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Nissan Leaf: Neue Generation als Erlkönig 

Auf den Fotos wirkt der Wagen wie ein Liftback

Nissan Leaf als Erlkönig
Bild von: Automedia

Der Nissan Leaf ist tot, es lebe der Nissan Leaf. Die 2018 gestartete, zweite Generation des Kompaktwagens lief im Frühjahr 2024 aus, doch ein Nachfolger ist angekündigt. Nun wurde er erstmals als Erlkönig erwischt.

Die Studie Chill Out wurde schon vor drei Jahren präsentiert; schon damals vermuteten wir, dass es sich um einen Vorgeschmack auf den neuen Nissan Leaf handelt. Seitdem ist bekannt, dass es sich bei der neuen Generation nicht mehr um eine Schräghecklimousine, sondern um einen Crossover handelt. Auf den neuen Fotos wirkt das Auto allerdings wie ein Liftback-Modell.

Nissan Leaf als Erlkönig
Foto: Automedia

Ins Auge fallen die kantigen Karosserieformen, die bullig wirkende Front und die nach hinten abfallende Dachlinie. Anders als beim ausgelaufenen Leaf mit seinem Schrägheck endet die Karosserie bei der neuen Generation in einem Stummelheck. Die Karosseriespalte lassen aber erkennen, dass es bei einer großen Heckklappe bleibt. Einen Heckscheibenwischer gibt es aber offenbar nicht mehr:

Ausgelaufener Nissan Leaf: Das Heck

Ausgelaufener Nissan Leaf mit Schrägheck

Nissan Leaf als Erlkönig: Das Heck

Neuer Leaf mit Stummelheck

Die Seitenfenster sind relativ klein. Was die Türgriffe angeht, so sind sie vorne plan in die Karosserie integriert; die hinteren sind offenbar senkrecht in der C-Säule verborgen. Damit orientiert sich der Neuling am Elektro-Megane.

Nissan Chill-out Concept: Die Front

Nissan Chill-out Concept: Die Front

Nissan Ariya 290 kW Evolve+: Das Exterieur

Nissan Ariya

Anders als bei der Studie und beim Ariya ist die Fronthaube des kommenden Leaf ist relativ stark konturiert. An der Front ist ein von links nach rechts durchgehendes Band erkennbar; ob dieses illuminiert ist wie bei der Studie oder nicht (wie beim Ariya), müssen wir abwarten. Darunter scheint es diagonale Formen zu geben, die nach unten innen zeigen. Ob das eine "Bumerang"-Lichtsignatur wie beim Ariya ergibt, bleibt offen. Die Rückleuchten könnten gut genauso aussehen wie bei der Studie:

Nissan Chill-out Concept: Steil abfallendes Heck

Chill-out: Die Heckleuchten im Strich-Design

Nissan Leaf als Erlkönig

Erlkönig: Ebenfalls 2 senkrechte und 3 waagerechte Striche?

In puncto Technik wird der neue Leaf auf AmpR Medium basieren, zuvor als CMF-EV bekannt. Auf dieser Plattform beruhen auch der der Nissan Ariya, der Renault Scenic Electric und der Renault Megane Electric. Der Radstand variiert hier zwischen 2.685 mm (Megane), 2.775 mm (Ariya) und 2.785 mm (Scenic), die Höhe zwischen 1,51 m beim Megane, 1,57 m beim Scenic und 1,65 m beim Ariya.

Zu erwarten ist, dass Akkus und Antriebe ähnlich ausfallen wie bei den AmpR-Medium-Modellen. Möglich sind damit die 40-kWh-Batterie aus Megane, der 60-kWh-Akku aus dem Megane und dem Scenic, der 63-kWh-Akku aus dem Ariya und der 87-kWh-Akku aus dem Ariya und Scenic. Bei den Antrieben sind wir gespannt, ob Nissan auch Allradler anbietet oder wie Renault nur Fronttriebler offeriert. In Frage kämen Fronttriebler mit 96, 160 und 168 kW sowie Allradsysteme mit 225, 290 oder gar 320 kW wie beim neuen Ariya Nismo. In Sachen Reichweite bleibt abzuwarten, ob die bisherige Bestmarke des Scenic mit 87 kWh von 625 WLTP-Kilometern übertroffen wird.

Cockpit des  Renault Megane E-Tech Electric (2023)

Cockpit des Elektro-Megane

Cockpit des Nissan Ariya 290 kW Evolve+

Cockpit des Nissan Ariya

Innen wird der Leaf wohl die Monitorlandschaft vom Ariya übernehmen, das heißt, es wird zwei horizontale Displays nebeneinander geben. Schön fänden wir, wenn auch die schicken Buttons am Armaturenbrett vom Ariya übernommen würden. Auf dem Touchscreen dürfte die neue Nissan-Software laufen, die wie beim Nissan Qashqai Facelift auf dem Google-Betriebssystem Android Automotive basiert. Hier sehen die Navi-Karten aus wie bei Google Maps:

Navi-Karte beim Nissan Qashqai Facelift

Navi-Karte beim Nissan Qashqai Facelift

Gebaut wird der neue Leaf am gleichen Ort wie der alte: im britischen Sunderland (bei Newcastle, an der britischen Ostküste auf Höhe von Nordirland). Dort sollen auch die Elektroversionen des Juke und des Qashqai entstehen. Vorgestellt werden könnte das Auto sogar noch dieses Jahr. Marktstart ist aber nach Gerüchten erst 2026.

Bildergalerie: Nissan Leaf als Erlkönig (10/24)

Unter dem Strich

Der Nissan Leaf sieht als Erlkönig doch deutlich anders aus als die Studie Chill-out von 2021. Der Wagen wirkt wie ein Liftback-Modell. Die Türgriffe werden offenbar gestaltet wie beim Elektro-Megane, die Technik kommt von der Konzernplattform AmpR Medium. Wobei Nissan künftig aber auch technisch eigene Wege gehen will, wie man hört.