BYD ETT 44: Zugmaschine mit Megawatt-Laden und 600 km Reichweite
Neue Elektro-Sattelschlepper mit bis zu 735 kW Antriebsleistung, 651-kWh-Batterie und 600 km Reichweite
BYD ist in Deutschland bisher hauptsächlich als Hersteller von Pkws und vielleicht noch Bussen bekannt. Dass der chinesische Konzern auch eine breite Palette von elektrischen Nutzfahrzeugen besitzt, zeigt er nun auf der IAA Transportation.
Dabei will BYD seine Stärken zu einem Ökosystem für die Nutzfahrzeug-Kundschaft zusammenführen – von der Blade-Batterie über das ultraschnelle Laden im Megawatt-Bereich und Energiespeichersysteme bis zu Finanzdienstleistungen. Durch dieses Angebot aus einer Hand will man die Elektrifizierung von Flotten vereinfachen, die betriebliche Effizienz und die Fahrzeugverfügbarkeit steigern.
Bildergalerie: BYD ETT 44 (Sattelschlepper)
Unter anderem soll die Flash-Charging-Technologie in Lkws einziehen. Das Paradebeispiel dafür ist der neue BYD ETT 44, ein elektrischer Sattelschlepper – also ein Konkurrent des Tesla Semi und Mercedes eActros 600.
Das Fahrzeug sieht deutlich konventioneller aus als der Tesla Semi. Wie die meisten Sattelzüge verfügt auch der ETT 44 über ein hohes Dach mit einer Schlafkabine für die Fahrerin oder den Fahrer. Das Cockpit ist sogar mit Apple CarPlay und Android Auto sowie einem 12,8-Zoll-Bildschirm ausgestattet.
Den Namen verdankt das Modell offenbar dem Gesamtgewicht von 44 Tonnen. Die Leistung des 11 Tonnen schweren Schleppers beträgt bis zu 1.000 PS (735 kW), die Reichweite bis zu 600 Kilometer. Herzstück des ETT 44 ist die 651-kWh-Blade-Batterie, die sich in nur 20 Minuten von 20 auf 80 Prozent aufladen lassen soll. In dieser Zeit soll man bis zu 400 Kilometer Reichweite nachladen können. Zunächst soll es ein 4x2-Modell geben, also einen Zweiachser mit zwei angetriebenen Rädern. Später soll ein dreiachsiges 6x2-Modell folgen, dessen Reichweitenangabe noch nicht vorliegt.
BYD gewährt eine Garantie von 10 Jahren bzw. 1,2 Millionen Kilometern auf die Blade-Batterie im ETT 44, berichtet InsideEVs USA. Das ist deutlich mehr als das, was die meisten europäischen Hersteller auf die Akkus ihrer Elektro-Lkw geben. Die Zugmaschine basiert laut BYD auf einer reinen Elektroplattform. Diese ist nicht nur für Sattelzugmaschinen gedacht, sondern soll auch Grundlage von anderen Lastern sein.
Bildergalerie: BYD auf der IAA Transportation
Ebenfalls auf der IAA Transportation zu sehen sind neue 4x2- und 6x2-Modelle, die auf der Messe als 26-Tonner gezeigt werden. Damit deckt BYD künftig Gewichtsklassen von 3,5 bis 44 Tonnen ab. Auch Spezialfahrzeuge werden in Hannover gezeigt.
Unter dem Strich
Bei Elektro-Pkws ist BYD inzwischen die chinesische Marke mit den meisten Neuzulassungen in Deutschland. Nun will der Konzern auch bei Elektrolastern angreifen. Zu den schlagzeilenträchtigsten Daten gehört die enorme Reichweite von 600 km. Der Tesla Semi soll in der Europa-Version 550 km schaffen, der Mercedes eActros 600 liegt bei 500 km. Der Volvo FH Electric liegt bei 470 km, aber inzwischen gibt es auch eine Version mit 700 km. Aber bei BYD kommt noch die Flash-Charging-Technologie hinzu, die bei Pkw wohl zu den schnellsten gehört. Insofern hat BYD gute Karten gegen die Konkurrenz aus den USA, Deutschland und Schweden.
Quelle: BYD
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