Zum Hauptinhalt springen

Kia Vision Meta Turismo: Windschnittige Limousine à la Stinger

Kurz nach dem Teaser präsentiert Kia bereits die angekündigte Designstudie. Es könnte ein Ausblick auf einen EV7 oder EV8 sein.

Kia Vision Meta Turismo Concept (2025)
Bild von: Kia

Nur wenige Tage nach einem Teaser stellt Kia seine große Limousine nun in ganzer Pracht vor. Anlass ist der 80. Geburtstag der Marke. Die Studie trägt die Bezeichnung Vision Meta Turismo. Sie soll dynamische Fahrleistungen mit einem Lounge-artigen Interieur verbinden und ist eine Hommage an die Geschwindigkeit und Eleganz der 1960er-Jahre, schreibt die britische Kia-Presseabteilung.

Der Wagen wirkt sehr gestreckt; die kurze Fronthaube geht ohne großen Bruch in einen langen Bogen mit großem Glasdach über; das Heck fällt steil ab. Äußerst ungewöhnlich sind die Frontleuchten. Sie sind auf schmalen Graten angeordnet, die nach oben aus der Fronthaube herausstehen und in die Gürtellinie des Fahrzeugs übergehen. Darauf sitzen kamerabasierte Rücksiegel.

Bildergalerie: Kia Vision Meta Turismo (2025)

Auf B-Säulen verzichtet die Studie; die Seitenscheiben ziehen sich fast bruchlos über die ganze Seitenansicht. Die Türen öffnen sich also portalartig – so kann man auf Messen das Interieur besser zeigen. Hinten gibt es bogenförmige Leuchten, die gut zu dem steil abfallenden Heck passen.

Technische Angaben gibt noch keine. Doch soll das Cockpit eine Vorschau auf Kias Bedien-Schnittstelle der nächsten Generation geben. Das Head-up-Display mit Augmented-Reality-Funktion basiert auf "intelligentem Glas". Damit soll man virtuelle Grafiken dreidimensional über der Straße schwebend sehen. Auf dem Bild ähnelt das System allerdings dem Panoramic-Vision-Display von BMW.

Kia Vision Meta Turismo Concept (2025)
Bild von: Kia

Wie schon anhand des Teaserbildes vermutet, besitzt der Wagen kein Lenkrad, sondern ein Steuerhorn. Das könnte ein Hinweis auf ein Steer-by-Wire-System sein. Darauf deuten auch die Anzeigen des Head-up-Displays hin. Sie erinnern an Videospiele. Möglicherweise kann das Steuerhorn auch wie eine Spiegelkonsole verwendet werden; ein Steer-by-Wire-System ermöglicht so etwas. Dazu gibt es einen Revolvergriff neben dem Fahrersitz, der möglicherweise als Schalthebel dient – denn hinter dem Steuerhorn wird "1 gear M" angezeigt, was wohl für den ersten Gang des manuellen Modus steht. 

Ob es sich um ein Elektroauto handelt, bleibt weiter unklar. Aber die aerodynamisch günstigen Konturen deuten darauf hin, genauso wie die fast völlig geschlossene Front ohne große Kühllufteinlässe. Auch dürfte unter der sehr kurzen Fronthaube wenig Platz für einen Verbrenner sein.

"Die Zukunft wartet im Schatten. Unsere Vision nimmt bald Gestalt an": Mit dieser reichlich ominösen Ankündigung wurde die Studie auf Facebook angeteasert:

 

Außerdem gibt es ein Youtube-Video von dem Fahrzeug, das inzwischen mit dem offiziellen Namen der Studie als Überschrift erscheint: 

Den Bildern nach dürfte das Auto mindestens 4,80 Meter lang sein, schätzen wir. Damit würde es zumindest in die Mittelklasse gehören, wenn nicht in die obere Mittelklasse oder Oberklasse. Nun gibt es bereits seit Jahren Gerüchte darüber, dass Kia einen elektrischen Nachfolger des 2023 ausgelaufenen Stinger plant. Das 4,83 Meter lange Verbrenner-Modell Stinger hatte eher ein Stufenheck, aber manche Beobachter scheinen das neue Fahrzeug als Studie eines kommenden Elektro-Stinger zu interpretieren. Der könnte die Bezeichnung EV7 oder EV8 tragen, denn diese Modellnamen sind noch frei.

Kia Stinger Tribute Edition: Das Heck

Kia Stinger Tribute Edition: Das Heck

Kia EV4 Limousine als GT-Line

Kia EV4 Fastback

Die Form der neuen Studie ist deutlich stromlinienförmiger als beim EV4 Fastback. Zudem dürfte dieses Modell eine große Heckklappe haben. Ein Äquivalent zum 4,86 Meter langen Hyundai Ioniq 6 ist das Auto eher nicht, denn der besitzt bekanntlich nur einen kleinen Kofferraumdeckel.

Technische Basis des Neulings könnte die kommende Plattform eM alias IMA sein, welche E-GMP ersetzen und vor allem mehr Reichweite bringen soll. Bisher ist der EV4 Fastback das reichweitenstärkste Modell des Konzerns; er bietet 633 km. Vielleicht schafft der neue Ioniq 6 mit 84-kWh-Akku noch ein wenig mehr. Das ist zwar viel, aber ein Mercedes CLA EQ fährt schon fast 800 km weit.

Mehr zu Kias neuer Studie erfahren wir vielleicht Anfang Januar, wenn Kia seine Neuheiten auf der Automesse in Brüssel zeigt. Im Mittelpunkt wird dort der Kia EV2 stehen, aber vielleicht präsentiert der Hersteller nebenbei auch die neue Studie. 

Unter dem Strich

Kurz nach einem Teaser zeigt Kia eine große Limousine mit sehr aerodynamischen Formen und kurzer Fronthaube. Ob der Hersteller mit der Studie an seine neue eM-Plattform erinnern will, die eigentlich schon 2025 starten sollte, oder ein Steer-by-Wire-System ankündigt, bleibt einstweilen offen. Jedenfalls hat das Auto etwas mit der Zukunft der Marke zu tun. Ob daraus ein EV7 oder EV8 mit 700 oder gar 800 km Reichweite wird, wie manche vermuten? Warten wir es ab.