BMW iX5 mit bis zu 845 km Reichweite und 460 kW Ladeleistung
Erster Elektro-X5 startet Anfang 2027 mit 425-kW-Allradantrieb sowie erstmals den längeren Batteriezellen der Neuen Klasse.
Der neue BMW X5 startet erstmals auch in einer Elektroversion. Der iX5 kommt allerdings wie der Plug-in-Hybrid erst Anfang 2027 auf den Markt, der BMW iX5 Hydrogen als erstes BMW-Serienmodell mit Wasserstoffantrieb sogar erst 2028. Die reinen Verbrenner und Mildhybride starten dagegen noch Ende 2026.
Der BMW iX5 bietet eine Netto-Speicherkapazität von unfassbaren 141 kWh; damit ist der Akku der größte auf dem deutschen Markt. Eine Überraschung ist das aber nicht mehr, denn das war schon seit April durch einen Leak bei der US-Umweltbehörde EPA bekannt. Spannender sind deswegen die Reichweite und die Lade-Performance. Doch eins nach dem anderen ...
Exterieur | Interieur | Antrieb/Akku | Fahrwerk/Ausstattung | Rivalen
Exterieur
Außen erhält der iX5 die Optik des iX3 auf Basis der Neuen Klasse: Der Wagen hat eine markante, aufrechte Front mit einer senkrechten, recht schmalen und illuminierten Doppelniere. Dazu kommt jedoch eine neue Lichtsignatur, die BMW als "Doppel-X-Lichtikonen" bezeichnet und die an das "Sternenlicht" von Mercedes erinnert. Während die Stuttgarter Marke links und rechts einen oder zwei Sterne integriert, bietet der iX5 zwei "X" in auffälliger Gestaltung links und rechts.
Aber nicht nur das Tagfahrlicht, auch Abblendlicht und Blinker sind in diese Optik einbezogen: Das obige Bild zeigt, dass das Abblendlicht in jeweils einen X-Balken integriert ist und dass beim Blinken die Balken gelb werden.
Die Länge des neuen iX5 reicht wie beim bisherigen X5 nahe an die Fünf-Meter-Marke heran; damit ist das Modell rund 20 cm länger als der iX3. Entsprechend ist auch der Kofferraum größer. Wie beim iX3 gibt es auch einen Frunk:
| Länge | Breite | Höhe | Radstand | Kofferraum | |
| BMW iX5 | 4.994 mm | 2.000 mm | 1.742 mm | 3.035 mm | 650–1.850 Liter + 53 L Frunk |
| BMW iX3 | 4.782 mm | 1.895 mm | 1.635 mm | 2.897 mm | 520–1.750 Liter + 59 L Frunk |
Die Türgriffe sind als "Winglets" ausgeführt, die wohl ähnlich wie beim Volvo EX60 funktionieren, wo sie in der Branche auf Skepsis stießen. Die Türen bieten serienmäßig eine Soft-Close-Automatik; auf Wunsch gibt es elektrisch öffnende Türen.
Winglet zum Öffnen der Tür
Elf Außenfarben werden angeboten. Räder gibt es von serienmäßigen 21 Zoll bis zu erstmals erhältlichen 23-Zöllern. Zum Vergleich: Beim iX3 reicht die Spanne von 20 bis 22 Zoll.
Das Cockpit: ähnlich wie beim iX3, aber mit Beifahrermonitor
Interieur
Wie das Exterieur, so orientiert sich auch das Cockpit am neuen iX3. Das Panoramic-Vision-Display und der "schiefe" 17,9-Zoll-Touchscreen kommen nun auch im iX5 zum Einsatz. Wie im kleinen Bruder wird ein Head-Up-Display optional angeboten.
Neu ist aber das Beifahrerdisplay, das ebenfalls schräge Kanten aufweist. Hier kann man Videos streamen, TV-Sender sehen oder eine Musikquelle auswählen. Auch Gaming oder Video-Calls sind möglich. Der Monitor kann auch während der Fahrt für Videos genutzt werden: Eine Sichtschutzfunktion sorgt dafür, dass die Person am Steuer nicht abgelenkt wird. Das erforderliche Datenvolumen erwirbt man über das kostenpflichtige Abo BMW Digital Premium. Alternativ kann man auch die eigenen mobilen Daten per Smartphone-Hotspot oder ein WiFi-Netzwerk nutzen.
Bei den Innenraummaterialien kommt erstmals Schiefer zum Einsatz. Serienmäßig gibt es ein großes Glasschiebedach, eine hinterleuchtete Zierleiste sowie Sportsitze. Optional werden Multifunktionssitze mit Sitzbelüftung und Massagefunktion angeboten.
BMW iX5 60 xDrive (2026): Röntgenbild mit Antrieb, Akku und Ladeport
Antrieb und Batterie
Der BMW iX5 erhält die eDrive-Technologie der 6. Generation. Zum Start gibt es einen BMW iX5 60 xDrive, der mit 425 kW fast ein Viertel stärker ist als der iX3 50 xDrive. Wie dort wird vorn eine Asynchronmaschine (ASM), hinten eine stromerregte Synchronmaschine (SSM) eingesetzt. Der hintere Elektromotor ist mit 142 kW ähnlich stark wie beim iX3 50 xDrive, während der vordere 60 kW mehr bietet. Weil der iX5 aber über 500 Kilogramm schwerer ist, verbessert das den 100-km/h-Sprint nur um 0,3 Sekunden (4,6 statt 4,9 Sekunden).
Die Batterie mit wie erwähnt 141 kW netto besteht wie beim iX3 auf Basis der Neuen Klasse aus zylindrischen Zellen, allerdings werden nun erstmals die 46120er-Zellen eingesetzt, also die längere Form – der iX3 hat bekanntlich 4695er-Zellen. Die Zellchemie ist laut BMW identisch, und auch hier wird die Cell-to-Pack-Methode verwendet. Aber das größere Zellvolumen steigert die Netto-Speicherkapazität um fast 30 Prozent – der kleine Bruder hat 109 kWh.
Durch das höhere Gewicht und die größere Stirnfläche ist die Maximalreichweite trotz der Riesenbatterie nicht viel größer als beim iX3 50 xDrive (805 km): Mit bis zu 845 km ist der iX5 unter den Elektro-SUVs der Fünf-Meter-Klasse aber dennoch einsame Spitze.
| BMW iX5 60 xDrive | BMW iX3 50 xDrive | |
| Antrieb |
AWD mit 425 kW, 805 Nm |
AWD mit 345 kW, 645 Nm - vorn ASM (123 kW/255 Nm) - hinten SSM (240 kW/435 Nm) |
| 0–100 km/h / Vmax | 4,6 Sek. / 210 km/h | 4,9 Sek. / 210 km/h |
| WLTP-Verbrauch | 20,1–23,9 kWh/100 km | 15,1–18,1 kWh/100 km |
| Akku | 141 kWh netto (46120-Zellen) | 109 kWh (4695-Zellen) |
| WLTP-Reichweite | 645–845 km | 673–805 km |
| Ladeleistung AC/DC | bis 22 / 460 kW | bis 11 (opt. 22) / 400 kW |
| DC-Ladedauer | 23 min (10–80 %) | 21 min (10–80 %) |
| EU-Leergewicht | 2.890 kg (inkl. 75 kg für Fahrer) | 2.360 kg (inkl. 75 kg für Fahrer) |
| Max. Anhängelast | 2.700 kg | 2.000 kg |
Ein neuer BMW-Bestwert ist die Ladeleistung von 460 kW – das sind 60 kW mehr als beim iX3. Der Standard-Ladevorgang dauert zwar zwei Minuten länger als beim iX3, doch man muss den größeren Akku berücksichtigen. Für die Ladegeschwindigkeit errechnen sich 141 kWh x 0,7/23 min = 4,3 kWh/min. Zum Vergleich: Beim iX3 50 xDrive sind es nur 109 kWh x 0,7/21 min = 3,6 km/min. In unserer Top-Ten-Liste zum Thema würde der iX5 derzeit Platz 6 belegen.
In der Praxis noch wichtiger ist das Reichweite-Nachladen. Hier errechnen sich beim iX5 bis zu 845 km x 0,7/23 min = 25,7 km/min. Hier ist der sparsamere iX3 besser, er kommt auf 805 km x 0,7/21 min = 26,8 km/min. Damit liegt der iX3 derzeit auf Rang 7, der iX5 auf Platz 9.
Mit Wechselstrom wird serienmäßig mit bis zu 22 kW geladen. Auch bidirektionales Laden mit 3,7 kW ist möglich – bis hin zum Einspeisen ins Netz, wenn man den passenden V2G-Stromtarif von E.ON hat. Zum Laden an Säulen mit weniger als 800 Volt (wie den Tesla-Superchargern) schreibt BMW: "Eine Steuereinheit mit integrierter Umschaltmatrix erlaubt zudem weiterhin das Nachladen an 400-Volt-DC-Stationen." Angaben zur Ladeleistung und Ladedauer bei 400 Volt macht BMW noch nicht.
Fahrwerk und Ausstattung
Ein adaptives Fahrwerk ist Serie; optional gibt es eine Luftfederung samt Hinterradlenkung (Adaptive Chassis Control). Damit lässt sich die Fahrzeughöhe automatisch und manuell verstellen und der Wendekreis verkleinert sich um rund 0,8 Meter. Alternativ gibt es die Adaptive Chassis Control Professional mit Wankstabilisierung.
In Sachen Assistenzsysteme wird BMW Symbiotic Drive eingeführt. Wie beim iX3 wird damit der Abstandstempomat durch Bremsen nicht beendet. Der optionale Autobahnassistent ermöglicht freihändiges Fahren auf der Autobahn bis 130 km/h mit automatisiertem Spurwechsel nach Blickbestätigung. Ebenfalls als Extra angeboten wird der City-Assistent, der
assistierte Abbiegevorgänge und Vorfahrtssituationen, automatisches Bremsen und Wiederanfahren an Ampeln auch ohne Vordermann, Kreisverkehr-Durchfahrten sowie Spurwechsel innerorts bietet.
Marktstart und Rivalen
Die Produktion des neuen BMW X5 beginnt im August 2026 im US-Werk Spartanburg; der iX5 ist das erste reine Elektroauto, das dort gefertigt wird. Die Preise wurden noch nicht mitgeteilt. Dabei dürfte sich BMW an den konventionellen X5-Varianten orientieren: Vom Sprintwert her liegt der iX5 zwischen dem X5 xDrive 40i (5,4 Sekunden) und dem X5 M60i xDrive (4,3 Sekunden). Insofern wäre ein Preis von rund 110.000 Euro gerechtfertigt.
Der zweite Orientierungspunkt ist die Elektro-Konkurrenz. Dazu gehört der Audi Q6 e-tron, der zwar 20 cm kürzer ist, aber ebenfalls in der oberen Mittelklasse antritt. Der SQ6 kostet knapp 94.000 Euro. Da er um 400 Kilogramm leichter ist, benötigt der Audi für den Sprint mit Launch Control nur 4,3 Sekunden. Dazu kommt, dass der Ingolstädter Wagen bei Akkugröße (95 kWh) und Reichweite (bis 593 km) deutlich zurückliegt.
Ebenfalls in die obere Mittelklasse gehört der Mercedes EQE SUV, aber auch dieser ist deutlich kürzer und leichter. Der 500 4Matic kostet fast 100.000 Euro. Er wiegt immerhin noch 200 Kilo weniger und ist so trotz geringerer Leistung beim Sprint ebenbürtig, während er bei der Reichweite hinterherhinkt. Zudem hat das Modell noch 400-Volt-Technik. Das Gleiche gilt für den etwas größeren Mercedes EQS SUV, der in der Einstiegsversion 450+ rund 700 km schafft, aber antriebstechnisch nicht mithalten kann und fast 111.000 Euro kostet.
Die neue Version des Polestar 3 mit 800 Volt ist in der mittleren Version mit 400-kW-Allradantrieb besser mit dem iX5 60 xDrive vergleichbar, auch die Länge von 4,90 Metern passt besser, während die Reichweite mit 600 Kilometern zurückbleibt. Der Preis liegt bei 87.900 Euro. Ein weiterer Mitbewerber ist der Lucid Gravity in der 418-kW-Version: Mit 800-Volt-Technik und einem 4,2-Sekunden-Sprint kann er gut mithalten. Das US-Modell schafft aber nur knapp 550 km am Stück und kostet dennoch fast 100.000 Euro. Das Topmodell Grand Touring ist mit fast 750 km Reichweite auch hier satisfaktionsfähig, kostet aber schon runde 117.000 Euro.
Aufgrund der Größe und der technischen Eigenschaften des BMW iX5 60 xDrive ist ein höherer Preis als beim SQ6, EQE SUV und Polestar 3 gerechtfertigt, während der Gravity Grand Touring ein passendes Vergleichsmodell ist. Der von den konventionellen X5-Modellen abgeleitete ungefähre Preis von 110.000 Euro liegt ebenfalls in diesem Bereich. Es ist viel Raterei dabei, aber wir erwarten, dass BMW rund 115.000 Euro aufrufen wird.
BMW iX5 Hydrogen: Röntgenbild mit Stack vorn, Pufferakku hinten und Tankstutzen
Auf den Anfang 2027 startenden Elektro-X5 folgt 2028 eine Wasserstoff-Version. Der iX5 Hydrogen beruht offenbar auf dem neuen iX5, wobei der Bauraum der Batterie für den neuen "Flachspeicher"-Wasserstoff-Tank genutzt wird. Das Auto erhält die dritte Generation des Brennstoffzellensystems, das zusammen mit Toyota entwickelt wurde. Damit sollen Reichweiten von bis zu 750 km drin sein – weniger als bei der Elektroversion, aber das Nachtanken dürfte schneller gehen als das Nachladen. Ansonsten gibt es noch keine technischen Daten.
Unter dem Strich
140 kWh netto und 460 kW Ladeleistung: Im Autoquartett wäre der BMW iX5 durchaus eine gute Karte. Die Maximalreichweite von 845 km ist ebenfalls beeindruckend, vor allem im Vergleich mit ähnlich großen SUVs. Bei der Ladegeschwindigkeit und beim Reichweite-Nachladen erreicht der iX5 ebenfalls sehr gute, wenn auch keine Top-Werte. Beeindruckend ist auch die hohe Anhängelast von 2,7 Tonnen, hier liegt der BMW auf Platz zwei nach dem Elektro-Cayenne. Noch offen bleibt die Preisfrage.
Quelle: BMW
Auch interessant
BMW zeigt erstes Bild des iX5 mit X-förmigen Frontleuchten
Kia EV3 GT mit virtueller Schaltung und 215 kW jetzt bestellbar
BMW X5 M Electric (2028) zeigt deutliche Unterschiede zum neuen iX5
Skoda Peaq 90 im Vergleich mit Model Y, E-5008 und Xpeng G9
Offiziell: Das kostet der BMW i3 50 xDrive First Edition
Jeep kündigt zwei neue Kleinwagen-SUVs sowie ein D-SUV an
BMW M Concept Neue Klasse (2026): Vorschau auf den Elektro-M3