Genesis GV90: Großes Elektro-SUV als Erlkönig auf dem Nürburgring
Serienversion des Neolun Concept soll 2026 in Serie gehen (Update)
Das geplante große Elektro-SUV von Genesis auf Basis der Studie Neolun wurde erneut als Erlkönig fotografiert. Nachdem das Fahrzeug im Februar im Schnee fotografiert wurde (und zwar peinlicherweise auch im Straßengraben) erwischten die Spezialisten von Automedia den Neuling bei Fahrdynamik-Tests am Nürburgring.
Die neuen Aufnahmen zeigen das Fahrzeug nur noch mit leichter Tarnung. So ist nun gut erkennbar, dass das Serienfahrzeug die glatte Karosserie des Neolun Concept vom März 2024 erbt.
Bildergalerie: Genesis GV90 als Erlkönig (5/25)
An der Front sind die doppelten "heruntergezogenen Mundwinkel" unter der Tarnung zu sehen, die auch die Studie hatte. Auch ein Teil der Frontlichter sind sichtbar. Wer genau hinguckt, sieht, dass die beiden waagerechten Striche links und rechts nicht ganz parallel sind, sondern dass die untere Linie etwas nach unten kippt.
Genesis GV90 als Erlkönig
Genesis Neolun Concept
Im Profil wird die charakteristische Rundung des Hecks deutlich, die wir von der Studie her kennen. Die Frontscheibe liegt ähnlich flach wie dort und die Proportionen stimmen gut überein. Hinter dem Kotflügel, aber vor dem Türspalt ist sogar ein Teil der seitlichen Lichter erkennbar:
Am Heck schließlich ist die doppelte rote Linie zu sehen, aus denen die Rücklichter bestehen. Hier wurde offenbar ein Teil der LED-Elemente deaktiviert. Das Heck wirkt jedoch schmaler als bei der Studie:
Anders als das Neolun Concept hat der Erlkönig auch konventionelle Außenspiegel und einen Heckscheibenwischer. Die Türgriffe, die bei der Designstudie überhaupt nicht erkennbar waren, sind nun in versenkter Form zu sehen. Sie befinden sich an den gewohnten Stellen – anders als die Studie hat das Serienauto also keine gegenläufig öffnenden Türen. Wozu die aufgeklebten schwarzen Streifen unter den Seitenfenstern dienen, bleibt unklar.
Zuvor war das große Elektro-SUV im Februar 2025 auf winterlichen Straßen in Schweden fotografiert worden. Die Bilder zeigten den Wagen auch in einer misslichen Lage: Der Erlkönig steckte im tiefen Schnee abseits der Straße fest.
Bildergalerie: Genesis GV90 als Erlkönig (2/25)
Auch damals waren schon die doppelten Lichtlinien vorne erkennbar:
GV90-Erlkönig: Die untere Lichtleiste kippt nach unten ab
Genesis Neolun Concept
TheKoreanCarBlog (KCB) schreibt, der GV90 basiere auf der neuen eM-Plattform, einer 800-Volt-Architektur des Hyundai-Konzerns, die offenbar die altbekannte E-GMP ersetzen soll. Zu den Hauptunterschieden gehört angeblich, dass sich eM besser für größere Fahrzeuge gut eignet.
Was die Maße angeht, so kann man sich an der Bezeichnung GV90 orientieren: Da der GV70 rund 4,72 Meter misst und sich der Electrified G80 an der Facelift-Version nun schon auf 5,14 Meter streckt, dürfte ein GV90 wohl über 5,20 Meter lang sein – das ergäbe ein Auto von der Größe des Mercedes EQS SUV. Mit diesem soll die Serienversion wohl auch konkurrieren. Zu den weiteren Rivalen zählen große Elektro-SUVs des Premiumsegments wie der BMW iX oder der Range Rover Electric.
Passend zum Segment und zur Positionierung darf man wohl von einer Luftfederung ausgehen. Innen soll der Neuling trotz der großen Länge nur vier Sitze haben, wobei es im Fond zwei Einzelsitze gibt, die durch eine hohe Mittelkonsole mit Becherhaltern, induktiver Handy-Ladeschale und einem großen Infotainment-Bildschirm getrennt sind.
Genesis Neolun Concept: Großes Elektro-SUV mit gegenläufig öffnenden Türen
Der Produktionsstart ist laut KCB ursprünglich für Ende 2025 geplant gewesen und wurde inzwischen auf Juni 2026 verschoben worden. Gebaut werden soll das Genesis-Flaggschiff in Hyundais neuem Elektroautowerk in Ulsan (im Südosten Koreas, an der Küste). Dieses soll bis März 2026 fertiggestellt werden. Geplant sind rund 21.000 Stück pro Jahr, die weltweit verkauft werden sollen.
Bildergalerie: Genesis Neolun Concept
Der Genesis GV90 wird wohl das erste Modell auf der eM-Plattform darstellen, aber sicher nicht das einzige. Im März 2022, bei der Vorstellung der neuen Plattform, kündigte der Hyundai Konzern noch 17 Modelle an, das umfasste aber auch die Nutzfahrzeug-Plattform eS. Zusammen bilden sie die Integrated Modular Architecture (IMA).
Unter dem Strich
Bisher bietet Genesis in Deutschland drei Elektromodelle an: den GV60 auf Basis von E-GMP sowie die auf Elektroantrieb umgestellten Verbrenner Electrified G80 und Electrified GV70 – wobei auch diese eine 800-Volt-Architrektur besitzen. 2026 soll noch ein GV90 hinzukommen, der erstmals auf der neuen eM-Plattform beruht. Auch diese bietet 800-Volt-Technik, ist aber für eine breitere Modellpalette geeignet. Dass der Konzern neben Riesenschiffen wie dem GV90 auch kleinere Modelle kann, zeigen der neue Kia EV3 und der Hyundai Inster. Gut so, denn riesige Elektro-SUVs gibt es für unseren Geschmack schon genug.
Quelle: Automedia (Erlkönige), KoreanCarBlog
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