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Opel Vivaro Hydrogen nun für 71.500 statt für 100.000 Euro

Brennstoffzellen-Transporter wurde rund 40 Prozent günstiger

Opel Vivaro Hydrogen (2025) vor dem bayerischen Wirtschaftsministerium in München
Bild von: Opel

Premiere beim "Schaufenstertag" zur Wasserstoff-Mobilität in München: Opel stellt eine neue Version seines Brennstoffzellen-Transporters auf Basis des Vivaro vor. Das Modell trägt erstmals den "Opel Vizor", also die glänzend schwarze Blende an der Front. Außerdem ist es 40 Prozent günstiger als der Vorgänger, wenngleich mit 71.500 Euro noch immer kein Schnäppchen. 

Beim Schaufenstertag zur Wasserstoff-Mobilität am gestrigen Dienstag (11. März) standen neben dem Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur diverse Pilotprojekte und Fahrzeuge im Fokus. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und wurde von Staatssekretär Tobias Gotthardt eröffnet. Für Opel und Stellantis sprach Lars Peter Thiesen, Leiter Einführungsstrategie Wasserstoff und Brennstoffzelle, über „Leichte Nutzfahrzeuge mit Wasserstoff“.

Opel Vivaro Hydrogen (2025): Tobias Gotthardt, Bayerischer Wirtschafts-Staatssekretär (rechts), und Lars Peter Thiesen, Brennstoffzellen-Fachmann bei Stellantis

Tobias Gotthardt, Bayerischer Wirtschafts-Staatssekretär (rechts), und Brennstoffzellen-Fachmann Lars Peter Thiesen sehen sich die Innereien des Vivaro Hydrogen an

Bild von: Opel

Zugleich präsentierte Opel erstmals den neuen Vivaro Hydrogen. Das Wasserstoff-Fahrzeug ist der Nachfolger des 2021 vorgestellten Vivaro-e Hydrogen. Die Brennstoffzellen-Technik steckt nun im Gewand der jüngsten Vivaro-Generation mit "Opel Vizor" und verbesserten Assistenzsystemen.

An der Technik scheint sich nichts geändert zu haben, doch der Preis sank deutlich: "Der Vivaro Hydrogen bietet nun alle Vorteile der Vorgängergeneration plus einen frischen Auftritt – und das Ganze zu für die Kunden signifikant gesenkten Preisen", so Thiesen. Der Einstiegspreis für den bald bestellbaren neuen Vivaro Hydrogen liegt bei rund 71.500 Euro netto – das sind etwa 40 Prozent weniger als bisher. Zum Vergleich: Die Elektroversion ist ab rund 40.000 Euro netto zu haben. Der deutlich niedrigere Preis wurde dadurch möglich, dass die Brennstoffzellen-Transporter mit dem Übergang zur neuen Generation nun auch von Stellantis selbst produziert werden. 

Nach dem Start der jüngsten Vivaro Generation im Jahr 2024 bereichert nun eine Wasserstoff-Version das Portfolio. Sie kombiniert ein Brennstoffzellensystem mit einer aufladbaren "Plug-in-Batterie". Vollgetankt sind damit über 400 Kilometer im WLTP-Zyklus möglich – während die Elektroversion selbst mit der größeren Batterie (75 kWh) nur 351 km schafft.

Als weiteren Vorteil nennt Opel, dass niedrige Außentemperaturen anders als bei batterieelektrischen Antrieben kaum Einfluss auf die Reichweite haben. Zudem dauert das Auftanken mit Wasserstoff nur wenige Minuten. Die Ladekapazität liegt wie bei den Modellbrüdern bei bis zu 6,1 Kubikmetern, die Zuladung beträgt eine Tonne.

Bildergalerie: Opel Vivaro Hydrogen (2025)

In seiner Rede betonte Gotthardt die Bedeutung von Wasserstoff: "Mit Wasserstoff bringen wir die Energiewende voran, ohne die Industrie an die Wand zu fahren." Gerade im Güter- und Personenverkehr gebe es für den Energieträger Vorteile. Ähnlich sehen das offenbar Opel und der Mutterkonzern Stellantis. Man habe "als erster Hersteller leichte Nutzfahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb auf die Straße gebracht", so Thiesen.

Der Wasserstoff-Transporter sei die ideale Lösung für Betriebe, die ihre Flotten intensiv nutzen oder eine hohe Reichweite benötigen. Als Beispiele nennt der Hersteller Service-Techniker, die ihr Fahrzeug abends mit nach Hause nehmen, dort aber nicht aufladen können. Aber auch Unternehmen, die keinen passenden Stromanschluss für das Laden großer Fuhrparks haben, profitieren von der Wasserstoff-Version, erklärt Thiesen.

Voraussetzung sind natürlich genug Tankstellen. Die EU forciert mit der Alternative Fuels Infrastructure Regulation (AFIR) den Ausbau des Netzes. Die AFIR schreibt vor, alle 200 Kilometer an großen Autobahnen sowie an Knotenpunkten Wasserstoff-Stationen zu errichten. So soll die Zahl der öffentlichen 700-bar-Tankstellen von heute rund 150 bis 2030 auf mindestens 500 anwachsen.

Diese Tankstellen sind allerdings nur rentabel, wenn sie von genug Wasserstoff-Fahrzeugen genutzt werden. Sinnvoll sei es, neben einer Basis-Flächendeckung auch Schwerpunkte im Umfeld großer Städte mit vielen Wasserstoff-Abnehmern zu schaffen“, führt Thiesen aus. Die Aufgabe sei "nicht von heute auf morgen zu stemmen", doch Opel und Stellantis treibe die Entwicklung gemeinsam mit weiteren Beteiligten voran.

Unter dem Strich

Die Wasserstoff-Version des neuen Opel Vivaro kostet 40 Prozent weniger als der Vorgänger. Nun sind es nur noch 71.500 Euro ohne Mehrwertsteuer. Demnach muss der Vorgänger und 100.000 Euro gekostet haben. Das ist heftig.

Der Vivaro Hydrogen schafft wie gehabt rund 400 km am Stück und damit etwa 50 km mehr als die Elektroversion. Das klingt gut, aber der VW ID. Buzz Pro sticht mit 461 km Reichweite beide aus. Und diesen Kastenwagen gibt es für einen Listenpreis von etwa 48.000 Euro. Zugegeben, das Aufladen dauert 26 Minuten, mit Wasserstoff geht es schneller weiter. Aber auch die beste Handwerkerin, der beste Päckchenlieferant braucht eine Mittagspause. Und eine Ladesäule findet sich allemal leichter als eine Wasserstoff-Tankstelle.