Mitsubishi Eclipse Cross (2026) im Test: Alltags-König mit Substanz
Der japanische Elektro-Crossover überzeugt im Alltag. Ist der Renault-Scenic-Bruder am Ende sogar besser als das Original?
Mitsubishi wagt mit dem neuen Eclipse Cross den Sprung in die reine Elektromobilität und bedient sich dafür im Konzernregal der Allianz. Unter dem eigenständigen Blech steckt im Kern die Technik des Renault Scénic E-Tech Electric. Für die japanische Marke ist dieses SUV-Crossover ein extrem wichtiger Meilenstein beim Neustart in Europa. Wir haben das Topmodell mit der großen 87-kWh-Batterie und Luxury-Paket im Alltag ausführlich getestet.
| Schnelle Daten | Mitsubishi Eclipse Cross Diamant TOP mit Luxury-Paket (2026) |
| Antrieb |
- Elektrisch erregter Synchronmotor - Frontantrieb |
| Getriebe | Automatik |
| Systemleistung / Drehmoment | 160 kW (218 PS) / 300 Nm |
| Batterie (netto) | 87 kWh (Lithium-Ionen, 400V) |
| Reichweite (WLTP) | 615 km (kombiniert) / 806 km (innerorts) |
| Verbrauch (WLTP komb.) | 17,1 kWh/100 km |
| DC-Ladeleistung | bis 150 kW (CCS) |
| AC-Ladeleistung | 11 kW (optional 22 kW), 3-phasig |
| Basispreis 87 kWh (Diamant PLUS) | 47.990 Euro |
| Testwagenpreis | 57.940 Euro |
Karosserie/Design | Innenraum | Antrieb/Fahreindrücke | Verbrauch/Preis | Fazit
Karosserie/Design
Optisch gelingt Mitsubishi der Spagat zwischen Plattform-Teilen und Markenidentität überraschend gut. Die Front hebt sich mit der markanten Shield-Gestaltung deutlich vom französischen Technikspender Renault Scenic E-Tech ab. Uns gefällt dieses Gesicht im direkten Vergleich sogar etwas besser als das des Scenic. Die aggressiv gezeichneten Tagfahrlichter wirken eigenständig und verleihen dem Crossover eine moderne Präsenz.
Die Proportionen stimmen an allen Ecken. Das Auto verbindet die fließende Optik eines Crossovers geschickt mit dem stämmigen Auftritt eines SUV, ohne dabei hochbeinig zu wirken. Unsere Testwagen-Konfiguration in Himalaya-Weiß mit schwarzem Dach und mattchromfarbenen Applikationen verstärkt diesen edlen Eindruck.
Am Heck schrumpfen die Unterschiede zum Scénic dagegen auf ein Minimum. Abgesehen vom Drei-Diamanten-Logo und dem großen Schriftzug bleibt die Heckpartie weitgehend identisch. Im Straßenverkehr fällt der Wagen kaum auf, sieht aber schlicht verdammt gut aus.
Innenraum
Für seine kompakten Abmessungen von knapp 4,49 Metern Länge bietet der Eclipse Cross ein erstaunlich großzügiges Platzangebot. Im Cockpit herrscht ein luftiges Raumgefühl mit viel Bewegungsfreiheit in alle Richtungen. Mitsubishi verpasst dem Interieur eine sehr schicke, eigene Note. Schwarze Kunstlederbezüge mit weißen Kederleisten und Kontrastnähten treffen hier auf großzügige Alcantara-Flächen. Der Griff zu billigem Hartplastik wurde lobenswerterweise auf ein Minimum reduziert.
Trotz des edlen Ambientes offenbaren die vorderen Sitze im Detail spürbare Ergonomie-Schwächen. Zwar lassen sie sich im Luxury-Paket elektrisch verstellen, eine Neigungsverstellung für die Sitzfläche fehlt jedoch völlig. Die Oberschenkel hängen dadurch etwas unbequem in der Luft. Zudem fällt die Suche nach einer perfekten Sitzposition schwer. Bringt man Sitz und Lenkrad ergonomisch in Einklang, verdecken die Lenkradspeichen Teile der digitalen Instrumente. Stellt man das Volant höher, leidet das natürliche Fahrgefühl.
Hinter dem Lenkrad blickt man auf ein digitales 12-Zoll-Display. Das grundlegende Layout stammt von Renault, die Japaner verpassen der Grafik jedoch einen eigenen Anstrich. Drei verschiedene Ansichten stehen zur Wahl, darunter eine sehr gelungene Vollbild-Kartendarstellung. Uns gefällt die reduzierte Optik im Mitsubishi subjektiv besser, da sie klarer strukturiert wirkt. Auch im Fond überzeugt das Packaging des Crossovers auf ganzer Linie. Selbst mit einer Körpergröße von 1,87 Metern sitzt man hinter dem eigenen Fahrersitz absolut entspannt.
Ein dicker Pluspunkt der genutzten Plattform ist der angenehm niedrige Fahrzeugboden in Reihe zwei. Viele Elektroautos zwingen die Passagiere wegen des Akkus im Keller zu einer stark angewinkelten Beinhaltung, was hier deutlich angenehmer gelöst ist. Das Kofferabteil schluckt ordentliche 545 bis maximal 1.670 Liter Gepäck. Ärgerlich ist allerdings die sehr hohe innere Ladekante beim Ein- und Ausladen. Weil ein doppelter Ladeboden fehlt, muss schweres Gepäck stets über eine tiefe Stufe gewuchtet werden. Immerhin gibt es im Kofferraum ein cleveres Zusatzfach, das das Ladekabel jederzeit aufnimmt.
Die Bedienung profitiert massiv vom integrierten Google-Infotainment mit seinem großen Touchscreen. Das System zählt aktuell zu den besten Lösungen auf dem Markt. Die Menüstruktur ist logisch aufgebaut und wirft im Alltag keine Rätsel auf. Google Maps übernimmt die Routenplanung inklusive einer zuverlässigen Ladestrategie. Die Prognose des Ladestands am Zielort stimmte in unserem Test fast auf das Prozent genau. Über die zugehörige Smartphone-App lässt sich der Eclipse Cross zudem problemlos vorklimatisieren.
Als Segen im Alltag erweist sich die physische Schnellauswahltaste links neben dem Lenkrad. Mit nur einem Knopfdruck deaktivieren wir über ein zuvor konfiguriertes Assistentenprofil die nervige Tempowarnung und den Spurhalter. Auch die Klimatisierung läuft unkompliziert über permanent eingeblendete Displaytasten und echte Schalter.
Weniger glücklich gelöst ist dagegen die überfrachtete rechte Seite der Lenksäule. Hier drängen sich wie bei vielen Renault-Modellen der Getriebewahlhebel, der Scheibenwischer-Bedienarm und der Satellit für das Audiosystem auf engstem Raum. Fehlbedienungen sind vor allem in den ersten Tagen vorprogrammiert.
Zusätzlichen Komfort hingegen spendet das riesige Panorama-Glasdach aus dem Luxury-Paket, das sich auf Knopfdruck elektrochromatisch verdunkeln lässt. Es flutet den Innenraum mit Licht, ohne dass sich das Fahrzeug im Sommer unangenehm aufheizt. Ein klassisches Head-up-Display sucht man zwar vergebens. Aufgrund der hervorragenden Ablesbarkeit der digitalen Instrumente vermissen wir dieses Extra im Test jedoch zu keinem Zeitpunkt. Der Automatik-Wählhebel reagiert bisweilen etwas träge und verlangt einen sehr festen Tritt auf die Bremse.
| Abmessungen | Mitsubishi Eclipse Cross Diamant TOP mit Luxury-Paket |
| Länge x Breite x Höhe | 4.489 x 1.908 x 1.571 mm |
| Radstand | 2.784 mm |
| Kofferraumvolumen | 545 l / max. 1.670 l |
| Leergewicht | 1.950 kg |
| Zuladung | 460 kg (inkl. Fahrer 75 kg) |
| Max. Anhängelast (gebremst) | 1.100 kg |
| Max. Stützlast | 75 kg |
Antrieb/Fahreindrücke
Unter der Haube des Japaners arbeitet ein elektrisch erregter Synchronmotor mit 160 kW Leistung. Die 218 PS und das Drehmoment von 300 Newtonmetern sorgen für absolut ausreichende Fahrleistungen im Verkehrsalltag. Nach 7,9 Sekunden fällt die Tempo-100-Marke, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 170 km/h elektronisch begrenzt. Im Sportmodus spricht das Aggregat angenehm spontan an und zieht aus dem Stand munter durch. Über die konfigurierbaren Fahrmodi passen wir die Charakteristik von Motor und Lenkung nach unseren persönlichen Vorlieben an.
Die Fahrwerksabstimmung überrascht mit einer spürbar straffen Auslegung. Von der sprichwörtlichen französischen Sänfte des Plattform-Bruders ist hier wenig zu spüren. Bei niedrigem Tempo federt das SUV-Crossover auch aufgrund der großen Räder recht steifbeinig an und reicht Querfugen spürbar an die Insassen weiter. Mit steigender Geschwindigkeit verbessert sich der Komforteindruck jedoch deutlich. Die Straßenlage fühlt sich jederzeit sicher an und vermittelt ein hohes Maß an Stabilität.
In schnellen Kurven macht sich allerdings das stattliche Leergewicht von 1.950 Kilogramm durch spürbare Wankbewegungen bemerkbar. Hinzu kommen die rollwiderstandsoptimierten Reifen, die frühzeitig die Haftungsgrenze ankündigen. Dynamischer Kurvenspaß kommt so kaum auf, doch das gehört ohnehin nicht zum Lastenheft dieses Modells. Die Lenkung hinterlässt dazu einen geteilten Eindruck. Zwar lässt sich die Servounterstützung in drei Stufen variieren, doch echtes Fahrbahngefühl vermittelt keine der Einstellungen.
Selbst im sportlichsten Modus steigt lediglich der Widerstand beim Kurbeln, ohne dass die Rückmeldung zunimmt. Aufgrund der mäßigen Präzision sind in langgezogenen Kurven immer wieder leichte Korrekturen am Steuer nötig. Sehr gut gelöst ist dagegen das One-Pedal-Driving für den Stadtverkehr. Über die Rekuperation lässt sich der Wagen meist punktgenau bis zum Stillstand verzögern. Das schont die mechanische Bremse, was im Eclipse Cross jedoch noch einen ganz anderen Vorteil hat.
Tritt man nämlich doch einmal auf das Bremspedal, überrascht dieses mit einer unharmonischen Abstimmung. Dem Pedal wohnt anfangs ein spürbarer Leerweg ohne jede Bremswirkung inne. Erst danach packt die mechanische Bremse sehr abrupt und bissig zu. Beim sanften Heranrollen an eine rote Ampel erfordert das einen extrem feinfühligen Fuß. Andernfalls quittiert der Wagen den Bremsvorgang mit heftigen Nickbewegungen der gesamten Besatzung, die sicher keine Zustimmung signalisieren.
Beim Thema Laden schlägt sich das 400-Volt-System der 87-kWh-Batterie ordentlich. Am Schnelllader verspricht Mitsubishi eine maximale Ladeleistung von bis zu 150 Kilowatt. In unserem Test starteten wir den Ladevorgang bei einem Batteriestand von 25 Prozent. Die versprochene Spitzenleistung lag sofort an und nach knapp 30 Minuten war der Akku wieder zu 80 Prozent gefüllt. Das ist ein alltagstauglicher Wert für die Langstrecke, wenn auch sicher keine Glanzleistung.
Dennoch zeigte sich im Testverlauf, dass der Eclipse Cross nicht an jeder Schnellladesäule seine volle Ladeleistung entfaltet. Die automatische Batteriekonditionierung reagiert systembedingt nur auf zuvor per Navi geplante Ladestopps, nicht bei spontanen Ladungen. Manuell schalten lässt sie sich leider nicht.
Hervorragend ist wiederum die Geräuschdämmung der Kabine. Selbst bei hohem Autobahntempo bleibt es im Innenraum flüsterleise, obwohl der Hersteller auf teure Doppelverglasung verzichtet.
Ebenfalls sehr gelungen sind die Assistenzsysteme. Spurhalteassistent und weitere Eingriffe arbeiten unauffällig und harmonisch. Die Abstimmung ist weder besonders sportlich noch aggressiv, gleichzeitig gibt es aber kaum störende Fehlreaktionen. Auch der Einparkassistent funktioniert überzeugend und reagiert schneller als bei manchen Konkurrenten. Insgesamt gibt es hier wenig Anlass zur Kritik. Gerade bei modernen Assistenzsystemen ist das inzwischen bereits ein großes Kompliment.
Verbrauch/Preis
In puncto Effizienz verbucht der Eclipse Cross echte Glanzlichter auf seinem Konto. Im städtischen Umfeld pendelt sich der Strombedarf mühelos unter der Marke von 20 Kilowattstunden pro 100 Kilometer ein. Wer vorausschauend fährt und die Rekuperation nutzt, drückt den Verbrauch problemlos auf unter 15 Kilowattstunden. Auf der Autobahn verlangt das SUV-Crossover bei Richtgeschwindigkeit ebenfalls keinen unverschämten Expresszuschlag. Bei konstant 140 km/h ermittelten wir einen absolut vertretbaren Verbrauch von 23 bis 24 Kilowattstunden.
In Kombination mit dem üppigen 87-kWh-Akku sind damit reale Reichweiten von deutlich über 450 Kilometern im Alltag machbar. Finanziell verlangt der Einstieg in die elektrische Mitsubishi-Welt allerdings eine dicke Brieftasche. Die Preisliste für den Eclipse Cross mit der großen 87-kWh-Batterie startet in der Ausstattung Diamant PLUS bei 47.990 Euro. Unsere noch reichhaltiger ausgestattete Version Diamant TOP steht bereits mit mindestens 52.790 Euro in der Liste. Zusammen mit dem Luxury-Paket für 3.400 Euro und der zweifarbigen Kontrastlackierung für 1.750 Euro klettert der Preis unseres Testwagens auf stolze 57.940 Euro.
Für diesen Betrag rollt der Japaner jedoch nahezu voll ausgestattet zum Kunden. Ein wichtiges Kaufargument liefert der Hersteller beim Thema Absicherung. Mitsubishi gewährt auf den Eclipse Cross ein vorbildliches Garantiepaket von vollen 8 Jahren oder 160.000 Kilometern Laufleistung. Das gilt erfreulicherweise auch für die teure Antriebsbatterie.
Die Konkurrenz in diesem hart umkämpften Segment schläft unterdessen keineswegs und wirft teils aggressive Tarife in den Ring. Der direkte französische Plattform-Bruder Renault Scénic E-Tech startet mit der identischen 87-kWh-Batterie (220 PS) in der Ausstattung Techno bereits ab 48.900 Euro. Ein Skoda Elroq 85 (82 kWh netto, 286 PS) greift sogar schon ab 43.900 Euro an, während der Ford Explorer Premium (79 kWh netto, 286 PS) ab 49.500 Euro gelistet wird.
Auch der VW ID.4 Pro (77 kWh netto, 286 PS) geht ab 48.900 Euro ins Rennen. Der Opel Grandland Electric (82 kWh netto, 213 PS) rundet das Feld mit einem Einstiegspreis von 46.750 Euro ab. Im direkten Umfeld der etablierten Platzhirsche ist der voll ausgestattete Mitsubishi preislich also kein Schnäppchen, kontert aber mit seiner überragenden Absicherung.
Fazit
Der Mitsubishi Eclipse Cross erweist sich im Test als ein rundum gelungenes Elektro-SUV mit echten Alltagsqualitäten. Dank der hervorragenden französischen Gene glänzt das Crossover mit hoher Effizienz und einer extrem praxistauglichen Reichweite. Die Japaner verpassen dem Wagen mit dem markanten Dynamic-Shield-Design zudem eine gelungene optische Eigenständigkeit. Wer mit den kleinen ergonomischen Schwächen im Cockpit und der gewöhnungsbedürftigen Bremse leben kann, erhält ein extrem ausgereiftes Elektroauto. Das starke Garantie-Versprechen nimmt zudem jede Angst vor teuren Spätfolgen.
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