MGS6 EV: Neues Mittelklasse-SUV nun bestellbar
Den Konkurrenten von Skoda Enyaq und Tesla Model Y mit bis zu 530 km WLTP-Reichweite gibt es ab 49.990 Euro.
Mit fast 2.000 Stück verkaufte sich der kompakte MGS5 EV letztes Jahr gut in Deutschland. Nun folgt der große Bruder MGS6 EV. Im Vereinigten Königreich ist das neue Elektro-SUV schon seit November bestellbar, nun wird es in Spanien und Deutschland eingeführt. Seit 16. März 2026 ist das Modell hierzulande bestellbar.
Zunächst zu den Maßen. Mit 4,71 Meter ist das neue Modell 23 cm länger als der MGS5 und hat etwa die Größe des Skoda Enyaq. MG ordnet es in die Kompaktklasse ein, wir würden es in der Mittelklasse verorten. Als technische Basis dient die Modular Scalable Platform (MSP), die auch den MGS5 EV, den MG4 EV und den Cyberster trägt. Die Plattform scheint aber von den Maßen her flexibel zu sein:
| Länge | Breite | Höhe | Radstand | |
| MGS6 EV | 4.708 mm | 1.912 mm | 1.672 mm | 2.836 mm |
| MGS5 EV | 4.476 mm | 1.849 mm | 1.621 mm | 2.730 mm |
| MG4 EV | 4.287 mm | 1.836 mm | 1.516 mm | 2.705 mm |
| MG Cyberster | 4.535 mm | 1.913 mm | 1.329 mm | 2.690 mm |
Die Optik ist ähnlich wie beim MGS5 EV: Das Auto wirkt mit seinem schlichten Design und Bügelgriffen eher konventionell als avantgardistisch; uns erinnert die Optik ein wenig an einen leicht aufgeblasenen Kombi, was nicht negativ gemeint ist. Die großen Lufteinlässe vorne und der Diffusor am Heck geben dem Ganzen aber eine sportliche Note. Die Front erinnert an den MG4 EV, bei der Rückleuchten-Leiste müssen wir an Mercedes und Smart denken. Der MGS6 rollt wahlweise auf 19 oder 20 Zoll großen Alurädern.
Als Energiespeicher dient stets ein Akku mit 74 kWh netto, der nur 11 cm hoch sein soll. Das wird dadurch möglich, dass die prismatischen Zellen nicht wie üblich stehend eingebaut werden, sondern liegend (paarweise übereinander), wie man uns beim Fahrevent sagte.
Wählen kann man zwischen einem 180 kW starken Hecktriebler und einer Version mit Allradantrieb. Hier kommt zu der 180-kW-Maschine noch ein 119 kW starkes Aggregat vorn hinzu. Die Systemleistung wird jedoch auf 266 kW begrenzt (statt 180 + 119 = 299 kW).
Der Allradantrieb ist einstellbar; man kann zwischen einem permanenten und einem automatisch zuschaltenden wählen. Es handelt sich bei beiden Motoren um Permanentmagnetmotoren. Da man bei diesen das Magnetfeld nicht abschalten kann, muss der Vorderachsmotor auch dann leicht bestromt werden, wenn er nicht gebraucht wird – über eine mechanische Kupplung, welche die Vorderachse ab- und zuschaltet, verfügt der Wagen nämlich nicht.
Der Akku ist etwas kleiner als beim Skoda Enyaq, die Antriebe sind von der Leistung in etwa vergleichbar mit dem Enyaq 85 bzw. RS, die Verbräuche jedoch etwas höher. So ergibt sich eine Reichweite von maximal 530 km – der Skoda schafft etwa 50 km mehr.
| MGS6 Long Range | MGS6 Dual Motor | |
| Antrieb | RWD 180 kW, 350 Nm | AWD 266 kW, 540 Nm |
| 0-100 km/h / Höchstgeschwindigk. | 7,3 Sek. / 200 km/h | 5,1 Sek. / 200 km/h |
| WLTP-Verbrauch | 16,6 kWh | 18,1 kWh |
| Akku netto / brutto | 74,3 / 77,0 kWh (NMC) | 74,3 / 77,0 kWh (NMC) |
| WLTP-Reichweite | 530 km | 485 km |
Beim Aufladen ist der MGS6 deutlich langsamer als der Skoda. Während beim Enyaq je nach Version 26 oder 28 min für die Ladedauer angegeben werden, sind es bei MG gleich 38 min. Wie immer haben wir daraus die Ladegeschwindigkeit errechnet. Beim Hecktriebler ergeben sich 74,3 kWh x 0,7 / 38 min = 1,4 kWh/min, womit er deutlich schlechter liegt als der Enyaq 85 (1,9 kWh/min). Auch beim Reichweite-Nachladen hinkt der MG hinterher, hier ergeben sich 530 km x 0,7 / 38 min = 9,8 km/min, beim Skoda 85 sind es rund 14 km/min.
| MGS6 Long Range | MGS6 Dual Motor | |
| DC-Ladedauer 10-80% | 38 min | 38 min |
| Ladegeschwindigkeit | 1,4 kWh/min | 1,4 kWh/min |
| Reichweite-Nachladen | 9,8 km/min | 8,9 km/min |
Der MGS6 bietet fünf Fahrmodi sowie fünf Rekuperationsmodi, darunter einen für das One-Pedal-Driving. Über Lenkradpaddles oder eine Taste zum Umschalten verfügt das Auto aber nicht. Zum Wechseln muss man den Touchscreen bemühen. Weniger Ablenkung entsteht, wenn man sich die Rekuperationsauswahl auf die Sterntasten am Lenkrad legt. Die Umstellung auf One-Pedal-Driving kann aber nicht auf diesem Weg erfolgen.
Im Cockpit gibt es serienmäßig ein 10,3-Zoll-Instrumentendisplay und einen 12,8-Zoll-Touchscreen – das entspricht der Ausstattung des MGS5. Auch das Design ist ähnlich, allerdings ist die hohe Mittelkonsole hier bis zum Armaturenbrett hinaufgezogen, und der freistehende Touchscreen scheint etwas tiefer eingebaut zu sein. An physischen Einstellknöpfen scheint bei beiden Modellen kein Mangel zu sein, auch die Außenspiegel werden über eine Vier-Wege-Wippe eingestellt:
MGS5 EV
MGS6 EV
Der Kofferraum bietet ein Volumen von 674 bis 1.910 Litern. Das ist spürbar mehr, als der Enyaq bietet (585-1.710 Liter). Das Ladeabteil ist auch gut nutzbar, selbst wenn am Eingang eine kleine Stufe verbleibt. Außerdem gibt es einen Frunk, der beim Hecktriebler 124 Liter, beim Allradmodell 102 Liter fasst.
Bei der Ausstattung wird in Deutschland ausschließlich Luxury angeboten, und diese Bezeichnung trifft es. Der Innenraum ist mit noblen Materialien ausgestattet und die Serienausrüstung ist sehr umfangreich. Als Extras bietet MG nur verschiedene Sonderfarben (650 Euro) und ein helles statt des serienmäßigen dunklen Interieurs (450 Euro) an.
Standard ist erstmals bei MG auch ein Head-up-Display. Sitzheizung und Sitzbelüftung vorn, ein großes Glasdach sowie ein Audiosystem mit elf Lautsprechern sind ebenfalls immer an Bord. Alle Modelle verfügen über MacPherson-Federbeine vorn und eine Mehrlenker-Hinterachse. Alle Details zum MGS6, inklusive aller Daten und der vollständigen Ausstattungsliste, finden Sie im Presskit von MG.
Die Preise in Deutschland beginnen bei 49.990 Euro. Dafür gibt es den Hecktriebler. Damit ist das Modell teurer als der Skoda Enyaq 85, den es schon ab 48.900 Euro gibt – mit weniger Ausstattung, aber mehr Reichweite und Leistung. Für die Allradversion des MG zahlt man 53.990 Euro. Den mit 210 kW etwas schwächeren Enyaq 85X gibt es ab 51.500 Euro, für den leistungsmäßig besser vergleichbaren Enyaq RS zahlt man 58.600 Euro.
Deutlich günstiger ist das Tesla Model Y. Das Basismodell bietet ähnlich viel Reichweite wie der MGS6 EV, hat aber mehr Antriebsleistung und kostet nur knapp 40.000 Euro. Die Ausstattung ist hier allerdings deutlich schlechter. Eher vergleichbar ist die heckgetriebene Premium-Version, die exakt gleich teuer ist wie der MG-Hecktriebler. Diese bietet 609 km Reichweite und ist deutlich besser beim Sprint.
Unter dem Strich
Der neue MGS6 EV legt den Akzent auf Komfort und Ausstattung. Die Optik ist für uns okay, vielleicht ein wenig langweilig. Was die Langstreckentauglichkeit angeht, so sind die Reichweiten im Konkurrenzvergleich eher gering und das Auto lädt auch recht langsam. Dazu kommen eher ambitionierte Preise, die sich nur aufgrund der noblen Ausstattung rechtfertigen lassen. Wir haben den Wagen kürzlich getestet; der Bericht dazu folgt am morgigen Sonntag.
Quelle: MG (Bestellstart in Dtld.)
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