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Honda und Nissan: Mögliche Fusion offenbar gescheitert (Update)

Nissan will Gespräche abbrechen

Collage mit Nissan Ariya und Honda e:NY1 sowie den Markenschriftzügen
Bild von: InsideEVs

Der mögliche Zusammenschluss zwischen zwei wichtigen Japan-Herstellern ist offenbar doch gescheitert. Nissan will sich offenbar aus den Gesprächen zurückziehen, weil die Firma fürchtet, dass es keine Fusion unter Gleichen werden würde, meldet Reuters unter Berufung auf anonyme Quellen. 

Asahi Shimbun meldete am heutigen Donnerstag, Nissan-Chef Makoto Uchida habe am Morgen die Honda-Zentrale besucht und Honda-Präsident Toshihiro Mibe darüber unterrichtet, dass man die anderthalb Monate dauernden Gespräche abbrechen wolle. Nach dem Bericht hätte Nissan offenbar eine Tochtergesellschaft von Honda werden sollen. Das habe bei Nissan Ablehnung hervorgerufen.  

Mitte Dezember 2024 hatte Reuters über einen möglichen Zusammenschluss den beiden Hersteller berichtet; auch Mitsubishi könnte einbezogen werden, hieß es damals. Honda und Nissan seien in Gesprächen, um ihre Beziehung zu vertiefen, sagten damals zwei Quellen. Eine Fusion sei möglich. 

Durch einen Zusammenschluss würde ein über 50 Milliarden Euro schwerer Konzern mit einer Jahresproduktion von 7,4 Millionen Fahrzeugen entstehen. Gemessen am Absatz wäre der entstehende Konzern nach Toyota und Volkswagen der drittgrößte Autokonzern der Welt, so die Nachrichtenagentur.

Bereits im März hatten die beiden japanischen Firmen die gemeinsame Entwicklung von Elektroautos beschlossen. Doch Nissans wachsende Probleme machten nun eine engere Kooperation noch dringlicher. So muss Nissan weltweit 9.000 Stellen und 20 Prozent der Produktionskapazität streichen, um rund 2,5 Milliarden Euro einzusparen. Im November hieß es gar, Nissan habe nur noch 12 bis 14 Monate Zeit, den Turnaround zu schaffen.

Grund für die Misere sind offenbar sinkende Verkaufszahlen in China und den USA sowie ein Gewinneinbruch von 85 Prozent im zweiten Quartal. Aber auch Honda steckt in Schwierigkeiten. Auch hier soll sich die finanzielle Lage verschlechtern und der Elektroauto-Absatz entspricht nicht den Erwartungen. 

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Über die Gespräche zwischen Honda und Nissan hatte zuerst die japanische Zeitung Nikkei berichtet. Dabei war von einer verstärkten technischen Zusammenarbeit die Rede, die zu einer verbesserten Konkurrenzfähigkeit gegenüber Toyota führen solle. Auch die Gründung einer Holding als Dachgesellschaft für Honda und Nissan oder eine Fusion sei besprochen worden, so Insider. Mitsubishi könne ebenfalls einbezogen werden; Nissan ist mit 24 Prozent Anteil der größte Anteilseigner.

Unter dem Strich

Der Elektroauto-Markt in Japan steckt mit nur 87.000 verkauften Fahrzeugen im Jahr 2023 noch in den Kinderschuhen. Umso wichtiger ist der Export, wobei China als weltgrößter Elektroauto-Markt eine wichtige Rolle spielen dürfte. Doch dort tobt ein Preiskrieg, der von Tesla und BYD vorangetrieben wird, und in dem die japanischen Marken zerrieben werden könnten. So suchen Honda und Nissan nun nach Möglichkeiten, ihre Kosten zu senken.

Eine verstärkte Zusammenarbeit oder gar eine Fusion könnte das ermöglichen. Nissan hatte offenbar an eine Fusion unter Gleichen gedacht, doch Honda wollte eine Tochtergesellschaft aus der Firma machen, was für Nissan wohl nicht in Frage kam. Aber warten wir die Entwicklung ab.