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Bundesregierung plant Förderprogramm für Elektroautos

Drei Milliarden Euro stehen im Raum, im Visier hat man wohl kleinere und mittlere Einkommen

VW ID.3 GTX Performance (2024) im Test
Bild von: Volkswagen

Union und SPD planen gezielte Kaufanreize für Elektroautos, um den Absatz klimafreundlicher Fahrzeuge stärker zu fördern. Das vorgesehene Förderprogramm richtet sich insbesondere an Haushalte mit kleinem und mittlerem Einkommen und soll den Umstieg auf emissionsfreie Mobilität unterstützen.

Dies geht aus einem Beschluss des Koalitionsausschusses hervor, der im Anschluss an eine Pressekonferenz im Bundeskanzleramt vorgestellt wurde, wie die "Wirtschaftswoche" berichtet. Ziel der Maßnahmen sei es, "spürbare Vorteile für Verbraucher" zu schaffen, hieß es im Vorfeld eines für die kommenden Tage geplanten Autogipfels.

Bildergalerie: Dacia Spring (2026)

Für das neue Förderprogramm sollen bis zum Jahr 2029 mehrere Milliarden Euro bereitgestellt werden, einige Medien nennen einen Betrag von drei Milliarden Euro. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des EU-Klimasozialfonds sowie zusätzlich aus dem Klima- und Transformationsfonds, wobei insgesamt drei Milliarden Euro für die Anreize veranschlagt sind.

Mit dieser Finanzierung sollen gezielt Haushalte unterstützt werden, die bislang aus finanziellen Gründen nur eingeschränkt Zugang zu Elektrofahrzeugen haben. Die Koalition will damit den Übergang zu klimaneutraler Mobilität beschleunigen und gleichzeitig die Nutzung emissionsfreier Fahrzeuge attraktiver gestalten.

Der Koalitionsvertrag hatte bereits verschiedene Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität vorgesehen. Dazu zählt unter anderem ein spezielles Programm für Haushalte mit kleinerem Einkommen, das die Anschaffung von Elektrofahrzeugen erleichtern soll. Nach dem abrupten Ende der bisherigen Kaufprämie Ende 2023 war der Absatz von E-Autos deutlich zurückgegangen, sodass die Koalition nun die Nachfrage gezielt wiederbeleben möchte. Internationale Vorbilder, wie etwa ein Leasing-Programm in Frankreich, dienen dabei als Orientierung.

Uneinheitliche Linie zum Verbrenner-Aus

Zum Thema Zulassung neuer Verbrennerfahrzeuge ab 2035 auf dem EU-Markt wurde bislang keine einheitliche Linie der Koalition verkündet. CSU-Chef Markus Söder betonte, dass der Schutz von Arbeitsplätzen Priorität habe, wies aber darauf hin, dass über die konkrete Umsetzung noch unterschiedliche Auffassungen bestehen. Er sprach sich für eine technologieoffene Lösung aus. SPD-Chef Lars Klingbeil ergänzte, dass für die Umsetzung der Energiewende und der Verkehrswende mehr Flexibilität notwendig sei, um sowohl Verbraucherinteressen als auch wirtschaftliche Aspekte angemessen zu berücksichtigen.

Die geplanten Kaufanreize sollen somit sowohl ökologische als auch soziale Ziele verfolgen. Durch die finanzielle Unterstützung besonders einkommensschwacher Haushalte soll der Zugang zu modernen, lokal emissionsfreien Fahrzeugen erleichtert werden. Gleichzeitig will die Koalition die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die deutsche Automobilindustrie stabil halten und einen reibungslosen Übergang zu einer elektrifizierten Mobilität sicherstellen. Mit den angekündigten Mitteln und Programmen wird die Elektromobilität in Deutschland für die kommenden Jahre gezielt vorangetrieben.