Cayenne Electric mit 400, 600 oder 1.000 PS – und Aero-Klappen
Großes Porsche-SUV startet 2026 mit 108-kWh-Akku, rund 600 km Reichweite, 400 kW Ladeleistung, V8-Sound und elektrischen Türen
Neues zum Porsche Cayenne Electric: Das große Elektro-SUV basiert auf einer modifizierten PPE-Plattform und wird offenbar als Cayenne mit rund 400 PS, Cayenne S mit 600 PS und Cayenne Turbo mit 1.000 PS angeboten, also rund 295, 440 bzw. 735 kW (Letzteres nur mit Launch Control). Mit der neuen 108-kWh-Batterie sollen sich etwa 600 km Reichweite ergeben. Mit dem beidseitig gekühlten Akku sollen 400 kW Ladeleistung und mehr möglich sein.
Die neuen Angaben stammen von den wenigen Journalisten, die das Auto bereits fahren konnten – wenn auch vorwiegend im Gelände. Berichtet haben unter anderem die britische Autocar sowie Car and Driver aus den USA. Aus ihren Artikeln ergibt sich schon ein recht gutes Bild von dem 2026 startenden Modell.
Porsche Macan 4S (2025)
Porsche Cayenne Electric (2026)
Antriebe und Akku
Technische Basis ist wie beim Porsche Macan die Premium Platform Electric (PPE), aber Akkus und Antriebe wurden verändert. Während der Macan stets mit einer 95-kWh-Batterie ausgeliefert wird, bekommt der Cayenne Electric in allen drei Varianten einen Akku mit 108 kWh netto. Dadurch wird eine ähnliche Reichweite wie beim kleinen Bruder möglich, also etwas über 600 km. Anders als der Macan, dessen Verbrennerversion in der EU wegen Cybersicherheits-Regeln auslaufen musste, wird es den Verbrenner-Cayenne weiter geben – auf Basis der Verbrennerplattform MLB.
Wie der Macan wird auch der Cayenne nur mit Allradantrieb offeriert. Laut Car and Driver gibt es zwei verschiedene Frontmotoren, die vom Macan übernommen werden, und drei unterschiedliche Heckmotoren. Autocar berichtet, dass die Frontmotoren von Bosch kommen, während die hinteren von Porsche selbst entwickelt wurden. Alle Maschinen sind wie beim Macan Permanentmagnet-Synchronmotoren (PSMs) mit Haarnadel-Wicklungen. Die Topmodelle S und Turbo erhalten eine spezielle Ölkühlung für die Motoren. An der Hinterachse arbeitet wie beim Macan ein Zweiganggetriebe. Und das Topmodell soll in weniger als 3,0 Sekunden auf Tempo 100 sprinten, also etwas schneller als der Macan Turbo, der 3,0 Sekunden braucht.
Der Akku besteht aus Pouch-Zellen von LG mit leicht verbesserter NMC-Chemie, wie das US-Magazin verrät. Die Batterie wird von oben und unten gekühlt. Das sorgt nicht nur für Dauerbelastbarkeit bei den enormen Antriebsleistungen, vor allem im Anhängerbetrieb oder bergauf. Sondern es ermöglicht auch Ladeleistungen von 400 kW und darüber. Also nochmal deutlich mehr als die 320 kW des Macan. Damit soll der Standard-Ladevorgang von 10 auf 80 % nur 16 Minuten dauern – statt 21 min beim Macan.
Das Spannungsniveau liegt natürlich bei 800 Volt. An 400-Volt-Säulen wird wie beim Macan das sogenannte Bankladen verwendet: Während beim Fahren alle Zellen in Reihe geschaltet werden, was 800 Volt ergibt, wird an der 400-Volt-Säule die Hälfte parallel geschaltet, was das Laden mit niedrigerer Spannung ermöglicht – vermutlich dann mit etwa 200 kW, also auf dem Niveau eines sehr guten 400-Volt-Autos.
Sound, Hinterradlenkung, Luftfederung und Aero-Klappen
Der V8-Sound soll recht überzeugend klingen. Offenbar wird er je nach gewähltem Fahrmodus (Comfort, Normal, Sport oder Sport Plus) verändert. Eine optionale Hinterradlenkung sorgt dafür, dass der Wagen agil und wendig bleibt. Eine Luftfederung mit einstellbaren Dämpfern kümmert sich um den Reisekomfort und senkt die Karosserie bei hohem Tempo ab. Ungewöhnlich: Die Topversion Turbo erhält auch seitliche Klappen am Heck zur Verbesserung der Aerodynamik. Die kann man sogar schon auf den offiziellen Bildern von Porsche sehen:
Die Aero-Klappen am Heck des Porsche Cayenne Turbo Electric
Maße, Kofferraum und Cockpit
Das Auto ist laut Autocar 4.979 mm lang, was etwa fünf Zentimeter mehr als beim aktuellen Verbrenner sind; der Radstand soll 3.020 mm betragen, während es bisher 2.895 mm waren. Der hintere Kofferraum ist mit 781-1.588 Litern größer als beim Verbrenner (702-1.708 Liter); außerdem gibt es einen großen Frunk mit 90 Litern.
Großes, gekrümmtes Instrumentendisplay, kleiner Touchscreen und ein Beifahrerdisplay: Das Cockpit des Macan
Das Cockpit blieb bei den Testfahrten noch verhüllt, aber das Auto soll eine ähnliche Display-Ausstattung haben wie der Macan und Taycan. Wir hoffen, dass der Touchscreen ein wenig größer ausfällt als beim Macan – dort misst er nur 10,9 Zoll, während es zum Beispiel beim VW ID.7 schon 15 Zoll sind. Ansonsten werden ein elektrisch dimmbares Glasdach angeboten und elektrische Türen wie beim Rolls-Royce Spectre oder Mercedes EQS.
Porsche Cayenne Electric als Erlkönig
Aktueller Porsche Cayenne (2023) mit Verbrenner
Die Außenoptik kennen wir von diversen Erlkönigen; der Prototyp wird auch auf der IAA gezeigt. Während die Scheinwerfer ähnlich wie beim Macan aussehen dürften, wird sich die Grundform nur wenig vom Verbrenner unterscheiden. Wie der Macan bekommt auch der Cayenne traditionelle Bügelgriffe.
Unter dem Strich
Der Porsche Cayenne Electric wird so etwas wie der große Bruder des Macan. Er basiert auf der gleichen Plattform (PPE), bietet aber mehr Platz. Mit einer größeren Batterie kommt er auf etwa die gleiche Reichweite, mit den stärkeren Antrieben klappt der Sprint noch ein Quäntchen schneller. Ein weiteres Plus könnte die kürzere Ladedauer sein: Mit 400 kW wird man wohl nur an wenigen Säulen laden können, aber schneller als beim Macan allemal.
Zu den weiteren Neuheiten gehören die elektrischen Türen, die für Luxus-Flair sorgen. Vielleicht waren diese gemeint, als Porsche Mitte Juli schrieb, man werde den Prototyp auf der IAA zeigen und "eine technische Innovation vorstellen, die die Zukunft des vollelektrischen Fahrens maßgeblich mitgestalten und noch komfortabler machen wird."
Nachtrag nach der Messe: Es waren offensichtlich nicht die elektrischen Türen gemeint, sondern das induktive Laden.
Quelle: Autocar, Car and Driver
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