Zum Hauptinhalt springen

Denza Z9GT: Elektro-GT mit 850 kW ab 115.000 Euro bestellbar

Mit 600 km Reichweite, Luftfederung, Hinterradlenkung und 1.500-kW-Laden greift der Z9GT den doppelt so teuren Taycan Turbo GT an.

Denza Z9GT (2026): Das Exterieur
Bild von: BYD

Denza startet in Europa. Als erstes Modell bringt der Premiumableger von BYD den Z9GT. Es handelt sich um einen technisch hochentwickelten, 5,18 Meter langen elektrischen Grand Tourer oder Shooting Brake. Der Wagen wird in Deutschland zu Preisen ab 115.000 Euro angeboten und ist schon konfigurierbar. Auch ein Plug-in-Hybrid namens Z9GT DM wird offeriert.

Technische Basis ist die Plattform e3, ausgesprochen als "e‑cube", die speziell für die Marke Denza entwickelt wurde. Der Z9GT bietet einen 850-kW-Allradantrieb, einen 122,5-kWh-Akku für 600 Kilometer Reichweite sowie extrem schnelles Flash Charging. Zu den Besonderheiten gehören auch eine Luftfederung, Torque Vectoring sowie eine Hinterradlenkung.


ExterieurInterieurAntrieb/Akku | Hinterradlenkung | Preise/Marktstart


Bildergalerie: Denza Z9GT (2026)

Exterieur

Die elegante Optik des Fahrzeugs entstand unter Leitung von Chefdesigner Wolfgang Egger. An der gepfeilten Front gibt es neben den Scheinwerfern zwei filigrane Lichtlinien pro Seite. Die Seitenansicht wird von sanften Kurven und ausgeprägten Schultern geprägt. Zudem fällt eine schwarze Linie auf, die von den vorderen Kotflügeln kommend absinkt und dann parallel zu den Schwellern verläuft. 

Am rundlichen Heck gibt es Rückleuchten, die mit ihren Formen an Sanduhren erinnern sollen – vier links und vier rechts. Über der flach liegenden Heckscheibe verlängert ein mittig unterbrochener Spoiler die Dachlinie. Ein ausfahrbarer Heckflügel fungiert als unterer Spoiler.

Denza Z9GT (2026): Das Interieur
Bild von: BYD

Interieur

Innen fallen zuerst die großen Displays auf. In der Mitte macht sich ein 17,3 Zoll großer Touchscreen breit, der frei vor der Armaturentafel steht. Ergänzt wird dieser durch zwei 13,2‑Zoll‑Bildschirme – einer als Instrumentendisplay und einer als Entertainmentdisplay vor dem Beifahrersitz. Dazu kommt ein großes Head‑up‑Display sowie optional in die Türen integrierte Bildschirme für die Bilder der kamerabasierten Außenspiegel.

Für Navigation und Sprachassistenz sowie einen KI‑gestützten Assistenten werden Google‑Dienste genutzt. Die künstliche Intelligenz beantwortet auch Fragen zum Fahrzeug und dient als sprachbasiertes Handbuch.

Ansonsten gibt es viel Leder und leicht getöntes Holz. Die Vordersitze bieten eine achtfach elektrische Verstellung sowie Massage-, Belüftungs‑ und Heizfunktionen. Darüber hinaus verfügt der Fahrersitz über aktive Seitenwangen, die in Kurven zusätzlichen Halt bieten sollen. Im Fond sind die Sitze ebenfalls mit Heizung, Belüftung und Massagefunktionen ausgestattet und bieten zudem verlängerte Beinauflagen.

Ein Kühlfach kann Getränke und dergleichen bis auf –6 Grad Celsius herunterkühlen. Darüber hinaus besitzt der Z9GT ein großes Glasdach, zwei 50-Watt‑Ladepads für kabelloses Smartphone‑Laden vorne und ein weiteres 50‑Watt‑Ladepad hinten. Für Unterhaltung sorgt ein Soundsystem mit 20 Lautsprechern von Devialet mit Dolby-Atmos-Technik.

Antrieb und Batterie

Mit der genannten Systemleistung von 850 kW ist der Z9GT noch stärker als die Topversion des Porsche Taycan, der "nur" 760 kW (nach früheren Angaben 815 kW) bietet. Während der Taycan Turbo GT aber in 2,2 Sekunden die Tempo-100-Marke überwinden soll, braucht der Z9GT 2,7 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 270 km/h. Der Antrieb besteht aus drei Motoren: Vorn werkeln 230 kW, hinten zweimal 310 kW. Das System ermöglicht aktives Torque Vectoring zur Verbesserung der Kurvendynamik.

Beim Akku handelt es sich um eine Blade-Batterie der zweiten Generation. Diese sorgt beim Allradler für 600 km Reichweite nach WLTP-Norm. Eine Variante mit Hinterradantrieb und der gleichen Batterie soll noch 2026 folgen und bis zu 800 km am Stück ermöglichen. Die Batterie ist in Cell‑to‑Body‑Bauweise (CTB) gehalten. Dabei verzichtet man auf Module, und die Zellen übernehmen auch strukturelle Aufgaben; der Fahrzeugboden bildet zugleich die Oberseite der Batterie.

Der Akku ermöglicht das Flash Charging, das heißt, das rasend schnelle Aufladen mit bis zu 1.500 kW. Die 1.500 kW werden durch einen besonders niedrigen Innenwiderstand der Batterie möglich. Man braucht dafür nur ein einziges Kabel; allerdings wird dafür ein spezieller chinesischer Stecker benötigt, der vermutlich besonders gekühlt ist. Deswegen kann das Flash Charging wohl auch nur an speziellen Ladesäulen von BYD erfolgen. Allerdings hat der Z9GT einen ganz normalen CCS2-Anschluss, wie die Bilder zeigen.

Jedenfalls soll der Akku in nur fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent gebracht werden können und in neun Minuten von 10 auf 97 Prozent. Selbst bei Temperaturen von bis zu -30 Grad Celsius soll sich der Akku in nur zwölf Minuten von 20 auf 97 Prozent laden lassen. Dazu hat BYD den Slogan "Ready in 5, Full in 9, Cold Add 3" ersonnen.

Hinterradlenkung

Der Z9GT bietet auch eine Hinterradlenkung, die unter anderem den Wendekreis des 5,18 Meter langen Fahrzeugs verbessern soll. Die Hinterräder können im gleichen Sinn wie die Vorderräder eingeschlagen werden oder entgegengesetzt. Dabei sind Winkel von +5 bis –5 Grad möglich. Zudem können die Hinterräder auch den gleichen Lenkwinkel wie die Vorderräder einnehmen, was einen sogenannten Crab Walk ermöglicht. Das Schrägfahrt-Manöver funktioniert bis zu einem Winkel von 8,5 Grad.

Auch eine "Toe-in"-Funktion gibt es. Dabei drehen sich beide Hinterräder in Richtung Fahrzeugmitte, was die Stabilität, insbesondere beim Bremsen, verbessern soll. Bei der "Toe-out"-Rotation drehen sich die beiden Hinterräder von der Fahrzeugmitte weg. Beim Einparken soll das ermöglichen, dass sich das Auto um die Vorderachse dreht. In dieser Konfiguration soll der Wendekreis 10,7 Meter betragen – das ist weniger als bei einem aktuellen VW Golf (11,1 Meter).

Hinzu kommt eine Zweikammer‑Luftfederung, die schnell zwischen zwei einstellbaren Härtestufen wechseln kann. Das soll sowohl hohe Kurvengeschwindigkeiten ermöglichen als auch den Fahrkomfort auf unebenen Straßen verbessern.

Preise und Marktstart

Der Z9GT kostet wie anfangs erwähnt 115.000 Euro, also weniger als die Hälfte von dem, was Porsche für den Porsche Taycan Turbo GT (ab 241.100 Euro) verlangt. Es gibt nur eine einzige, äußerst umfangreiche Ausstattung. Entscheiden darf man sich für eine von sechs Außenfarben und ein Interieur in Weiß, Schwarz oder Dunkelrot. Zu wählen gibt es im Konfigurator zudem die Radgröße (20 oder 21 Zoll) und die Art der Außenspiegel (konventionell oder kamerabasiert). 

Der Verkauf beginnt sofort. In den kommenden Wochen sollen Denza‑Stores in Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich eröffnen. Weitere Märkte kommen in der zweiten Jahreshälfte hinzu. Wer den Z9GT vor Ende September bestellt, erhält 18 Monate kostenloses Flash Charging.

Technische Daten des Denza Z9GT

  • Allradantrieb mit 3 Motoren (einer vorn, zwei hinten)
  • Systemleistung / Drehmoment: 850 kW (230+2x310 kW) / 1.210 Nm (410 + 2x400 Nm)
  • 0–100 km/h / Höchstgeschwindigkeit: 2,7 Sek. / 270 km/h
  • WLTP-Verbrauch: k.A.
  • Batterie / WLTP-Reichweite: 122,5 kWh (LFP) / 600 km
  • Max. Ladeleistung AC/DC: 11 / 1.500 kW
  • Maße: 5.180 mm Länge / 1.990 mm Breite / 1.490 mm Höhe / 3.125 mm Radstand
  • Kofferraum: 495–1.680 Liter plus 53 Liter Frunk
  • Max. Anhängelast: 2.000 kg