Xpeng G9 (2026): Wie schnell lädt das China-SUV wirklich?
In 12 min von 10 auf 80 %: Klappt das wirklich? Wir haben uns die Ladetests im Internet angesehen.
525 kW maximale Ladeleistung, DC-Laden von 10 auf 80 Prozent in 12 Minuten: Der neue Xpeng G9 soll wahre Wunderdinge vollbringen. Allerdings gibt es in Deutschland noch keine Schnelllade-Säulen, die 525 kW bereitstellen, oder nur sehr vereinzelt. Werte für das Laden mit den hierzulande verfügbaren 350 oder 400 kW aber gibt der Hersteller nicht an. Es bleiben also inoffizielle Ladetests. Sehen wir uns an, was das Web hergibt.
Bei der Fahrvorstellung im September hätten wir selbst einen Wert an einer 400-kW-Säule von Ionity ermitteln können. Leider erhielten wir das Auto mit ziemlich voller Batterie. So erzielten wir maximal 270 kW bei 59 % Ladestand (SoC). Der Ladevorgang bis 80 % dauerte sieben Minuten, wie sich aufgrund unserer Fotos nachvollziehen lässt.
Das entspricht einer Ladegeschwindigkeit von 92 kWh x 0,21 / 7 min = 2,8 kWh/min. Nicht schlecht, aber auch nicht gerade rekordverdächtig. Aber dabei ist der hohe Anfangs-SoC zu beachten und die kurze Ladedauer, durch die sich das anfängliche Hochfahren stark auswirkt.
CarManiac lud das Auto an einer 400-kW-Säule von Ionity, nachdem er das Auto bis auf 8 % heruntergefahren hatte. Er berichtet jedoch von drei "Ladeabbrüchen", die er bedauerlicherweise nicht ins Video aufgenommen hat. Vermutlich ist die Messgenauigkeit deswegen nicht ganz optimal. Die Abbrüche ausgeklammert, sei er auf 13 min für 10-80 % gekommen, berichtet der Kollege. Das entspräche 92 kWh x 0,7 / 13 = 5,0 kWh/min. Hier das Video, der Ladeversuch beginnt bei etwa 38 min:
Jonas alias Jönohs lud an Säulen, die bemerkenswerte 500 kW zur Verfügung stellen. Bei seinen ersten beiden Versuchen erreichte er nur maximal 325 kW, obwohl er vorkonditioniert hatte. Beim letzten Versuch an einer 400-kW-Säule wurde dann die Maximalleistung des Laders erreicht. Allerdings fiel die Ladeleistung zwischendurch auf bis zu 10 kW ab. Insgesamt lud das Auto hier von 13 bis 80 % in 18 Minuten. Das entspricht einer Ladegeschwindigkeit von 92 kWh x 0,67 / 18 min = 3,4 kWh/min. Schnell, aber deutlich langsamer als vom Hersteller angegeben. Hier das Video; die Ladeversuche beginnen bei etwa 13:30 min:
Bjørn Nyland lud an der 400-kW-Säule, und zwar offenbar der von Xpeng bei der Fahrvorstellung empfohlenen in Garching – der gleichen Station, die wir verwendet hatten. Er erreichte die 400 kW, und noch bei 42 % standen 382 kW zu buche. Die Ladekurve zeigte einen ähnlichen Dip wie bei Jönohs. Aber auch damit lud er von 28 bis 73 % in nur 12 min. Das entspricht einer Ladegeschwindigkeit von 92 kWh x 0,45 / 12 min = 3,5 kWh/min. Der Ladeversuch im Video beginnt bei etwa 12:30 min:
Kollege Tarik von Elektrobays versuchte sein Glück an einer 350-kW-Säule und kam auf bis zu 355 kW. Selbst bei 65 % SoC las er noch 338 kW ab, bei 75 % noch 275 kW. Von 12 auf 80 % dauerte der Ladeversuch nur 13 min. Das entspricht einer Ladegeschwindigkeit von 92 kWh x 0,68 / 13 min = 4,8 kWh/min. Das ist ein extrem hoher Wert, den unseres Wissens kein anderes Auto erreicht. Spulen Sie im Video bis auf etwa 13:15 min vor, um den Ladevorgang zu sehen:
Damit lassen wir es bewenden. Die Ergebnisse der Tests sind durchwachsen. Sie zeigen, dass der Wagen zumindest 400 kW Ladeleistung erreicht, was wohl auch das Maximum ist, was man derzeit von deutschen Säulen erwarten kann. Aber nicht immer scheint es zu funktionieren, wie besonders die wiederholten Versuche von Jönohs an 500-kW-Säulen zeigen. Außerdem gibt es offenbar Dips in der Ladekurve, die möglicherweise von einer überhitzen Batterie herrühren, wie Jönohs und Bjørn vermuten.
Das beste Ergebnis erzielte Tarik, der in 13 min von 12 auf 80 lud, und zwar an einer 350-kW-Säule. Seine 4,8 kWh/min sind wirklich mehr als bemerkenswert, wie ein Blick auf unsere Top-Ten-Liste zur Ladegeschwindigkeit zeigt, siehe Link unten.
Unter dem Strich
Wir müssen zurückrudern: Wir haben Xpeng anscheinend Unrecht getan. Der neue G9 mit der großen 92-kWh-Batterie lädt offenbar wirklich ähnlich schnell wie vom Hersteller angegeben. Das Ladeergebnis von Tarik von 4,8 kWh/min zeigt, dass die von Xpeng angegebene Ladedauer von 12 min für 10-80 % oder 5,4 kWh/min zumindest nicht komplett unrealistisch ist. Und sich wohl auf Säulen bezieht, die auch hierzulande anzutreffen sind.
Das ganze Drama hat mit der hinterherhinkenden Lade-Infrastruktur zu tun: Elektroautos wie der Xpeng G9 laden inzwischen so schnell, dass in der Regel die Säule der begrenzende Faktor ist und nicht mehr das Auto.
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