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Teslas Robotaxi-Service in Texas: So liefen die Testfahrten
Autos navigieren autonom durch den öffentlichen Stadtverkehr – allerdings teils mit gravierenden Problemen

Bild von: Tesla
Stefan Leichsenring 
Von: Stefan Leichsenring
24. Jun. 2025 um 08:40 Uhr
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Autonom fahrende Teslas beförderten nun erste zahlende Passagiere in der texanischen Millionenstadt Austin. Es handelte sich allerdings nicht um ein öffentliches Angebot; nur ausgesuchte Tester durften mitfahren. Außerdem waren nur 10 bis 20 Fahrzeuge im Spiel und die Autos fuhren auch nicht gänzlich unbeaufsichtigt, sondern es war Sicherheitspersonal an Bord, und ein weiteres Fahrzeug fuhr zur Sicherheit hinterher.
Der Service war Anfang des Jahres von Tesla-Chef Elon Musk angekündigt worden. "Im Juni werden Teslas in Austin unterwegs sein, ohne dass jemand darin sitzt", sagte Musk damals. Der Termin wurde eingehalten, aber es handelte sich nicht um das Ende 2024 präsentierte Cybercab, sondern um das Model Y. Außerdem hatte das Ganze eher etwas von einer Versuchsfahrt mit ausgesuchten Test-Personen: Mitfahren durften keine Kritiker, sondern eher Tesla-freundliche Influencer. Pro Fahrt wurde eine Flat Fee von 4,20 Dollar verlangt, wie Musk am vergangenen Sonntag in einem Posting schrieb:
An Bord jedes Model Y war ein "Sicherheitsmonitor". Dabei handelte es sich um einen Tesla-Beschäftigten, der offenbar den Finger an einem Not-Aus-Schalter hatte, wie die Automobilwoche schreibt. Insgesamt wurden offenbar etwa 100 Fahrten von durchschnittlich sieben Kilometer Länge absolviert.
Wie sich die autonom fahrenden Teslas schlugen, beschreibt InsideEVs.com auf Basis von Video-Berichten der Tester. Danach kommen die Autos im öffentlichen Straßenverkehr von Austin schon gut zurecht: Sie suchen sich selbst eine günstige Fahrspur, biegen korrekt nach links ab und finden selbständig eine Lücke im Querverkehr, um sich einzufädeln etc. Sie steuern so, wie es auch ein geübter menschlicher Fahrer tun würde, und das sogar bei Nacht. Es gab allerdings auch Probleme und sogar sicherheitskritische Situationen.
So berichtet Fortune, dass sich der Start des Events um zwei Stunden verzögerte, offenbar weil etwas nicht richtig funktionierte. Außerdem klappte das Abholen der Test-Passagiere nicht wie versprochen, sondern die Tester mussten ihr Fahrzeug teilweise suchen.
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Video von Rob Maurer von Tesla Daily: Die kritische Situation ist bei etwa 7:20 zu sehen
Das schlimmste Malheur passierte wohl bei der Fahrt von Rob Maurer von Tesla Daily: Das Fahrzeug versuchte links abzubiegen, schwenkte dann aber zurück auf die ursprüngliche Route, da es auf die Gegenfahrbahn geraten war. Es war kurzzeitig links von einer doppelten gelben Linie, das Lenkrad bewegt sich wild und unkontrolliert von links nach rechts, und offenbar hupte das nachfolgende Auto sogar.
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Video von Sawyer Merritt: Tempoverstoß bei etwa 11:15 min; das 20-mph-Schild ist etwas unscharf, aber zu erkennen
Bei der Fahrt des Tesla-Investors und -Influencers Sawyer Merritt fährt das Robotaxi deutlich schneller als erlaubt: Es ist kurzzeitig mit 40 mph (65 km/h) unterwegs, obwohl nur 20 mph (32 km/h) erlaubt waren, wie im obigen Video zu sehen.
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Tesla will die Flotte autonom fahrender Autos bald deutlich vergrößern. Zunächst soll das Versuchsgebiet – derzeit ein per Geofencing begrenztes Areal im Süden von Austin – erweitert werden: Tests in anderen US-Städten wie San Francisco, Los Angeles und San Antonio sind geplant. Bis Ende 2026 sollen sogar schon "Hunderttausende, wenn nicht sogar eine Million Teslas" autonom fahren. Diese Zahl bezieht jedoch auch die Fahrzeuge von Privatleuten ein, die ihr Auto per App in ein Robotaxi verwandeln und damit Geld verdienen sollen.
Ob das Ganze auch auf Europa ausgedehnt werden kann, ist noch unklar. Dabei könnte auch ein allgemeines Manko des Full Self Driving (FSD) von Tesla eine Rolle spielen: Es werden weder Radar noch Lidar eingesetzt, sondern ausschließlich Kameras. In der Nacht funktioniert das, aber ob es auch bei Nebel, Schneetreiben oder starkem Regen klappt, ist unklar. Außerdem fehlt dadurch die Redundanz, die bei mehreren Sensoren gegeben wäre. So könnten die Behörden zumindest in Europa ein Veto einlegen.
Mehr zum autonomen Fahren:
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Tesla Robovan: Autonom fahrender Bus mit 20 Sitzen
Unter dem Strich
Die Videos von Teslas autonom fahrenden Autos beeindrucken – zumindest, wenn man dergleichen noch nicht gesehen hat. In den meisten Situationen kommen die Fahrzeuge im normalen Stadtverkehr gut zurecht. Aber das genügt nicht: Wenn schon bei rund 100 und zudem recht kurzen Fahrten sicherheitskritische Probleme auftreten, werden die Zulassungsbehörden wohl kaum den Normalbetrieb gestatten.
Aber wir wollen nicht kleinreden, was im Bereich autonomes Fahren schon möglich ist – es ist wirklich bemerkenswert. Allerdings hat Tesla hier keineswegs ein Monopol: Waymo, eine Alphabet-Tochter wie Google, betreibt schon 1.500 autonome Fahrzeuge, die offenbar ähnlich gut sind.
Quelle: Automobilwoche, InsideEvs.com, Fortune
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