MG4 EV Urban (2026) nun auch in Deutschland konfigurierbar
Neue Low-Cost-Variante tritt neben den MG4 EV – mit weniger Reichweite und Power, aber mehr Kofferraum.
In China wurde der MG4 EV Urban schon im März 2025 enthüllt, im Januar 2026 folgte die Markteinführung in Großbritannien, den deutschen Basispreis kennen wir seit Anfang April. Und nun ist das Modell auch in Deutschland konfigurierbar.
Das neue Modell trägt die Bezeichnung MG4 EV Urban; er wird neben dem MG4 EV angeboten. Beides sind kompakte Elektroautos, aber die Urban-Version ist die günstigere und größere Variante. Der Urban basiert auch auf einer anderen Plattform namens E3 und hat Frontantrieb, während der MG4 EV je nach Version Heck- oder Allradantrieb besitzt.
Exterieur
Auf dem MG Tech Day Ende März bot sich für uns die Möglichkeit, den Wagen näher in Augenschein zu nehmen. Die neue Version hat eine deutlich andere Optik als der MG4 EV. Die Scheinwerfer sind nicht so spitz geformt, die ganze Karosserie weniger gepfeilt. Die Lichtsignatur besteht aus dem Scheinwerfer selbst, einem Strich in Form eines liegenden "L" darunter und zwei Punkten darüber. Zudem befindet sich der Ladeport hier vorne, was zu der neuen Frontantriebs-Architektur passt (weil dann die interne Verkabelung kürzer sein kann).
Die Rücklichter mit der durchgehenden Lichtlinie und den Pfeilen an den Enden lassen an den MG Cyberster denken. Das Design erinnert beim Urban entfernt an den britischen Union Jack:
MG Cyberster (2025): Lichtleiste und Pfeil-Optik
MG4 EV für China (2025): Lichtleiste und andere Pfeile
Darüber hinaus ist die neue Variante fast elf Zentimeter länger als der MG4 EV; auch Radstand und Höhe sind größer. So ist es kein Wunder, dass auch der Kofferraum deutlich größer ausfällt:
| Länge | Breite | Höhe | Radstand | Kofferraum | |
| Neuer MG4 EV Urban | 4.395 mm | 1.842 mm | 1.549 mm | 2.750 mm | 470–1.362 Liter |
| MG4 EV in Deutschland | 4.287 mm | 1.836 mm | 1.504 mm | 2.705 mm | 388–1.164 Liter |
| Differenz | + 11 cm | +/- 0 cm | + 5 cm | + 5 cm | + ca. 100 bzw. 200 Liter |
Das Cockpit des MG4 EV Urban (2026): Relativ kleines Instrumentendisplay, aber der gleiche Touchscreen wie im MG4 EV
Der cW-Wert wird mit 0,263 angegeben. Die Einstiegsversion Active wird stets in Dynamic Red lackiert. Ab Comfort sind sechs weitere Außenfarben verfügbar: Zu den bekannten MG-Lacken Arctic White, Camden Grey, Cosmic Silver, Black Pearl und Holborn Blue kommt der neue Farbton Stone Green.
Interieur
Innen erinnert vieles an den neuen MG4 EV. Der 12,8-Zoll-Touchscreen und das Lenkrad wurden offenbar unverändert übernommen. Auch hier lassen sich die Außenspiegel über eine Vierwege-Wippe einstellen. Aber das Instrumentendisplay misst nur 7 Zoll wie bei MG4 Electric und ist deutlich kleiner als beim MG4 EV, wo 10 Zoll geboten werden.
MG4 EV Urban (2026): Der Innenspiegel ist extrem wackelig angebracht
Der Innenspiegel aber hängt sehr wackelig an einem Knopf; er ist ähnlich befestigt wie früher die Zusatz-Navis für die Frontscheibe. Auch an den Materialien wurde gespart. So gibt es hier an etlichen Stellen Hartplastik, auch wenn die Metallleiste und die doppelten Nähte vor dem Beifahrersitz schick und hochwertig wirken.
Die Platzverhältnisse sind gut. Im Fond bleibt beim 1,75 Meter großen Autor genug Platz vor den Knien und über dem Kopf. Einen Frunk besitzt der Fronttriebler nicht. Dafür gibt es einen recht ordentlichen Kofferraum, dessen Volumen von der deutschen Presseabteilung mit 470 bis 1.362 Litern angegeben wird. Vermutlich sind das die Werte nach deutscher VDA-Norm, die britischen sind höher. Unter dem Ladeboden verbirgt sich – ähnlich wie beim Ford Puma Gen-E – noch ein großes Fach, das wir leider nicht fotografiert haben. Es fasst stolze 98 Liter.
Antriebe und Akkus
In Deutschland werden zwei Motor-Akku-Kombinationen angeboten, die nach der Bruttokapazität der Batterien (43 bzw. 54 kWh) benannt werden. Das ist sinnvoll, da sich die Varianten bei der Antriebsleistung nur um 8 kW unterscheiden. Da sie beide das gleiche Drehmoment haben, ist zu vermuten, dass es sich um die gleiche Motoren-Hardware handelt. Der Akku hat eine Cell-to-Body-Architektur. Das heißt, die Zellen werden direkt zum Batteriepaket zusammengestellt und die Batterie übernimmt auch strukturelle Aufgaben. MG hat angekündigt, ab Ende des Jahres auch eine Halbfestkörperbatterie im MG4 EV Urban anzubieten.
Hier die technischen Daten der zwei aktuellen Versionen. Wir haben die noch spärlichen Angaben für Deutschland durch die entsprechenden Werte für Großbritannien ergänzt:
| MG4 EV Urban 43 kWh | MG4 EV Urban 54 kWh | |
| Antrieb | FWD 110 kW, 250 Nm | FWD 118 kW, 250 Nm |
| 0–100 km/h | 9,6 Sek. / 160 km/h | 9,5 Sek. / 160 km/h |
| WLTP-Verbrauch | 15,5 kWh | 15,3–15,5 kWh |
| Akku netto | 42 kWh (LFP) | 53 kWh (LFP) |
| WLTP-Reichweite | 325 km | 406–416 km |
| Ladeleistung AC/DC | 11 / 82 kW | 11 / 87 kW |
| DC-Ladedauer | 28 min | 30 min |
Es gibt vier Fahrmodi sowie vier Modi für die Rekuperation plus einen fürs One-Pedal-Driving. Lenkradwippen gibt es nicht, die Modi werden über den Touchscreen gewählt. Mehr Details zum MG4 EV Urban finden Sie im vorläufigen PDF-Pressekit.
Ausstattung, Preise und Konkurrenten
Die Preise beginnen bei 24.990 Euro; für die Long-Range-Variante mit großer Batterie zahlt man mindestens 28.490 Euro, dann aber mit besserer Ausstattung. Insgesamt gibt es vier Versionen:
| MG4 EV Urban 43 kWh | MG4 EV Urban 54 kWh | |
| Preis Active | 24.990 Euro | — |
| Preis Comfort | 27.190 Euro | 28.490 Euro |
| Preis Premium | — | 31.490 Euro |
Zur Serienausstattung zählen unter anderem Voll-LED-Scheinwerfer, hintere Parksensoren, Leichtmetallräder, Klimaautomatik, One Pedal Driving, schlüsselloser Zugang sowie Audio- und Navigationssystem. Aufpreispflichtige Extras gibt es nicht, auch für Farben zahlt man nicht extra. MG bietet wie für alle aktuellen europäischen Modelle sieben Jahre (150.000 km) Garantie auf das Auto.
Der MG4 Electric war 2024 mit rund 12.000 verkauften Exemplaren noch das weitaus meistverkaufte China-Modell. 2025 wurden jedoch nur noch etwa 5.600 Stück abgesetzt. Kürzlich wurde er durch den MG4 EV mit sehr ähnlicher Optik ersetzt. Dieser konkurriert mit dem VW ID.3, dem Renault Megane Electric und dem Kia EV4.
Der günstigere MG4 EV Urban tritt mit Preisen ab etwa 25.000 Euro gegen günstige Modelle wie das Pärchen Citroën e-C3 Aircross/Opel Frontera Electric, den Hyundai Inster oder den VW ID. Polo an. Denn Modelle der gleichen Klasse, wie der VW ID.3 Neo (ab 33.995 Euro, mit Herstellerrabatt ab 29.995 Euro) oder Opel Astra Electric (ab 37.990 Euro), sind deutlich teurer.
Unter dem Strich
Den MG4 EV gibt es erst ab 42.990 Euro; als günstiges Einstiegsmodell tritt nun der MG4 EV Urban an seine Seite. Das Auto gibt es in Deutschland bereits ab knapp 25.000 Euro. Damit ist es deutlich günstiger als der VW ID.3 Neo oder der Opel Astra Electric, liegt preislich eher auf dem Niveau eines B-Segment-Fahrzeugs.
Mit 110 bzw. 118 kW ist das Auto eher schwach motorisiert, aber für die Stadt reicht es sicher – auch der Opel Astra Electric hat schließlich nur 115 kW, der VW ID.3 Neo bietet in der Basisversion 140 kW. Mit 4,40 Meter ist der Urban ähnlich groß wie der Astra und dürfte entsprechend viel Kofferraum bieten. So könnte der Urban die mehr auf Alltagstauglichkeit ausgerichtete Version werden, während sich der MG4 EV eher sportlich gibt.
Letzte Änderung am 29. April 2026: Eingefügt, dass das Modell nun konfigurierbar ist, ID.3 Pure durch 140-kW-Version des ID.3 Neo ersetzt.
Quelle: MG Österreich, Britische Broschüre, Autocar, CarNewsChina
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