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UE Studios SUE (2026): Das Self-Driving Urban E-Shuttle

Autonom fahrender People Mover aus Deutschland für den realen Einsatz im ÖPNV

UE Studios SUE (2026)
Bild von: UE I STUDIOS

mit der Vorstellung von SUE betreten die UE Studios die Bühne der automobilen Konzeptfahrzeuge und positionieren sich an der Schnittstelle zwischen Mobilität, digitaler Nutzung und modularer Raumgestaltung. Vor einigen Wochen konnten wir SUE bereits getarnt in Augenschein nehmen, nun folgt die finale Version.

SUE ist übrigens die Abkürzung für "Self-Driving Urban E-Shuttle". Die Macher beschreiben SUE als ganzheitlich gedachten "Urban Experience Space", der weniger als klassisches Automobil, sondern als flexibel nutzbarer Lebens- und Arbeitsraum konzipiert ist. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie sich urbane Mobilität, individuelle Nutzung und technologische Integration künftig verbinden lassen.

Bildergalerie: UE Studios SUE (2026)

SUE ist als vollelektrisches Fahrzeug ausgelegt und folgt einem klaren Nutzungskonzept für den urbanen Raum. Die Entwickler verstehen das Fahrzeug als Plattform, die sich je nach Einsatzbereich anpassen lässt. Dabei stehen nicht Fahrleistungen oder Reichweitenrekorde im Vordergrund, sondern Nutzwert, Raumökonomie und digitale Vernetzung. Das Fahrzeugkonzept richtet sich explizit an Nutzerinnen und Nutzer, die Mobilität mit Arbeit, Kommunikation oder Freizeit verbinden wollen.

Maximaler Raumtransporter

Die Karosserieform von SUE ist auf maximale Raumausnutzung bei kompakten Außenabmessungen ausgelegt. Ein kurzer Vorder- und Hinterbau sowie ein langer Radstand schaffen ein großzügiges Interieur. Der vollständig ebene Fahrzeugboden bildet die Grundlage für eine variable Innenraumgestaltung. Durch den Verzicht auf einen klassischen Motorraum kann der Innenraum frei strukturiert werden. Die Pressemappe beschreibt mehrere Nutzungsszenarien, darunter mobile Arbeitsplätze, Besprechungsräume oder Rückzugsorte für Pausen im urbanen Alltag.

UE Studios SUE (2026)

UE Studios SUE (2026)

Bild von: UE I STUDIOS

Gestalterisch folgt SUE dem Leitbild des "Human-Centric Design". Dieses Designverständnis stellt den Menschen und seine Bedürfnisse konsequent in den Mittelpunkt. Linienführung, Proportionen und Materialwahl sind auf Übersichtlichkeit, Orientierung und funktionale Klarheit ausgelegt. Das Exterieur verzichtet bewusst auf komplexe Formen. Große Glasflächen sorgen für Transparenz und Sichtbezüge zwischen Innen- und Außenraum. Die reduzierte Gestaltung dient zugleich der Funktion, da sie den Innenraum mit Tageslicht versorgt und das Raumgefühl erweitert.

Wie es Euch gefällt

Im Innenraum setzt SUE auf Modularität. Sitzmodule, Arbeitsflächen und Stauraumelemente lassen sich verschieben, drehen oder austauschen. Dadurch kann der Innenraum innerhalb kurzer Zeit an unterschiedliche Anforderungen angepasst werden. Die Pressemappe beschreibt ein Schienensystem im Fahrzeugboden, das die flexible Positionierung der Module ermöglicht. Technische Anschlüsse für Strom und Daten sind an mehreren Punkten vorgesehen, um unterschiedliche Konfigurationen zu unterstützen.

Ein zentrales Element des Konzepts ist die digitale Infrastruktur. SUE versteht sich als vernetzter Raum, der mobile Endgeräte, Fahrzeugtechnik und externe Dienste miteinander verbindet. Displays sind nicht auf einen klassischen Fahrerarbeitsplatz beschränkt, sondern in den Innenraum integriert. Informationen werden situationsabhängig dargestellt, etwa für Navigation, Kommunikation oder Arbeit. Sprachsteuerung und berührungsbasierte Eingaben ergänzen sich, um eine intuitive Bedienung zu ermöglichen.

UE Studios SUE (2026)

UE Studios SUE (2026)

Bild von: UE I STUDIOS

Autonomes Fahren ist im Konzept von SUE mitgedacht. Die Pressemappe beschreibt das Fahrzeug als vorbereitet für automatisierte Fahrfunktionen, ohne sich auf konkrete Automatisierungsstufen festzulegen. Entscheidend ist dabei der Ansatz, dass Fahrzeit künftig verstärkt als Nutzzeit verstanden wird. Der Innenraum ist daher so gestaltet, dass er auch ohne aktive Fahraufgabe sinnvoll genutzt werden kann. Sitzanordnungen, Blickachsen und Beleuchtung sind auf diesen Nutzungsgedanken abgestimmt.

Elektrisch und nachhaltig

Antrieb und Energiespeicher sind vollständig elektrisch ausgelegt. Konkrete Leistungsdaten nennt die Pressemappe nicht, betont jedoch die Auslegung auf den urbanen Einsatz. Reichweite, Ladeleistung und Effizienz sollen auf typische innerstädtische Fahrprofile abgestimmt sein. Die Batterie ist im Fahrzeugboden integriert und trägt zur strukturellen Steifigkeit bei. Gleichzeitig ermöglicht diese Bauweise den ebenen Innenraum.

Nachhaltigkeit spielt im Konzept von SUE eine wichtige Rolle. Die UE Studios verweisen auf den Einsatz recyclingfähiger Materialien und modularer Bauweisen, die Reparatur und Austausch einzelner Komponenten erleichtern sollen. Ziel ist es, die Lebensdauer des Fahrzeugs zu verlängern und Ressourcen effizienter zu nutzen. Auch bei der Innenraumgestaltung wird auf Materialien gesetzt, die langlebig und wiederverwertbar sind.

UE Studios SUE (2026)

UE Studios SUE (2026)

Bild von: UE I STUDIOS

Das Fahrzeug ist im Exterieur und Interieur gleichermaßen symmetrisch aufgebaut, um einen hohen Anteil an Gleichteilen zu ermöglichen. Front- und Heckleuchten unterscheiden sich lediglich im Innenmodul, nicht jedoch in der äußeren Kontur. Dieser Ansatz reduziert Produktions-, Reparatur- und Wartungskosten und unterstützt die Wirtschaftlichkeit im Betrieb, bei gleichzeitiger Einhaltung aller relevanten Normen.

Ein weiteres prägendes Element ist das durch die UE | STUDIOS eigenentwickelte, zweigeteilte Türkonzept. Mit einer Türbreite von 900 Millimetern ermöglichen beide Türen einen komfortablen und barrierearmen Zugang. Der Einstieg ist bewusst ausschließlich auf der Beifahrerseite vorgesehen, um ein sicheres Ein- und Aussteigen abseits des fließenden Verkehrs zu gewährleisten.

Zur einfachen Identifikation im Betrieb verfügt SUE über eine farblich animierte Fahrzeugnummer im Frontbereich. Ergänzend ist die Fahrzeugnummer auch seitlich am Fahrzeug angebracht – dort bewusst kleiner und statisch ausgeführt. Die Nummerierung und farbliche Kennzeichnung wird zudem konsistent in der begleitenden App sowie am Sitzplatz angezeigt, sodass Fahrgäste ihr Shuttle intuitiv erkennen und eindeutig zuordnen können.

Komfort und Barrierefreiheit

Das neu entwickelte Interieur bietet ausreichend Stauraum für Gepäck, Kinderwagen und Rollatoren. Diese können in definierten Bereichen sicher untergebracht und an vorgesehenen Fixierungen, unter anderem an gegen die Fahrtrichtung ausgerichteten Sitzplätzen, gesichert werden. Hoch beanspruchte Sitzpolster sind modular gestaltet und können einfach ausgetauscht werden, was Wartung und Lebensdauer erleichtert. Die Sitzplatzerkennung erfolgt über eine Kombination aus farblicher Markierung im Fahrzeug und einer begleitenden App, die den Fahrgästen ihren Platz eindeutig zuweist. Zudem lassen sich ausgewählte Interieur-Elemente personalisieren, um Betreiber:innen oder Kommunen gestalterische Anpassungen zu ermöglichen.

Der Innenraum ist so gestaltet, dass Personen bis etwa 1,90 Meter Körpergröße im Fahrzeug stehen können. Der ebene Einstieg ermöglicht einen komfortablen Zugang ohne Bücken und unterstützt die barrierearme Nutzung.

Plattform als Eigenentwicklung

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Eigenentwicklung einer innovativen 48-Volt-Skateboard-Plattform, die die Basis des Fahrzeugs bildet. Sie ist anpassbar für unterschiedliche Radstände und verfügt über kurze Überhänge. Das flache Fahrwerk erlaubt den direkten Aufbau des Fahrgastraums darauf, bietet eine sehr niedrige Einstiegshöhe ohne Liftsystem und maximales Innenraumangebot. So kann das SUE Smart-Chassis als Grundlage für weitere Fahrzeugkonzepte dienen.

Die 48-Volt-Architektur arbeitet im sicheren Niedervoltbereich. Sie gewährleistet maximalen Berührschutz, senkt Betriebskosten, vereinfacht Wartung und erlaubt auch kleineren Kommunen den Betrieb ohne Hochvolt-Fachpersonal, was Kosten reduziert und die Fahrzeugverfügbarkeit erhöht. Die Plattform ist straßenzugelassen und mit einem Drive-by-Wire-System sowie vollständiger Sensorik für autonomen Fahrbetrieb ausgestattet.

Die SUE-Fahrzeugplattform ist modular ausgelegt und nicht auf das gezeigte Shuttle beschränkt. Das Smart-Chassis verfügt über alle Schnittstellen für hochautomatisierte Fahrfunktionen und kann für unterschiedliche Fahrzeug- und Nutzungskonzepte angepasst werden. Je nach Einsatzbereich sind verschiedene Antriebskonfigurationen möglich, von einer leistungsstarken 48-Volt-Motorisierung mit bis zu 160 kW bis zu einer kosteneffizienten Variante mit 23 kW für niedrigere Geschwindigkeiten und klar definierte Einsatzräume.

Optionen für Fahrwerk, Lenkung und Bremse

Auch das Fahrwerk ist flexibel: Im Serienkonzept wird ein platzsparendes Pull-Rod-System verwendet, bei dem Feder- und Dämpferelemente kompakt angeordnet sind, wodurch zusätzlicher Raum im Fahrgastraum entsteht. Alternativ sind konventionelle stehende Feder-Dämpfer-Einheiten möglich.

Für Lenkung und Bremse stehen ebenfalls verschiedene Systemvarianten zur Verfügung. Neben kostengünstigeren Lösungen für nicht-öffentliches Gelände können voll straßenzulassungsfähige, ASIL-D-konforme Steer-by-Wire- und Brake-by-Wire-Systeme integriert werden, wie sie im SUE-Prototyp verwendet werden.

Studie als Denkmodell

SUE ist ausdrücklich als Konzeptstudie angelegt. Es handelt sich nicht um ein unmittelbar seriennahes Fahrzeug. Vielmehr soll SUE als Denkmodell dienen, um neue Ansätze für urbane Mobilität zu erproben. Die UE Studios verstehen das Projekt als Grundlage für Diskussionen mit Städten, Mobilitätsanbietern und Technologiepartnern. Dabei geht es weniger um einzelne technische Lösungen als um das Zusammenspiel von Raum, Nutzung und Mobilität.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Integration in bestehende urbane Infrastrukturen. SUE ist so konzipiert, dass es Teil multimodaler Mobilitätsketten sein kann. Denkbar sind Einsätze als Sharing-Fahrzeug, als mobiles Büro oder als Ergänzung zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Die flexible Innenraumgestaltung unterstützt diese Vielseitigkeit, da sie unterschiedliche Nutzergruppen anspricht.

Mit SUE formulieren die UE Studios einen klaren Anspruch: Mobilität soll nicht länger ausschließlich als Fortbewegung verstanden werden, sondern als erweiterter Lebensraum im urbanen Kontext. Das Konzeptfahrzeug verbindet Elektromobilität, Digitalisierung und Raumgestaltung zu einem integrierten Ansatz. Ob und in welcher Form einzelne Elemente von SUE den Weg in zukünftige Serienfahrzeuge finden, bleibt offen.