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Für eine persönlichere Erfahrung

Toyota Sora: Neuer Brennstoffzellenbus schafft über 300 km

Toyota und Isuzu bringen neue Generation des Wasserstoff-Stadtbusses mit mehr Reichweite

Toyota Sora (2026)
Bild von: Toyota
Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Der Toyota Sora ist ein Stadtbus mit Brennstoffzellen-Technik, der in Japan 2018 eingeführt wurde. Nun gibt es eine zweite Generation mit mehr Reichweite. Während die erste Generation zusammen mit der Nutzfahrzeugmarke Hino entstand, die damals noch eine Toyota-Tochter war, wurde die zweite Generation zusammen mit Isuzu entwickelt.

Der neue Sora basiert auf einer speziell für den öffentlichen Nahverkehr entwickelten Busplattform. Laut Toyota kombiniert er eine wasserstoffbasierte Antriebstechnologie mit hoher Einsatzflexibilität. Gegenüber der ersten Generation konnten Reichweite und Effizienz verbessert werden: Trotz einer um rund 20 Prozent reduzierten Wasserstoffspeicherkapazität stieg die Reichweite auf über 300 Kilometer. Möglich wird dies durch ein weiterentwickeltes Brennstoffzellensystem von Toyota und eine "leistungsfähige" Traktionsbatterie – nähere Daten dazu fehlen.

Die Betankung mit Wasserstoff erfolgt innerhalb von etwa zehn Minuten. So ergibt sich eine hohe Fahrzeugverfügbarkeit im täglichen Linienbetrieb. Darüber hinaus verfügt der Bus über einen stufenlosen Niederflurbereich, der Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator den Zugang erleichtert. Zudem gibt es verschiedene Bestuhlungsvarianten für Stadt- und Regionalverkehre sowie moderne Assistenz- und Sicherheitssysteme für Fahrer und Fahrgäste.

Im Fokus standen zudem die Bedürfnisse von Busbetreibern. Das Brennstoffzellensystem erleichtert laut Toyota Wartungsarbeiten und neue Sicherheitsfunktionen wie ein Notfall-Stopp-System und ein Fußgänger- und Fahrradmonitor sollen die Betriebssicherheit erhöhen.

Mit der Einführung der neuen Sora-Generation setzt Toyota sein Engagement für Wasserstoffmobilität fort. Dazu gehört im Pkw-Bereich der Toyota Mirai, der in der neuen Pressemeldung allerdings gar nicht erwähnt wird. Von der Brennstoffzellen-Limousine wurden im Jahr 2025 in Deutschland nur 37 Neuzulassungen verzeichnet; in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 kamen noch vier hinzu.

Inzwischen orientiert sich Toyota bei der Technik mehr in Richtung Nutzfahrzeuge. Nach eigenen Angaben hat Toyota seit 2019 weltweit mehr als 3.500 Brennstoffzellensysteme für unterschiedliche Anwendungen bereitgestellt, darunter Busse, Schienenfahrzeuge und stationäre Energieversorgungssysteme.

Stadtbusse werden heute noch überwiegend mit Dieselantrieb ausgeliefert. Daneben spielen Elektro-Stadtbusse wie der Mercedes eCitaro eine immer größere Rolle. In München machen batterieelektrische Stadtbusse etwa ein Viertel aus, wie die Omnibusrevue im Sommer 2025 berichtete: Von etwa 400 Bussen hatten rund 100 Stück einen batterieelektrischen Antrieb. Bundesweit hatten 2025 fast die Hälfte der neu angeschafften Stadtbusse einen Elektroantrieb, so eine Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC).

Die höchste Steigerungsrate haben allerdings Brennstoffzellenbusse. Der Bestand stieg von 330 Fahrzeugen Ende 2024 auf 628 Fahrzeuge Ende 2025, was einem Plus von rund 90 Prozent entspricht. Bei den batterieelektrischen Bussen stieg der Bestand um 37 Prozent – allerdings auf einem deutlich höheren Niveau. Denn etwa 85 Prozent der emissionsfreien Busse fuhren batterieelektrisch. Zu den 4.034 emissionsfreien Bussen, die im vergangenen Jahr eingesetzt wurden, kamen noch 628 Brennstoffzellenbusse (ca. 13 Prozent) und 90 Oberleitungsbusse (knapp zwei Prozent).

Laut PwC-Studie kostete ein zwölf Meter langer Solo-Batteriebus ohne Gelenk durchschnittlich rund 580.000 Euro. Damit war der Elektro-Stadtbus fast doppelt so teuer wie ein vergleichbarer Dieselbus (rund 310.000 Euro).

Unter dem Strich

Nach wie vor fahren die meisten Stadtbusse mit Dieselantrieb, was wegen der Emissionen von Stickoxiden und Partikeln keine gute Lösung ist. Bei den emissionsfreien Alternativen haben Elektrobusse die Nase vorn. Ein Mercedes eCitaro bietet je nach Version bereits bis zu 600 km Reichweite, also doppelt so viel wie der Toyota Sora. Allerdings sind die täglichen Laufleistungen oft unter 300 km. Zudem dürfte sich die verbrauchte Energie durch Wasserstoff-Tanken schneller ersetzen lassen als durch Laden. Die Zahlen aus der PwC-Studie zeigen jedenfalls, dass durchaus Nachfrage für Wasserstoffbusse besteht.