Smart #2 (2026): Der Elektro-Cityflitzer zeigt seinen Innenraum
300 Kilometer Reichweite, Marktstart im zweiten Quartal 2027
Die Marke Smart hat im Rahmen einer exklusiven Veranstaltung in Rom das Smart Concept #2 erstmals in Europa vorgestellt. Das Konzeptfahrzeug liefert konkrete Einblicke in das Innenraumdesign und die technischen Spezifikationen des kommenden Smart #2, der als vollelektrischer Zweisitzer die Nachfolge des ikonischen Smart Fortwo antritt.
Die Wahl des Präsentationsorts war dabei kein Zufall: Die engen Gassen der italienischen Hauptstadt repräsentieren exakt das urbane Umfeld, für das das Fahrzeug entwickelt wurde. Nach Angaben des Herstellers sind europaweit nach wie vor mehr als zwei Millionen Smart-Fahrzeuge älterer Generationen im Einsatz, davon im Großraum Rom alleine rund 35.000. In Deutschland liegt die Zahl der zugelassenen Smart Fortwo noch immer bei über 300.000 Einheiten.
Bildergalerie: smart #2 (2026) in der ersten Sitzprobe
Bedeutet: Die potenzielle Kundschaft ist theoretisch vorhanden. Würden nur zehn Prozent der Fortwo durch den #2 ersetzt, könnte das den Absatz der Markt Smart hierzulande erheblich steigern. Exakt 3.284 Neuzulassungen verbuchte Smart von Januar bis Mai 2026 in Deutschland, allesamt eher große SUVs.
Wie Florian Nemitz, CEO von Smart Deutschland, betont, soll das neue Modell an die Fortwo-Historie anknüpfen und das nächste Kapitel des bekannten Fahrzeugkonzepts aufschlagen. Die offizielle Weltpremiere der Serienversion ist für den Herbst angekündigt.
Die technische Basis: Electric Compact Architecture (ECA)
Als technologisches Herzstück des künftigen Smart #2 dient die neu entwickelte ECA-Plattform. Diese skalierbare Architektur wurde von den internationalen Entwicklungsteams der Marke speziell für ultrakompakte, batterieelektrische Fahrzeuge konzipiert. Möglich sind damit Radstände zwischen 1.875 und 2.500 Millimeter. Markenkenner wissen: #4 ist noch frei. Über weitere Varianten (wie ein Cabrio) wird zu diesem Zeitpunkt noch nicht konkret gesprochen, auch wenn das Unternehmen strategisch weiterdenkt.
Die bisher gezeigte Studie des #2 ist übrigens 2,79 Meter lang, viel ändern dürfte sich hier nicht. Optisch darf man sich einiges an Chichi wegdenken. Preislich erwarten wir einen Bereich zwischen 20.000 und 30.000 Euro. Wolfgang Ufer, der Europa-Chef von Smart, nannte gegenüber den Kollegen der Automobilwoche die 20.000 Euro als "Kampflinie, auf die wir sehr gut achten werden". Quasi eine Liga, die vom Pflegedienst bis zu Premium reicht.
Ein zentrales Merkmal der Konstruktion sind extrem kurze Überhänge sowie eine kompakte Anordnung der technischen Komponenten. Dies ermöglicht trotz der geringen Außenmaße eine hohe Wendigkeit im innerstädtischen Raum. Der Wendekreis des Smart #2 liegt bei lediglich 6,95 Metern von Bordstein zu Bordstein, womit er exakt das Niveau des vorherigen Smart Zweisitzers erreicht.
Hinsichtlich des Antriebsstrangs nennt Smart erste technische Zielwerte für das künftige Serienmodell. Die ECA-Plattform integriert eine Batterie mit einer Kapazität von 35,7 kWh. Damit wird eine WLTP-Reichweite von rund 300 Kilometer angestrebt. Fast doppelt so viel also wie beim letzten Fortwo EQ.
Durch eine annähernde Verdopplung der Reichweite auf knapp 300 km und Schnellladefähigkeit ist das Auto nicht mehr nur rein urban, sondern auch für Pendler und längere Strecken attraktiv.
Für die DC-Schnellladung wird eine Zeitspanne von weniger als 20 Minuten prognostiziert, um den Ladestand von 10 auf 80 Prozent anzuheben. Bei den genannten Werten handelt es sich um vorläufige Schätzungen, da das Fahrzeug momentan noch das EU-Homologationsverfahren durchläuft.
Erster Blick auf das Innenraumkonzept
Das Design des Smart Concept #2 folgt der Philosophie "Function becomes Fashion". Übersetzt: Praktisch soll er sein, aber auch schick. Schließlich machte die weibliche Kundschaft bei Fortwo einen nicht unerheblichen Teil aus. Das Fahrzeug richtet sich laut Deutschland-Chef Nemitz aber nicht an eine spezifische Altersgruppe oder ein bestimmtes Geschlecht, sondern soll eine emotionale Verbindung schaffen. Ähnlich einem "Accessoire", das den persönlichen Stil und die Individualität unterstreicht.
Zu den optischen Merkmalen gehören eine zweifarbige Lackierung, rahmenlose Türen und präzise ausgearbeitete Oberflächenstrukturen. Premium ist Trumpf. Explizit wird "Design by Mercedes-Benz" ans Auto geschrieben.
Im Interieur setzt Smart auf ein S-förmiges Cockpit-Design, das eine intuitive Bedienung, klare Orientierung und maximale Raumeffizienz gewährleisten soll. Ein wesentliches Element der Innenraumarchitektur ist zudem eine durchgehende Sitzbank. Diese hebt die klassische physische Trennung zwischen Fahrer und Beifahrer auf, um trotz der ultrakompakten Grundfläche ein großzügiges, offenes Raumgefühl zu erzeugen.
Gut gelungen ist der nocht allzu große, leicht zum Fahrer geneigte Touchscreen. Ebenso die durchgehende Sitzbank mit freiem Durchstieg. Eine breite Mittelarmlehne teilt bei Bedarf die Bank auf. Und bei den Lüftungsdüsen gilt der zweite Teil des Wortes ...
Sicherheitsphilosophie und neue Tridion-Zelle
Ein weiterer Schwerpunkt bei der Entwicklung des kommenden Modells liegt auf der passiven Sicherheit. Smart greift hierfür das bekannte Prinzip der Tridion-Sicherheitszelle wieder auf und transferiert dieses Konzept in die nächste Generation des Elektro-Zweisitzers.
Die neu konstruierte Tridion-Zelle ist darauf ausgelegt, die aktuellen, modernen Sicherheitsanforderungen mit einer robusten Karosseriestruktur zu verbinden, um den Insassen auch im Kleinstwagen-Segment ein hohes Schutzniveau und Stabilität zu bieten.
Mehr werden wir spätestens zum Autosalon in Paris im Oktober 2026 wissen. Dann wird die Serienversion des Smart #2 der Öffentlichkeit präsentiert. Der Verkauf in Europa soll im zweiten Quartal 2027 beginnen. Kunden können den Kaufprozess komplett online oder flexibel im Autohaus (in Kooperation mit dem Mercedes-Benz Vertriebsnetz) durchführen. After-Sales-Services werden über die Mercedes-Benz AG angeboten.
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