Volvo hat bislang drei Elektromodelle im Angebot: das Zwillingspärchen XC40 Pure Electric und C40 und den kleinen Crossover EX30. Nächstes Jahr soll der ES90 hinzukommen, ein Siebensitzer-SUV. Eine Elektro-Limousine gibt es derzeit von Volvo nicht, da muss man schon zu Polestar wechseln. Doch das soll sich ändern: Volvo arbeitet offenbar an einer großen Strom-Limousine. 

Nach einem Bericht von Teknikens Värld aus Schweden ist der Neuling das zweite Modell auf Basis der Plattform SPA2 nach dem EX90. Ein erstes Exemplar, ein sogenanntes Verification Car, wurde bereits hergestellt, wie ein geleaktes Bild beweist, das allerdings nur ein verhülltes Auto und die interne Bezeichnung des Autos zeigt: V551.

Die Elektro-Limousine könnte ES90 heißen, was den Wagen als elektrischen Nachfolger des 4,97 Meter langen S90 einordnen würde – ähnlich wie der EX90 der elektrische Nachfolger des X90 ist. Allerdings könnte Lexus hier ein Wort mitreden, denn die japanische Marke verkauft ebenfalls eine Fünf-Meter-Limousine mit dem Kürzel ES und hat bereits Protest eingelegt.

Volvo EX90 (2023)

Die Optik des ES90 dürfte ähnlich ausfallen wie beim EX90

Nach dem Medienbericht wird im Intranet von Volvo gemeldet, dass das erste Exemplar der großen Elektro-Limousine nun in China vom Band lief. Gebaut wurde das Modell offenbar im Werk von Volvo-Mutter Geely in Cixi, etwa 170 Auto-Kilometer südlich von Shanghai. 

Der V551 ist das erste Volvo-Modell für den Weltmarkt, das unter der Leitung des Forschungs- und Entwicklungszentrums in Shanghai entstand. Da es sich um ein Verification Car handelt, also ein frühes Vorserienfahrzeug für diverse Tests, dürfte es noch etwas dauern, bis das Auto auf den Markt kommt. 

Nach Informationen, die im Frühjahr 2022 in China geleakt waren, soll die Serienproduktion im Mai 2024 beginnen. Es könnte allerdings sein, dass sich dies aus den gleichen Gründen verschiebt, die auch zur Verzögerung des EX90 und Polestar 3 führten, so der Bericht.

Das nun im Volvo-Intranet beschriebene Auto ist 4,99 Meter lang und hat einen Radstand von 3,10 m. Die Höhe ist mit 1,55 m etwa elf Zentimeter größer als beim S90. Das Verbrenner-Modell basiert auf der Vorgängerplattform SPA und wird ebenfalls in China produziert, und zwar ausschließlich.

Den Volvo ES90 soll es mit Allradantrieb und mit Heckantrieb geben. Möglicherweise erhält das Auto die gleichen Antriebe wie der EX90 – das wäre ein Heckantrieb mit 205 kW und Allradsysteme mit 300 bzw. 380 kW. Als Energiespeicher dürften dann auch der 101-kWh-Akku beim Hecktriebler und die 107-kWh-Batterie bei den Allradlern eingesetzt werden.

Wenn es der Volvo ES90 zu uns nach Europa schafft, wird er gegen den Mercedes EQE, den BMW i5 und den 2024 startenden Audi A6 e-tron antreten. Der Audi trumpft schon mit 800-Volt-Technik auf, der EQE soll die höhere Spannungslage ab 2025 erhalten. Dann täte sich der ES90 (wie der i5) schwer, denn große Limousinen sind zum Reisen da, und da sollte man schnell laden können.


Unter dem Strich

Volvo bringt offenbar nächstes Jahr eine Elektrolimousine, die ES90 heißen könnte und auf der gleichen Plattform aufsetzt wie der EX90. Auch Antriebe und Akkus dürften übernommen werden. Antreten wird das Auto gegen den Mercedes EQE, den BMW i5 und den Audi A6 e-tron.

Unser Titelbild zeigt den aktuellen Volvo S90.