GAC stellt Aion UT und Aion V auf der IAA vor
Sowohl der ID.3-Konkurrent UT als auch der ID.4-Rivale V sind offenbar für Europa vorgesehen
Der chinesische GAC-Konzern, auch bekannt als Guangzhou Automotive Group, stellt auf der IAA zwei Modelle vor: den Aion 5, den wir hier bereits in Umrissen vorgestellt haben, sowie den Aion UT. Das wurde uns nun offiziell per E-Mail mitgeteilt. Daneben sollen weitere Modelle präsentiert werden, aber diese zwei scheinen im Mittelpunkt zu stehen.
Beide Fahrzeuge werden rein elektrisch angetrieben und gehören in die Kompaktklasse. Offizielle Informationen zu den europäischen Versionen gibt es noch nicht, also haben wir uns bei CarNewsChina über die chinesischen Varianten informiert.
Bildergalerie: GAC Aion UT
Beim GAC Aion UT handelt es sich um einen 4,27 Meter langen und 1,58 m hohen Kompaktwagen, der in China seit Ende Februar auf dem Markt ist. Die Maße der chinesischen Version ähneln denen des VW ID.3:
| Länge | Breite | Höhe | Radstand | |
| GAC Aion UT | 4.270 mm | 1.850 mm | 1.575 mm | 2.750 mm |
| VW ID.3 | 4.264 mm | 1.809 mm | 1.564 mm | 2.770 mm |
In China hat der Aion UT einen 100-kW-Frontantrieb, der mit 35 oder 44 kWh großen Akkus gekoppelt werden kann. So ergeben sich Reichweiten von 330 bzw. 420 km, allerdings nach der wenig anspruchsvollen CLTC-Norm. Nach WLTP werden es wohl ganz grob 20 Prozent weniger sein, also maximal 340 km – was etwa der Reichweite des ID.3 Pure entspricht, der 388 km weit mit einer Ladung kommt.
Die DC-Ladedauer wird mit nur 24 Minuten angegeben, allerdings für den unüblichen, kleinen Ladehub von 30 auf 80 Prozent. Das entspricht bei der größeren Batterie einer Ladegeschwindigkeit von 44 kWh x 0,5/24 min=0,9 kWh/min. Der VW ID.3 Pure mit seinem 52-kWh-Akku erreicht hier 52 kWh x 0,7/25 min=1,5 kWh/min.
Das Cockpit ist typisch chinesisch: Es gibt wenig physische Bedienelemente, dafür aber echt große Monitore. Das Instrumentendisplay misst 8,8 Zoll, der Touchscreen 14,6 Zoll. Dazu kommen rundliche Lüftungsdüsen, eine hohe Mittelkonsole und ein großes Glasschiebedach (1,8 x 1,77 m). Der Kofferraum fasst 440 Liter und damit mehr als der ID. 3, in den nur 385 Liter passen.
Bildergalerie: GAC Aion V (2025)
Während der Aion UT noch recht neu zu sein scheint, hat der GAC Aion V bereits die EU-Homologation erhalten, wie der Hersteller schreibt. In China ist das Elektro-SUV sogar schon seit 2020 auf dem Markt, die zweite Generation startete 2024. Diese ist mit 4,60 Meter Länge und 1,66 m Höhe etwas größer als ein VW ID.4.
Es gibt drei Motor-Akku-Kombinationen, alle Varianten sind Fronttriebler und haben LFP-Akkus verschiedener Größen. Die Basisversion hat laut CarNewsChina 150 kW Antriebsleistung und einen 62-kWh-Akku, die anderen Versionen bieten mit 165 kW ein wenig mehr Power; hier kann man zwischen Batteriekapazitäten von 75 und 90 kWh wählen. Die 400-Volt-Architektur und die Batterien erlauben das Aufladen mit 3C, die Ladedauer ist nicht bekannt.
Innen findet man einen 14,6 Zoll Touchscreen und ein LCD-Instrumentenpanel; stylische Details sind die Türgriffe und Lüftungsschlitze aus Metall. Eine Besonderheit ist das 6,6-Liter-Fach in der Mittelkonsole, das von -15 bis 50 Grad gekühlt bzw. geheizt werden kann. Der Kofferraum bietet 427 bis 987 Liter.
Unter dem Strich
Immer mehr China-Marken versuchen in Deutschland einen Fuß in die Tür zu bekommen; nun versucht es GAC. Dass etwas daraus wird, ist alles andere als sicher. Das zeigt das Beispiel Zeekr: Wir haben schon drei Fahrzeuge der Geely-Marke getestet und fanden sie gut, aber in Deutschland ist das Fabrikat nach wie vor nicht zu haben. Die Fahrzeuge von Nio und Ora kann man kaufen, werden aber größtenteils verschmäht, und auch Xpeng hat es nicht leicht. Einzig MG und neuerdings BYD haben sich mit nennenswerten Elektroauto-Stückzahlen in Deutschland etabliert. Wir sind gespannt, wie es GAC ergeht.
Quelle: GAC (per E-Mail), CarNewsChina (Aion UT), CarNewsChina (Aion-UT-Test), CarNewsChina (Aion V)
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