam. Die BMW Isetta wurde ein Erfolg: Von 1955 bis 1962 über 160.000 Stück gebaut; der Preis lag bei 2.750 Mark. Der Gewinn ermöglichte BMW die Entwicklung der Neuen Klasse von 1962, die den Fortbestand des Unternehmens für lange Zeit sicherte – und die nächstes Jahr als Plattform wiederaufersteht.
Mehr zur Geschichte der BMW Isetta lesen Sie bei Motor1 und auf einer Website von BMW.
Unter dem Strich
In den 50er-Jahren war die BMW Isetta das Auto, das man sich gerade noch leisten konnte, heute ist der Wagen Vorbild des elektrisch angetriebenen Microlino. Ein Hingucker und Sympathieträger ist der Wagen in der alten wie der neuen Form.
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