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BMW M3 mit Elektroantrieb: Hat das Auto Radnabenmotoren? (Update)

Neue Erlkönigbilder der viermotorigen Sportversion, die 2026 vorgestellt werden soll

BMW M3 Elektro (2026) Erlkönig
Bild von: Automedia

Update vom 27. März 2025: Frische Erlkönigbilder zeigen den Elektro-M3 bei rasanten Tests auf dem Nürburgring. Angeblich wird die Power-Limousine Ende 2026 offiziell präsentiert und kommt Anfang 2027 in den Handel.

Bildergalerie: BMW M3 Elektro (2026) Erlkönig

Die Sportversion der kommenden Neue-Klasse-Limousine wird derzeit in Schweden auf Wintertauglichkeit getestet. Dabei wurde das Modell nun als Erlkönig erwischt. Es wird oft als Elektroversion des M3 bezeichnet; die offizielle Modellbezeichnung ist noch nicht bekannt. Da die bürgerliche Version wohl i3 heißen wird, wäre "iM3" logisch. Aber vielleicht ist das nicht die beste Lösung, weil es sich auf Englisch ähnlich wie "I am three" anhört.

Das Modell wurde jedenfalls von BMW schon offiziell bestätigt. Nach Gerüchten soll es 2026 vorgestellt werden und 2027 auf den Markt kommen.

Bildergalerie: BMW M3 mit E-Antrieb als Erlkönig

Kürzlich hatte BMW das Auto schon mal mit der gleichen Tarnung in M-Farben gezeigt. Doch die neuen Erlkönigbilder erlauben es, einige Details genauer zu beleuchten. Am interessantesten ist für uns ein Blick auf die Räder. Die Scheibenbremsen sind großzügig dimensioniert; sie nehmen den gesamten verfügbaren Platz in den Leichtmetallrädern ein. Sie sind an beiden Achsen gelocht, um die Hitze schneller abführen zu können.

Aber jetzt kommt es: Wenn man sich die "Innereien" der Räder genauer ansieht, fällt einem ein runder Aufsatz auf der Bremsscheibe auf. Für uns sieht das aus wie ein Radnabenmotor, aber sehen Sie selbst:

BMW M3 mit Elektroantrieb: Die Bremsen am Hinterrad

BMW M3 mit Elektroantrieb: Die Bremsen am rechten Hinterrad

Bild von: Automedia

Im Herbst 2023 hatte Technikvorstand Frank Weber gesagt, die Neue Klasse sei "für vier unabhängig voneinander arbeitende elektrische Maschinen mit bis zu einem Megawatt ausgelegt". Ob es sich um Radnabenmotoren handelt, wissen wir nicht; es könnten auch radnahe Motoren sein wie etwa bei der Mercedes G-Klasse EQ. Aber aus unserer Sicht sprechen die Bilder für Radnabenmotoren. Am rechten Vorderrad ist es schwerer zu erkennen, aber auch hier erkennt man einen ringförmigen Aufsatz auf der Bremsscheibe:

BMW M3 mit Elektroantrieb: Das rechte Vorderrad im Detail

BMW M3 mit Elektroantrieb: Das rechte Vorderrad im Detail

Bild von: Automedia

Jedenfalls dürfte unser Elektro-M3 von einem Elektromotor pro Rad angetrieben werden. Mit dem "Megawatt" hat Weber vermutlich nicht die maximale Systemleistung, sondern eher die Summe der Motorleistungen gemeint. Es müssen ja nicht alle vier Maschinen gleichzeitig voll powern.

1.000 kW scheinen für einen M3 auch etwas zu viel zu sein; der aktuelle M3 Competition mit Sechszylinder hat 390 kW. Die vier Motoren jedenfalls ermöglichen ein aktives Torque Vectoring, das heißt, man kann die Antriebskraft an jedem einzelnen Rad situationsgerecht per Software festlegen (während bei passivem Torque Vectoring nur die kurveninneren Räder gebremst werden). 

Die Türgriffe sind wie beim normalen BMW i3 komplett karosseriebündig. Das heißt, sie haben auch keine Griffmulde wie etwa beim BMW i4 oder i5. Sie dürften automatisch ausfahren, wenn sie benötigt werden. Der ausgefahrene Zustand ist auf den offiziellen Bildern von BMW zu sehen:

Bildergalerie: BMW Neue Klasse M3 Limousine offizielle Bilder

Der Ladeslot befindet sich wie gehabt rechts hinten. Der Hofmeister-Knick an der hinteren Dachsäule wird offenbar zur Tarnung hinter einer kleinen Blende versteckt. Wie die C-Säule aussehen wird, wissen wir aber von der Studie:

BMW Vision Neue Klasse (2023)

BMW Vision Neue Klasse (2023)

Das Heck ist noch gut getarnt; der Ausschnitt des Kofferraumdeckels ist zu erkennen. Die Neue-Klasse-Studie hatte großflächige Rückleuchten, die hier nicht zu sehen sind – vielleicht wurde ein anderer Kofferraumdeckel eingebaut.

BMW M3 mit Elektroantrieb als Erlkönig

BMW M3 mit Elektroantrieb als Erlkönig

Bilder von: Automedia
BMW Vision Neue Klasse (2023)

BMW Vision Neue Klasse (2023)

Die Erlkönigfotografen von Automedia wollen auf den Bildern schon Teile des Cockpits erkannt haben, einschließlich des Panoramic-Vision-Displays am unteren Rand der Windschutzscheibe. Wir bezweifeln nicht, dass der Elektro-M3 das kriegt, aber ehrlich gesagt: Auf den Bildern sehen wir es nicht.

BMW M3 mit Elektroantrieb: Ein flüchtiger Blick ins Cockpit

BMW M3 mit Elektroantrieb: Ein flüchtiger Blick ins Cockpit

Bild von: Automedia

Während der BMW iX3 auf Basis der Neuen Klasse schon dieses Jahr startet, folgt die Limousine (die wahrscheinlich i3 heißt) erst 2026, und der Elektro-M3 wohl noch danach. Laut Automedia soll der Wagen erst Anfang 2027 bei den Händlern stehen. Und Verbrenner-Fans brauchen keine Angst zu haben: Es wird auch eine fossil angetriebene Version geben.

BMW i3 als Rendering: Die Front

BMW i3 als Rendering: Die Front

Bilder von: Motor1
BMW i3 als Rendering: Das Heck

BMW i3 als Rendering: Das Heck

Unter dem Strich

Die Mittelklasselimousine der Neuen Klasse wird es auch in einer Sportversion mit vier Elektromotoren geben, die radindividuell gesteuert werden. Soweit war das bekannt. Doch ein genauerer Blick auf die Räder eines Erlkönigs legen nahe, dass es sich um Radnabenmotoren handelt.

Das würde wohl bedeuten, dass es kein Getriebe gibt, also keine Untersetzung. Das aber bedeutet, dass der Motor nur so schnell drehen kann wie sich das Rad dreht – was nicht effizient ist, wie wir aus dem oben verlinkten Interview wissen. Ob sich BWM tatsächlich für diese Lösung entschieden hat, weil der Stromverbrauch bei einem Sportmodell sekundär ist? Es sieht für uns so aus, aber ganz sicher sind wir nicht.