BMW stellt Neue-Klasse-Bediensystem mit Panoramic Vision vor
Schmales Projektions-Band unten an der Frontscheibe offenbar für bessere Bespaßung des Beifahrers
Es gehört zu den Charakteristika der Neuen Klasse und soll die Bedienung revolutionieren: Das Panoramic iDrive von BMW. Das System basiert auf einem schmalen Anzeigeband im unteren Bereich der Frontscheibe, Panoramic Vision genannt. Die Softwarebasis bildet das neue BMW Operating System X. In Umrissen wurde das System schon zusammen mit den beiden Neue-Klasse-Studien erklärt, nun wurde es auf der Elektronikmesse CES genauer vorgestellt.
Das neue Anzeige- und Bediensystem kommt in alle neuen BMW-Modelle ab Ende 2025. Premiere feiern dürfte es im Neue-Klasse-SUV, das vermutlich BMW iX3 heißen wird, und danach in die entsprechende Limousine, wahrscheinlich BMW i3 genannt.
Bildergalerie: BMW Panoramic iDrive
Panoramic Vision wird von BMW als Head-Up-Display bezeichnet, wenn auch als Head-up-Display neuer Art. Das heißt, die Inhalte werden auf die Frontscheibe projiziert. Die Anzeige umfasst aber die gesamte Breite, von A-Säule zu A-Säule. Außerdem ist der Hintergrund schwarz und nicht transparent.
Auf der linken Seite oberhalb des Lenkrades werden die wichtigsten Fahrdaten angezeigt. Welche Inhalte in der Mitte und im rechten Bereich präsentiert werden, kann man per Touchscreen bestimmen. Optional kommt ein normales Head-Up-Display oberhalb des Anzeigebandes hinzu. Der von BMW "Zentral Display" genannte Touchscreen hat tatsächlich die Form eines Parallelogramms. Vorteil laut BMW: So kann er nah und ergonomisch ideal am Lenkrad positioniert werden.
Das schwarz hinterlegte Panoramic-Vision-Band und das konventionelle Head-up-Display im Zusammenspiel
Um die gewünschten Inhalte für den mittleren und echten Bereich des Panoramic-Vision-Displays auszuwählen, reicht es, sie vom Touchscreen "nach oben zu wischen". Bis zu sechs Widgets können angezeigt werden, die Anordnung ist ebenfalls personalisierbar.
Personalisieren der sechs Panoramic-Vision-Anzeigeplätze auf dem Touchscreen
Das neue Multifunktionslenkrad wirkt ziemlich "technoid" und futuristisch. Dabei setzt BMW jedoch auf sein "Shy-Tech"-Konzept, das die Technik eher verbergen will als sie in den Vordergrund zu schieben. So werden die Funktionen nur bei Verfügbarkeit durch Illumination der Tasten hervorgehoben. Dabei geben die Tasten ein haptisches Feedback.
Tasten des Multifunktionslenkrads: Links Assistenzsysteme, rechts Lautstärke, Sprachsteuerung, Telefonanrufe etc.
Eine reliefartige Oberfläche der Tasten soll dafür sorgen, dass man die Tasten "blind" bedienen kann, das heißt, ohne den Blick von der Straße abzuwenden. Wie bisher sind Assistenzsysteme links und andere Inhalte rechts am Lenkrad angeordnet.
Im Grunde wurde "Panoramic Vision" schon in der Studie Vision Neue Klasse X gezeigt
BMW will mit seinem neuen Bedienkonzept die optimale Kombination aus analogen und digitalen Bedienelementen gefunden haben. Es gibt physische Bedienelemente für Scheibenwischer, Blinker, zur Einstellung der Außenspiegel, Lautstärkenregelung und für die "Gangwahl" (vermutlich die Modi P, N, R und D). Andere Funktionen sind per Touchpad, Sprache oder am Multifunktionslenkrad wählbar, darunter Telefonie, Mediensteuerung, Navigation und assistiertes Fahren.
Wähler für die Modi P, N, R, D und B: Bei der BMW Vision Neue Klasse X in der Mittelkonsole (Video-Screenshot)
Das neue BMW Operating System X stellt eine hundertprozentige Eigenentwicklung dar. Wie das Vorgängersystem BMW OS 9 basiert es auf einem Android-Open-Source-System. Im Vergleich zum OS 9 wurden die Update- und Upgrade-Fähigkeiten verbessert und soll so die Fahrzeuge über lange Zeit auf dem neuesten Stand der Technik halten.
Zudem ermöglicht das neue System, die Anzeigen der verschiedenen Displays und Bedienelemente optimal aufeinander abzustimmen. So erscheint bei einem eingehenden Anruf eine Grafik auf dem Panoramic-Vision-Band und ein zuvor unsichtbares Symbol auf der entsprechenden Lenkradtaste leuchtet grün auf und zeigt so die Möglichkeit an, den Anruf per Knopfdruck anzunehmen oder ihn mit einer Wischbewegung abzulehnen.
Dreifach gemoppelt: Navigations-Infos im Head-up-Display, im Panoramic-Vision-Band und auf dem Touchscreen
Bei Eingabe eines Navigationszieles per Touchscreen oder Sprachbefehl werden Hinweise zur Routenführung auf dem Head-Up-Display und weitere Informationen über Straßen und Kreuzungen auf dem Panoramic-Vision-Band angezeigt, während eine Übersichtskarte auf dem Touchscreen zu sehen ist.
Und täglich grüßt der Hund: Individualisierung durch persönliche Fotos als Hintergrund
Die Sprachsteuerung wurde offenbar zusammen mit Amazon verbessert, denn am CES-Stand des US-Unternehmens kann man in einem BMW X3 einen ersten Eindruck von den Fähigkeiten gewinnen. Auch komplexere Kommandos sollen verstanden werden, vor allem im Bereich Navigation. So kann man zum Beispiel sagen: "Fahre mich zu einer Ladestation, in deren Nähe ich Lebensmittel einkaufen kann."
Wie bei den aktuellen BMW-Infotainmentsystemen kann das Auto Vorschläge auf Basis des Nutzungsverhaltens machen. Diese Funktion wird mit dem BMW OS X nochmal erweitert. So weist das System auf Assistenzsysteme hin, die man vielleicht noch nicht kennt. Außerdem erinnert das Auto auf geeigneten Strecken an den Sport Mode. Reagiert man mehrmals nicht auf diese Vorschläge, hält sich das System damit in Zukunft zurück. Zudem erweitert das Betriebssystem die Integration von Drittanbieter-Apps. So soll zum Beispiel der Kooperationsdienst Zoom mit der Möglichkeit von Video-Konferenzen hinzukommen.
Unter dem Strich
Allmählich wird klarer, was die neue "Panoramic Vision"-Anzeige in den Neue-Klasse-Fahrzeugen von BMW ist: Es handelt sich um eine Projektion von Inhalten im unteren Bereich der Frontscheibe. Anders als beim konventionellen Head-up-Display reichen die Anzeigen aber von ganz links bis ganz rechts.
Hauptvorteil gegenüber scheibennahen Instrumentendisplays wie beim Citroen e-C3 oder VW ID.7 dürfte die bessere "Bespaßung" von Beifahrer oder Beifahrerin sein. Audi, Porsche, Mercedes und Smart beim #5 gehen hier mit einem Touchscreen vor dem Beifahrersitz einen anderen Weg. Der überzeugt uns mehr, weil der Beifahrer zum Beispiel bei der Navigation helfen kann. Aber wir wollen nicht urteilen, bevor wir das System selbst gesehen haben ...
Quelle: BMW
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