BMW-Brennstoffzellenauto soll 2028 starten
Brennstoffzellensystem der 3. Generation soll im österreichischen Werk Steyr gefertigt werden
Das bereits mehrfach angekündigte Wasserstoff-Brennstoffzellen-Fahrzeug von BMW soll 2028 in Serie gehen. Das Werk im österreichischen Steyr bereite sich auf die Serienproduktion des Brennstoffzellsystems vor, schreibt der Hersteller. Dort soll ab 2028 die dritte Generation des Wasserstoffantriebs gefertigt werden. Weitere Komponenten für das Antriebssystem sollen vom Standort Landshut kommen.
"Mit dem Launch des ersten brennstoffzellenbetriebenen BMW-Serienmodells 2028 erweitern wir unsere technologieoffene Produktfamilie um ein weiteres leistungsstarkes, hocheffizientes und emissionsfreies Angebot", sagte Entwicklungsvorstand Joachim Post.
So sah das BMW-Brennstoffzellensystem im Jahr 2020 aus: Links offenbar der Stack, rechts der Elektroantrieb und dazwischen die Wasserstoff-Behälter
Bereits 2014 kam im BMW 535iA der Brennstoffzellenantrieb der ersten Generation zum Einsatz, der vollständig von der Toyota Motor Corporation (Toyota) geliefert wurde. In der aktuellen Pilotflotte des BMW iX5 Hydrogen wurde die zweite Generation eingeführt, Das Brennstoffzellensystem wurde dabei von BMW entwickelt, während die Brennstoffzellen von Toyota stammen.
Der BMW iX5 Hydrogen mit Brennstoffzellensystem der 2. Generation brachte es bis zu einer Prototypen-Kleinserie
Die geplante dritte Generation soll kompakter, leistungsfähiger und effizienter werden. Durch eine größere Leistungsdichte soll das Brennstoffzellensystem etwa 25 Prozent weniger Raum einnehmen. Weiterentwickelte Bauteile und verbesserte Betriebsstrategien sollen zudem die Effizienz steigern. Was wiederum mehr Reichweite und mehr Leistung im Vergleich zur zweiten Generation ermöglicht.
In München entstehen bereits Prototypen des Brennstoffzellensystems. Dabei geht es nicht nur um die Brennstoffzellen selbst, die Wasserstoff und Luftsauerstoff umsetzen und dabei elektrische Energie gewinnen. Sondern auch um weitere Komponenten wie das Kühlsystem sowie Wasserstoff- und Luft-Subsysteme. Aktuell liegt der Fokus in München auf den Montage- und Prüfprozessen, aber die Prototypen werden auch schon genutzt, um die Betriebsstrategie zu entwickeln. Auch Fahrzeugtests finden bereits statt.
Produziert werden die Brennstoffzellensysteme aber nicht in München, sondern in Steyr. Dort werden nun neue Prüfstände und Produktionsanlagen aufgebaut und Gebäude angepasst. "Wir sind stolz, dass wir im Werk Steyr zukünftig neben der neuesten Generation von E-Motoren sowie Diesel- und Verbrennermotoren eine weitere innovative Antriebstechnologie produzieren werden", sagte Klaus von Moltke, Leiter der BMW-Motorenproduktion und Geschäftsführer des Werks in Steyr.
Im BMW-Werk Landshut werden weitere Komponenten für die Brennstoffzellenautos produziert. Ab Ende Mai 2026 sollen dort neue Fertigungsanlagen für die Serienproduktion des "BMW Energy Masters" entstehen. Diese Einheit steuert die Energieversorgung im Fahrzeug – von 400 bis 800 Volt, wie BMW schreibt. Das heißt, auch die höhere Spannungslage kommt bei den Wasserstoffautos zum Einsatz.
Der Controller fungiert außerdem als Schnittstelle für die Daten aus der Hochvoltbatterie. Erste Prototypen des wasserstoffspezifischen Energy Masters fertigt das nur wenige Kilometer entfernte BMW-Werk Dingolfing bereits ab Mitte 2026. Dort wurden auch die Prototypen für den Energy Master der Neuen-Klasse-Fahrzeuge gefertigt.
Wie bereits bei der Pilotflotte des iX5 Hydrogen werden in Landshut auch für das Gehäuse und die Mediendruckplatte für die neue Fahrzeuggeneration gefertigt.
Unter dem Strich
BMW lässt nicht vom Wasserstoff-Antrieb. Ein erstes Serienfahrzeug wird nun für 2028 angekündigt. Aber Ähnliches haben wir schon öfter von BMW gehört. Schon 2019 schrieb BMW, der i Hydrogen Next solle Ende 2022 in Serie gehen. Ein Jahr später hieß es dann, vor Mitte des Jahrzehnts werde es keine Großserie geben. Jetzt wird der Start offenbar erneut verschoben – auf 2028.
Quelle: BMW
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