Zum Hauptinhalt springen

Lucid Gravity Grand Touring: Siebensitzer mit 926-Volt-Technik

Technisch hoch entwickeltes Fünf-Meter-Schiff startet im Herbst auch bei uns

Lucid Gravity Grand Touring (2025)
Bild von: Lucid Motors

Auf die Elektrolimousine Lucid Air folgt das große Elektro-SUV namens Gravity: Lucid Motors präsentiert die Version Grand Touring in den USA. Der Siebensitzer bietet 609 kW Antriebsleistung und sprintet damit in 3,6 Sekunden auf 100 km/h. Die 123-kWh-Batterie sorgt für 724 km Reichweite nach der anspruchsvollen amerikanischen EPA-Norm.

Der Lucid Gravity lässt sich auch sehr schnell aufladen: In elf Minuten soll man Strom für rund 320 km nachladen können. Dazu kommen noch eine serienmäßige Luftfederung, optional eine Hinterachslenkung und ein riesiges 34-Zoll-Display. In Europa soll der Lucid Gravity Grand Touring im Herbst 2025 "gelauncht" bzw. "eingeführt" werden – vermutlich bedeutet das, er ist dann bestellbar.

Bildergalerie: Lucid Gravity (2025, eigene Bilder)

Der Lucid Gravity misst 5,03 Meter in der Länge und ist 1,66 m hoch. Damit ist er etwa so lang wie ein Kia EV9 oder Volvo EX90, aber deutlich niedriger (EV9: 1,76 m, EX90: 1,74 m). Wie diese Konkurrenten ist auch der Gravity optional ein Siebensitzer.

Lucid Gravity (2025)

Der Frunk des Lucid Gravity, hier mit Sitzpolstern

Bild von: Tim Levin/InsideEVs
Lucid Gravity Grand Touring (2025)

Der Kofferraum mit umgeklappten Rücksitzen

Bild von: Lucid Motors

Die zweite und dritte Sitzreihe lassen sich je nach Bedarf flach zusammenklappen. Die Siebensitzer-Variante bietet so bis zu 3.140 Liter Laderaum, die Fünfsitzer-Version liegt sogar bei etwa 3.400 Liter. Selbst voll besetzt bleiben noch 590 Liter Kofferraum. Dazu kommt noch ein Frunk. Zudem kann der Gravity bis zu 2,7 Tonnen schwere Anhänger schleppen. Das einstellbare Luftfahrwerk soll komfortables Reisen ermöglichen, die Hinterachslenkung die Agilität und Wendigkeit erhöhen. 

Wie beim Lucid Air arbeitet die Batterie auch beim Gravity mit 926 Volt Spannung, was schnelles Laden ermöglicht. An 1.000-Volt-Säulen sollen bis zu 400 kW Ladeleistung möglich sein, an 500-Volt-Säulen immer noch bis zu 225 kW. An den "langsameren" Säulen verwendet Lucid die Heckmotor-Antriebseinheit, um die 500 Volt der Säule auf die 926 Volt der Traktionsbatterie zu heben. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lösungen soll diese Technik die maximale Ladeleistung aus der Ladesäule herausholen – während bei anderen Modellen mit Bankladen (zum Beispiel Audi A6 e-tron) oder Booster (zum Beispiel Zeekr 7X) die Ladeleistung oft deutlich geringer ist.

Lucid Gravity Grand Touring (2025)
Bild von: Lucid Motors

Innen gibt es eine neue Version des "Clearview"-Cockpits. Dazu gehört ein extrem breites, leicht gekrümmtes 34-Zoll-Display mit OLED-Technik. Dazu kommt ein horizontal ausgerichtetes "Pilot-Panel" mit Schnellzugriff-Touch-Leiste. Optional kommt noch ein Head-up-Display mit Augmented-Reality-Funktion hinzu. Hinter den Anzeigen steckt das neue Betriebssystem Lucid UX 3.0.

Nach dem Test unserer US-Kollegen bietet der Wagen unglaublich viel Platz im Innenraum, obwohl er kleiner ist als Konkurrenten wie der fast 5,70 m lange Cadillac Escalade IQ. Im Vergleich mit dem Escalade, der wie ein Riesenschiff wirkt, fährt sich der Gravity fast wie ein Sportwagen, so Tim Levin. Das Auto sei leise, gut gefedert und dank der Hinterradlenkung wendig.

Mit 1,85 m Körpergröße passte Tim "bequem in die zweite und dritte Sitzreihe", schreibt er. Außerdem biete der Gravity eine rekordhohe EPA-Reichweite und die schnellsten Ladegeschwindigkeiten in Amerika. Der Escalade hat mit 748 km zwar noch etwas mehr Reichweite, braucht dafür aber eine riesige 205-kWh-Batterie, was das Auto schwer macht und ein Grund dafür ist, warum es sich nicht sehr gut fährt.

Die Benutzeroberfläche des Gravity sei zumindest eine Verbesserung gegenüber dem Air, auch wenn (noch) nicht alle Funktionen funktionierten. Doch zweifelt der Kollege, ob sich wirklich genug Kundschaft für das doch ziemlich hochpreisige Fahrzeug finden werden. 

 

Der Lucid Gravity Grand Touring ist in den USA ab 94.900 Dollar erhältlich; damit ist das SUV erstaunlicherweise günstiger als der Air Grand Touring, für den 110.900 Dollar verlangt werden. Noch 2025 soll die Version Touring für 79.900 Dollar folgen. In Europa werden beide Modelle ab Herbst 2025 eingeführt. Die Preise für Deutschland verrät Lucid noch nicht.

Bildergalerie: Lucid Gravity (2025, eigene Bilder)

Unter dem Strich

Lucid stellt die erste Motorisierung seines großen SUVs vor. In den USA kostet das technisch hochentwickelte Siebensitzer-SUV knapp 95.000 Dollar, was derzeit weniger als 83.000 Euro entspricht. In Deutschland wird das Auto aber wohl teurer sein.

Denn der Lucid Air Grand Touring wird in den USA für 110.900 Dollar angeboten, bei uns werden jedoch 129.900 Euro verlangt, also zahlenmäßig 17 Prozent mehr. Wenn Lucid beim Gravity ähnlich viel aufschlägt, dürfte es den Gravity Grand Touring für rund 111.000 Euro geben. Zum Vergleich: Für den halbwegs vergleichbaren Mercedes EQS SUV 580 4Matic (Sprintzeit 4,8 Sekunden, 654 km WLTP-Reichweite) zahlt man mit Herstellerrabatt rund 144.000 Euro.

Bildergalerie: Lucid Gravity Grand Touring (2025)