Volvo ES90 ist das erste 800-Volt-Auto der Marke
Außerdem Reichweiten von bis zu 700 km und ungewöhnliche Rückleuchten
Volvo verrät Neues zu seiner Elektro-Limousine ES90. Das neue Modell soll mit einer 106-kWh-Batterie und Allradantrieb 700 km am Stück schaffen. Außerdem bekommt es als erster Volvo ein 800-Volt-System für schnelles Laden. So kann mit bis zu 350 kW geladen werden.
Die Ladezeit für den üblichen Lade-Hub von 10 auf 80% verkürzt sich auf 20 Minuten, so Volvo. Zum Vergleich: Beim EX90 mit seinem 400-Volt-System dauert der Ladevorgang je nach Batterie noch 29 bis 30 min. Bisher dachten wir, dass der Volvo ES90 auf der SPA2-Plattform basiert, auf der auch der EX90 beruht. Das hatte Autocar zuletzt am 20. Februar berichtet. Dass ein 800-Volt-System eingesetzt wird, überrascht deshalb.
Die verkürzte Ladezeit sei teilweise der "adaptiven Ladesoftware" von Partner Breathe Battery Technologies zu verdanken, in das Volvo letztes Jahr investiert hat, so der Hersteller. So soll man nun in zehn Minuten Strom für 300 Kilometer nachladen können. Durch die höhere Spannung könne man bei gleicher Stromstärke mehr Leistung generieren. Das Auto erhalte außerdem leichtere Elektromotoren. Auch bei anderen Komponenten wurde Gewicht gespart, was die Effizienz erhöht und so gleichzeitig Beschleunigung und Reichweite verbessert.
"Die WLTP-Reichweite von bis zu 700 Kilometer entspricht 740 Kilometer im CLTC-Fahrzyklus in China und gilt für die Allradvarianten mit zwei Motoren und 106-kWh-Batterie." (Fußnote in der Volvo-Pressemeldung, Hervorhebung von InsideEVs)
Die nur in einer Fußnote erwähnte Akku-Kapazität von 106 kWh entspricht ziemlich genau den im EX90 verwendeten Batterien – dort gibt es 101 bzw. 107 KWh netto. Die Antriebsleistung dürfte wohl ebenfalls ähnlich ausfallen. Das hieße, es gibt einen Heckantrieb mit 205 kW und Allradler mit 300 sowie 380 kW.
Der ES90 wird erstmals mit einem Batteriepass geliefert. Dank Blockchain-Technologie gibt er Aufschluss darüber, woher das verwendete Lithium, Cobalt, Nickel und Graphit stammen. Außerdem wird der CO2-Fußabdruck angezeigt.
Streifenförmiges Rück- oder Bremslicht neben der Heckscheibe
Zudem zeigt Volvo zwei neue Teaserbilder, auf denen die ungewöhnlichen Rückleuchten deutlicher zu erkennen sind: Offenbar gibt es neben klammerförmigen Leuchten unten auch noch gestrichelte Längsstreifen links und rechts von der Heckscheibe. Das ist allerdings beim EX90 auch schon so. Außerdem bekommt der Wagen offenbar einen auffälligen Diffusor:
Schon im September 2024, bei der Vorstellung des überarbeiteten Volvo XC90, erschien der ES90 ganz am Schluss, sozusagen im Abspann. Weitere Teaser folgten kurz darauf. Vor einer Woche, am 20. Februar 2025, verriet Volvo dann, dass der Wagen am 5. März 2025 vorgestellt wird, also am kommenden Mittwoch.
Ansonsten verriet Volvo, dass der ES90 ein Software Defined Vehicle (SDV) ist. Das heißt, die Eigenschaften werden zu einem großen Teil durch die Software bestimmt, und die kann auch nach dem Kauf noch verbessert werden. So soll der ES90 mit der Zeit immer besser werden. Updates können zum Beispiel neue Konnektivitätsfunktionen oder eine höhere Reichweite bringen.
Als Zentralrechner werden zwei Exemplare des Nvidia Drive AGX Orin eingesetzt. Details zu diesem "System on a Chip"-System kann man auf einer Website von Nvidia nachlesen. Jedenfalls soll der Rechner mit 508 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) besonders schnell sein. Auch im EX90 soll künftig die neue Technik verbaut werden. Zuständig sind die beiden Rechner für Assistenzsysteme und das Batteriemanagement.
Zur Sensorik des ES90 gehören ein Lidar, fünf Radare, acht Kameras und zwölf Ultraschallsensoren. Der Lidar sitzt offenbar wie bei diversen Nio-Modellen mittig auf dem Dach, wie einem Teaserbild zu entnehmen war. Das ist jedoch auch beim EX90 schon so.
Ein Teaserbild vom 20. Februar zeigte: Der Lidar-Sensor sitzt mittig auf dem Dach
Das Limousinen-Flaggschiff lief zunächst unter dem Projektnamen V551 First VP, wobei VP für Verifikationsprototyp steht. Es war auf Fotos im Geely-Werk in Chengdu zu sehen.
Der Volvo ES90 wirkt sehr gestreckt und elegant
Die lang gestreckte Silhouette erinnert ein wenig an den Polestar 5 oder auch an den S90, die Limousine mit Verbrenner. Ähnlich wie der XC90 zum EX90 wurde, wird wohl auch der S90 optisch nur leicht verändert in den elektrischen ES90 überführt. Die Länge dürfte ähnlich wie beim EX90 rund fünf Meter betragen. Gebaut wird der Volvo ES90 bei Geely in China. Der Wagen wird gegen den Mercedes EQE, den Audi A6 e-tron und den BMW i5 antreten.
Unter dem Strich
Der Volvo ES90 basiert auf der Plattform SPA2, auf der auch der EX90 beruht. Dachten wir bisher. Deshalb gingen wir bisher von einem 400-Volt-System aus. Doch nun überrascht Volvo mit der Information, dass es 800 Volt sein werden – mit entsprechend schnellem Laden.
Am 5. März wird also das erste 800-Volt-Auto des schwedischen Herstellers präsentiert. Das steht einem Premium-Hersteller gut an. Audi und Porsche haben solche Modelle schon, Mercedes und BMW stellen sie demnächst vor, mit dem CLA EQ bzw. dem neuen iX3. Dass die neue Volvo-Limousine gegen die deutschen Platzhirsche eine Chance hat, darf man dennoch bezweifeln, zumal es eine Limousine und kein SUV ist.
Bildergalerie: Volvo ES90 (Teaserbilder)
Quelle: Volvo (800 Volt), Volvo (Lidar), Autocar
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