Kia EV5 (2026) nun auch als 195-kW-Allradler und als GT
Der ID.4-Gegner erhält Verstärkung: Neben dem Frontantrieb gibt es nun zwei Allradler, darunter eine 225 kW starke GT-Version.
Den Kia EV5 gibt es nun auch mit Allradantrieb sowie als GT-Sportversion. Bei der Weltpremiere auf der IAA im Herbst 2025 wurde nur ein 160 kW starker Fronttriebler präsentiert. Nun folgen ein "bürgerlicher" Allradler mit 195 kW sowie die GT-Variante mit einem 225 kW starken Allradantrieb.
Die 195-kW-Version ist ab 52.990 Euro zu haben, der GT kostet 59.990 Euro. Beide neuen Versionen stehen bereits in den Preislisten, sind aber derzeit noch nicht konfigurierbar. Die Auslieferungen der AWD-Versionen starten im Juli.
Der EV5 ist ein 4,61 Meter langer Konkurrent des VW ID.4. Das Modell basiert auf der Electric-Global Modular Platform (E-GMP). Anders als die größeren Modelle EV6 etc. hat er aber kein 800-Volt-System und keinen Heckantrieb, sondern Frontantrieb und 400 Volt.
Antriebe/Akku | Exterieur | Interieur | Preise/Rivalen
Antriebe und Batterie
Alle Varianten besitzen einen Akku mit 81,4 kWh brutto und etwa 78 kWh netto; dieser wurde offenbar vom Kia EV3 und EV4 Long Range übernommen. Neben dem ursprünglich allein angebotenen 160-kW-Antrieb von Vitesco werden nun zwei Allradantriebe offeriert. Bei diesen kommen vorne schwächere Permanentmagnet-Synchronmotoren (PSMs) zum Einsatz, hinten wird ein 70-kW-Asynchronmotor (ASM) hinzugefügt. Hier zunächst die wichtigsten Daten:
| Kia EV5 FWD 160 kW |
Kia EV5 AWD 195 kW |
Kia EV5 GT AWD 225 kW |
|
| Antrieb | FWD 160 kW | AWD 195 kW (125 + 70 kW) |
AWD 225 kW (155 + 70 kW) |
| 0-100 km/h / Vmax | 8,4 Sek. / 165 km/h | 7,3 Sek. / 180 km/h | 6,2 Sek. / 180 km/h |
| WLTP-Verbrauch | 16,9-17,8 kWh | 18,1 kWh | 18,6 kWh |
| Akku netto / brutto | ca. 78 / 81,4 kWh | ca. 78 / 81,4 kWh | ca. 78 / 81,4 kWh |
| WLTP-Reichweite | 505-530 km | 491 km | 476 km |
| Anhängelast | 1.200 kg | 1.800 kg | 1.800 kg |
| Basispreis | 45.990 Euro | 52.990 Euro | 59.990 Euro |
Zu den Vorteilen der Allradvarianten gehören neben den verbesserten Fahrleistungen und der erhöhten Traktion auch die bessere Eignung als Zugfahrzeug: Mit den beiden AWD-Versionen kann man 1.800 Kilo schwere Anhänger ziehen. Zu den Nachteilen gehören der erhöhte Verbrauch und die verringerte Reichweite.
An Schnellladestationen kann der Akku unter optimalen Bedingungen mit bis zu 150 kW geladen werden. Dann soll der Standard-Ladevorgang (von 10 auf 80 Prozent) rund 30 Minuten dauern:
| Kia EV5 FWD 160 kW |
Kia EV5 AWD 195 kW |
Kia EV5 GT AWD 225 kW |
|
| Ladeleistung AC / DC | bis 11 / 150 kW | bis 11 / 150 kW | bis 11 / 150 kW |
| DC-Ladedauer 10-80% | 30 min | 30 min | 30 min |
| DC-Ladegeschwindigkeit | 1,8 kWh/min | 1,8 kWh/min | 1,8 kWh/min |
| Reichweite-Nachladen | bis 12,4 km/min | 11,4 km/min | 11,1 km/min |
Aus der von EV-Database genannten, ungefähren Nettokapazität von 78 kWh errechnet sich eine Ladegeschwindigkeit von 78 kWh x 0,7 / 30 min = 1,8 kWh/min. Das ist ein ordentlicher Wert; der VW ID.4 ist mit 1,9 kWh/min etwas besser. Analog kann man einen Wert fürs Reichweite-Nachladen errechnen. Hier ergeben sich für die 160-kW-Version maximal 530 km x 0,7 / 30 min = 12,4 km/min. Das heißt, pro Minute Ladezeit kann man Strom für weitere 12 km nachtanken. Auch hier liegt der VW etwas besser (14,2 km/min).
Das Rekuperationssystem i-Pedal 3.0 ermöglicht laut Kia das One-Pedal-Driving. Das Smart Regeneration System Plus ermöglicht auch eine automatische Anpassung der Energierückgewinnung mithilfe von Navigationsdaten. So wird vor Kreuzungen, Kurven oder Kreisverkehren automatisch stärker rekuperiert. Ein neues Thermomanagement soll nicht nur die Kabine effizient erwärmen, sondern gleichzeitig auch die Akkutemperatur bei niedrigen Temperaturen stabil halten.
Der EV5 unterstützt bidirektionales Laden. Die optionale Vehicle-to-Load-Funktion (V2L) ermöglicht die Versorgung externer Geräte mit bis zu 3,6 kW über eine 220-Volt-Steckdose im Innenraum oder einen Adapter am Ladeanschluss. Auch auf V2X-Technologien wie Vehicle-to-Home oder Vehicle-to-Grid ist das Auto vorbereitet.
Bildergalerie: Kia EV5 GT-Line 2026 (mit Sitzprobe)
Exterieur
Der Elektro-Neuling wird dem gut zehn Zentimeter kürzeren Verbrennermodell Sportage zur Seite gestellt, dem Bestseller unter den Kia-SUVs. Das Design unterscheidet sich jedoch deutlich. Kia setzt also nicht wie BMW auf die gleiche Optik für beide Antriebsarten, wird beim Elektrofahrzeug aber auch nicht zu futuristisch.
| Länge | Breite | Höhe | Radstand | Kofferraum | |
| Kia EV5 | 4.610 mm | 1.875 mm | 1.675 mm | 2.750 mm | 566-1.650 Liter plus 44 Liter Frunk |
An der Front prangt die an Sternbilder erinnernde "Star Map"-Lichtsignatur. Ansonsten wirkt der Wagen recht wuchtig, blockartig und kantig. Dazu passt das Felgendesign, das in manchen Varianten regelrecht quadratisch wirkt (siehe unser Titelbild). Zu den markanten Merkmalen gehört auch die ausgeprägte D-Säule. Abhängig von der Ausstattung rollt der EV5 auf 18-Zoll-Felgen (Basisversion Air) oder 19-Zoll-Rädern in den Versionen Earth und GT-Line. Während der EV3 Bügelgriffe besitzt, sind die Griffe des EV5 versenkt.
Die Rückleuchten passen zur Lichtsignatur vorne, sind aber nicht so "krakelig", sondern recht ruhig.
Interieur
Im EV5 kommt die neueste Generation des Kia-Infotainments zum Einsatz: das "Connected Car Navigation Cockpit" (ccNC). Es besteht aus zwei 12,3-Zoll-Displays für Kombiinstrument und Navigation. Optional gibt es ein Head-up-Display.
Nahtlos verbundene drei Displays im Kia EV5 GT-Line
Zwischen den beiden Displays am Armaturenbrett wird wie beim EV3 und EV4 noch ein 5,3-Zoll-Touchdisplay für die Klimasteuerung eingebaut. Für Temperatur und Lüftung gibt es jedoch auch physische Tasten. Auffällig sind auch die ins Armaturenbrett integrierten "Tasten" unter dem Touchscreen, die eine ähnliche Technik wie im Nissan Ariya zu haben scheinen. Die Lautstärke wird über ein Röllchen unter dem Touchscreen eingestellt.
Die Rücksitze lassen sich vollständig umklappen, wodurch eine ebene Ladefläche mit bis zu zwei Meter Länge entsteht. Ein ausziehbares Staufach in der recht hohen Mittelkonsole sowie weitere Ablagen sollen den Nutzwert erhöhen.
Der EV5 wurde angeblich für jüngere Familien entwickelt. An Platz mangelt es in dem stets fünfsitzigen Modell jedenfalls nicht. So fasst der Kofferraum 566 bis 1.650 Liter. Zum Vergleich: Der VW ID.4 liegt bei 543-1.734 Litern. Anders als der VW besitzt der EV5 vorne auch noch einen 44 Liter großen Frunk.
Sicherheit und Assistenzsysteme
Außer auf Alltagstauglichkeit wurde auch besonderer Wert auf Sicherheit gelegt. So besitzt das Auto sieben Airbags, darunter auch ein Mittenairbag zwischen den Frontsitzen. Auch zahlreiche Assistenzsysteme sind Serie. So überwacht der Frontkollisionswarner 2.0 unter anderem den Querverkehr an Kreuzungen, erkennt Fahrzeuge auf benachbarten Spuren und kann ein Ausweichmanöver einleiten.
Der ebenfalls serienmäßige Autobahnassistent 2.0 erlaubt automatische Spurwechsel und passt in Verbindung mit der navigationsbasierten Geschwindigkeitsregelung das Tempo an Kurven an. Der Spurfolgeassistent 2.0 hält das Fahrzeug mittig in der Fahrspur und nutzt bei fehlenden Fahrbahnmarkierungen das vorausfahrende Fahrzeug als Referenz.
Auch der aktive Totwinkelassistent ist Standard; er kombiniert Lenk- und Bremseingriff. Die Monitoranzeige des toten Winkels ist allerdings aufpreispflichtig. Das Gleiche gilt für den Remote-Parkassistent 2.0, der geeignete Parklücken erkennt und das Fahrzeug selbstständig hinein- oder herausmanövriert – auch fernbedient von außen.
Bildergalerie: Kia EV5 (2026)
Der neue Kia EV5 kann seit dem 8. September 2025 bestellt werden; zu den Händlern rollte er im November 2025. Im selben Monat erfolgten auch schon die ersten Zulassungen. Die Preise beginnen bei 45.990 Euro. Das ist sogar etwas mehr, als das Basismodell des EV6 kostet.
| Kia EV5 FWD 160 kW |
Kia EV5 AWD 195 kW |
Kia EV5 GT AWD 225 kW |
|
| Air | 45.990 Euro | — | — |
| Earth | 48.990 Euro | 52.990 Euro | — |
| GT-Line | 51.990 Euro | 55.990 Euro | — |
| GT | — | — | 59.990 Euro |
Zur Serienausstattung des Air zählen LED-Licht, 18-Zoll-Alufelgen, die Dachreling, elektrisch einstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel, Licht- und Regensensor, die zwei 12,3-Zoll-Displays inklusive Navi, Zweizonen-Klimaautomatik, Parkpiepser vorne und hinten und Rückfahrkamera. Lenkrad- und Sitzheizung sowie die Wärmepumpe gibt es im Winter-Paket für 1.290 Euro Aufpreis.
Bei der 3.000 Euro teureren Version Earth ist das Winter-Paket integriert. Außerdem kommen hier die 19-Zöller zum Einsatz und es gibt einen elektrisch einstellbaren Fahrersitz, eine sensorgesteuerte Heckklappe, induktives Handy-Laden und eine Dreizonen-Klimaautomatik.
GT-Line setzt noch eine Massagefunktion für den Fahrersitz, einen elektrisch einstellbaren Beifahrersitz, Alu-Pedale, ein Ambientelicht, ein Premium-Audiosystem, einen Fernlichtassistenten und die V2L-Fähigkeit drauf. Die zum Start angebotene GT-Line Launch Edition wird nicht mehr angeboten.
Bildergalerie: Kia EV5 GT (2026)
Die Topversion GT setzt auf der Ausstattung des GT-Line auf; das Glasdach ist hier allerdings nur optional für 1.200 Euro verfügbar. Außerdem werden elektronisch gesteuerte Dämpfer (ECS) sowie ein Road Preview System eingebaut, das zum Beispiel Schlaglöcher erkennen kann. Die Funktion Virtual Gear Shift soll die Gangwechsel eines Automatikgetriebes haptisch und optisch simulieren. Außerdem hat der GT exklusive Designdetails und 20-Zoll-Leichtmetallfelgen mit sportlicher Bereifung. Im dunkel gehaltenen Interieur mit Halbschalen-Sportsitzen leuchten Neonakzente. Zum sportlich-edlen Flair soll auch eine variable Ambientebeleuchtung beitragen, die mit den GT-Fahrmodi verknüpft ist.
Die luxuriöse Serienausstattung des GT beinhaltet außerdem elektrisch einstellbare, belüftete "Premium-Relaxation-Sitze" vorn, beim Fahrer inklusive Massagefunktion, Drei-Zonen-Klimaautomatik, ein Soundsystem von Harman Kardon, eine sensorgesteuerte elektrische Heckklappe, eine Wärmepumpe, das Head-up-Display, Fingerabdruckerkennung sowie etliche Assistenzsysteme.
Bei allen EV5 inbegriffen sind die bei Kia übliche Sieben-Jahres-Garantie auf das Fahrzeug, acht Jahre Batteriegarantie (oder 160.000 km) und zwei Jahre Mobilitätsgarantie.
Zu den Rivalen der 160-kW-Version gehört vor allem der VW ID.4, der in der Version Pro mit 210-kW-Heckantrieb und bis zu 572 km Reichweite für 48.635 Euro zu haben ist. Mit 48.900 Euro praktisch gleich teuer ist der technisch größtenteils identische Skoda Enyaq 85. Ein weiterer Konkurrent ist der Opel Grandland Electric mit 157-kW-Frontantrieb, 73-kW-Akku und 521 km Reichweite für knapp 47.000 Euro. Auch das etwas größere Tesla Model Y in den Versionen Standard RWD und Premium RWD ist mehr als nur einen Seitenblick wert.
| Antrieb | Reichweite | Ladegeschwind. | Basispreis | |
| Kia EV5 FWD | FWD 160 kW | bis 530 km | 1,8 kWh/min | 45.990 Euro |
| VW ID.4 Pro | RWD 210 kW | bis 572 km | 1,9 kWh/min | 48.635 Euro |
| Skoda Enyaq 85 | RWD 210 kW | bis 578 km | 1,9 kWh/min | 48.900 Euro |
| Opel Grandland | FWD 157 kW | bis 521 km | ca. 1,5 kWh/min | 46.950 Euro |
| Tesla Model Y Standard RWD | RWD 220 kW | bis 534 km | ca. 1,8 kWh/min | 39.990 Euro |
| Tesla Model Y Premium RWD | RWD 220 kW | bis 622 km | ca. 1,9 kWh/min | 49.990 Euro |
Unter dem Strich
Der Basispreis von knapp 46.000 Euro für den Kia EV5 ist im Vergleich zu den Konkurrenten von VW und Opel angemessen. Doch das Tesla Model Y Standard bietet eine ganz ähnliche Reichweite und vergleichbare Ladeeigenschaften, kostet aber 6.000 Euro weniger. Dabei muss man allerdings bedenken, dass es sich bei dem Tesla um eine abgespeckte Variante handelt, während der EV5 schon in der Basis gut ausgestattet ist. Sitzheizung und Wärmepumpe fehlen bei der Grundversion allerdings.
Letzte Änderung am 3. März 2026: Neue Allradmotorisierungen eingefügt.
Auch interessant
Kia EV3 GT, EV4 GT und EV5 GT bekommen virtuelle Gangwechsel
Neuer Lancia Gamma kommt mit bis zu 740 km Reichweite
Kia EV5 steht auf der IAA und startet Anfang 2026
MG4 EV Urban (2026) im Fahrbericht: Besser als ID. Polo und Co.?
Vitesco startet Fertigung des Elektroantriebs EMR4 in Korea
Ferrari Luce (2026) vorgestellt: Elektro-Erstling mit 772 kW
Kia EV5: Neues Mittelklasse-SUV bekommt ein 400-Volt-System