Tesla im 1. Quartal: Mit rund 358.000 Verkäufen weiter schwach
Model S und X sind inzwischen ausgelaufen – weder in den USA noch in Deutschland sind sie konfigurierbar.
Am gestrigen Gründonnerstag meldete Tesla seine Quartalsergebnisse: Von Januar bis März 2026 wurden demnach weltweit etwa 358.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Das ist ein Plus von etwa sechs Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2025. Doch das liefert ein verzerrtes Bild, denn im Vorjahresquartal waren die Auslieferungen mit knapp 337.000 Stück besonders schwach. Treffender ist wohl: Die Auslieferungen waren die zweitschwächsten seit 2022.
Hinzu kommt, dass etwa 50.000 Fahrzeuge weniger ausgeliefert als produziert wurden. Damit wuchs diese Zahl auf den höchsten Wert seit Jahren. Das deutet auf einen ansteigenden Lagerbestand unverkaufter Autos hin, berichtet Reuters. Als Grund für die anhaltende Verkaufsschwäche bei Tesla werden die gestrichenen Steuervergünstigungen in den USA, die alternde Modellpalette und die zunehmende Konkurrenz genannt.
Analysten glauben, dass die derzeit hohen Spritpreise die Kundschaft dazu verleiten könnten, mehr Elektroautos zu kaufen – was Tesla gerade im wichtigen US-Markt zugutekommen dürfte. Dazu müsste der Benzinpreis aber längere Zeit hoch bleiben.
Was die Elektroauto-Verkäufe angeht, musste Tesla im letzten Jahr erstmals seine Topposition an BYD abtreten. Ein Hoffnungszeichen für Elon Musk sind jedoch die Erfolge in China. Dort erhöhte sich der Absatz im ersten Quartal 2026 um über 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. In Europa dagegen entwickeln sich die Tesla-Verkäufe weiter schwach. Hier könnte eine Zulassung des Full-Self-Driving-Systems Fortschritte bringen. Eine Entscheidung in den Niederlanden soll noch im April fallen. Das könnte für einen Kaufanreiz sorgen, so Reuters.
Nimmt man die Börsenbewertung als Gradmesser für den Zustand des Unternehmens, so sieht die Lage rosig aus. Denn mit etwa 1,2 Billionen Dollar liegt Tesla hier nach wie vor auf Platz eins. Toyota als Nummer zwei folgt mit "nur" rund 233 Milliarden Dollar. Der Börsenkurs ist auf Drei-Jahres-Sicht mit 75 Prozent im Plus, schwächelt aber wie viele Technologiewerten in den letzten Monaten. Im Dezember lag er noch bei rund 420 Dollar, inzwischen ist er auf etwa 310 Dollar gesunken.
Das Autogeschäft von Tesla wird an der Börse derzeit fast ignoriert. Wichtiger sind den Anlegern die Technologiepläne des Unternehmens. Damit steht das Vorankommen von Tesla beim autonomen Fahren und bei humanoiden Robotern im Vordergrund. Im Sommer 2025 startete der Robotaxi-Service in Austin (Texas). Eine rasche Expansion ist geplant, doch der Umfang ist im Vergleich zu Waymo noch gering. Das kommt auch daher, dass die Produktion des Cybercab erst hochgefahren wird.
Unter dem Strich
Während Tesla bis 2023 fast jedes Quartal einen neuen Absatzrekord aufstellte, herrscht seitdem mehr oder weniger Stillstand bei den Auslieferungen. Das liegt auch daran, dass die Marke seit Jahren die gleichen Modelle anbietet. Der Schwerlaster Semi, der wenig erfolgreiche Cybertruck und das erst anlaufende Cybercab ändern an den Verkaufszahlen wenig.
Hinzu kommt nun, dass Model S und Model X nicht mehr produziert werden. Wie von Elon Musk angekündigt, lief die Produktion aus. So sind die beiden Modelle in den USA und in Deutschland nicht mehr konfigurierbar. Es bleiben nur noch Model 3 und Y. Auch wenn es da in letzter Zeit Rabatte und neue Varianten gibt: Damit wird Tesla das Ruder bei den deutschen Absatzzahlen nicht herumreißen. In wenigen Tagen werden wir das an den neuen Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamts sehen.
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