Toyota Proace City Electric L2 (2025): Munterer Malocher im Test
Der Arbeiter überzeugt bei Ausstattung und Fahrwerten
Kompakte Kastenwagen verrichten in Handwerksbetrieben und bei Lieferdiensten jeden Tag ihre Arbeit. Verteilen Monteur, Werkzeug, Pakete oder Lebensmittel in der Stadt oder auf den Dörfern. Oftmals werden dafür immer noch Diesel genutzt: des Verbrauchs wegen. Doch denen gefällt das so gar nicht, wenn sie kaum warm werden und untentwegt neugestartet werden müssen.
Für kurze Wege sind vollelektrische kleine Kastenwagen wie der Toyota Proace City Electric eigentlich perfekt. Die Reichweite sollte zudem kaum eine Rolle spielen, wenn der Malocher nach getaner Arbeit über Nacht im Betrieb an die Steckdose kommt. Ein weiterer günstiger Vorteil, neben dem der Emissionsfreiheit.
Bildergalerie: Toyota Proace City Electric (2025) im Test
Große Unternehmen wie die Post setzen auf E-Transporter, doch kleine Handwerksbetriebe hadern derzeit noch. Grund dafür ist oft der hohe Anschaffungspreis und eine noch fehlende Infrastruktur auf dem Firmengelände. Auch beim Proace City liegen knapp 10.000 Euro zwischen dem vergleichbaren Diesel und der Elektroversion. Da fangen viele wohl nicht mal mehr mit der Rechnerei an.
Dabei bieten die Transportstromer noch andere Vorteile, die im Handwerks- und Transportalltag hilfreich zur Seite stehen können. Unser getesteter Toyota Proace City Electric kommt mit einem 96 kW leistendem E-Motor, der seine Energie aus einem 50-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Akku speist. Pünktlich zum Test ist "zum Glück" eine gute Freundin von mir umgezogen, sodass kurze Strecken zum Baumarkt in in die Wohnung simuliert werden konnten.
| Schnelle Daten | Toyota Proace City Electric Meister L2 (2025) |
| Antrieb | Frontantrieb |
| Systemleistung | 96 kW (136 PS) |
| Höchstgeschwindigkeit | 132 km/h |
| Stromverbrauch / Reichweite (WLTP) | 18,9 kWh / 330 km |
| Akku | 50 kWh (LFT) |
| Max. Ladeleistung / 10 - 80 Prozent | 100 kW / 32 Minuten |
| Preis | ab 40.400 Euro |
Karosserie und Design | Innenraum | Fahrbericht, Batterie und Laden | Preise | Fazit
Karosserie und Design
Ne Style-Ikone wird der Toyota Proace City Electric wohl nie. Seine Proportionen sind vor allem funktionaler Natur. Von vorne schaut er ähnlich freundlich wie ein Aygo X. Sein Vorderwagen geht fließend in den folgenden Kasten über. Ein paar breite Planken und Stahlräder dazu, fertig ist der Anpacker.
Mehr braucht es aber auch nicht. Wer will sich schon beim stetigen Rangieren und Ein- und Ausladen irgendwelche fancy Details ruinieren? Die praktischen Features kommen in Form von zwei Radständen, ein oder zwei Seitentüren und Flügeltüren am Heck. Das wars!
Innenraum
Auch der Innenraum im Vorderwagen setzt seinen Fokus auf den Nutzfaktor: viele Ablagefächer, Navigation und Kleiderhaken an der Heckwand. Das Smartphone kann praktisch per Android Auto integriert werden, einige Assistenten machen schon in der Basis das Leben leichter. Dazu gesellt sich eine Bestuhlung, die auch auf längeren Fahrten nicht unangenehm wird.
Die Hartplastikwüste im Cockpit ist in diesem Fall sogar praktisch, können Verschmutzungen so einfach feucht weggewischt werden. Im Koffer finden 3,9 Kubikmeter Materialien, Utensilien oder Liefergut Platz. Durch die Flügeltüren kann hier auf dem recht tief sitzenden Boden auch mal ein Gabelstapler ran. Schiebetüren verschaffen mehr Variabilität.
Insgesamt bietet der 4,75 Meter lange japanische Arbeiter eine Ladefläche von 2,17 Metern in der Länge, 1,73 Meter in der Breite und 1,20 Meter in der Höhe. Die hinteren Radkästen beeinträchtigen die Ladefläche nicht.
Zum Umzug konnten wir hier im rechteckigen Format zuverlässig Tetris spielen. Ich erspare Ihnen mal Fotos von dem Gerümpel. Bisher also alles wie bei den Verbrenner-Brüdern des Proace City.
| Abmessungen | Toyota Proace City Electric Meister L2 (2025) |
| Länge x Breite x Höhe | 4.753 x 1.848 x 1.880 mm |
| Radstand | 2.975 mm |
| Gewicht | 1.759 kg |
| Zuladung | 691 kg |
| Kofferraumvolumen | 3,9 Kubikmeter |
| Anhängelast | 750 kg |
Fahrbericht, Batterie und Laden
Der angenehme Unterschied zeigt sich jedoch in den den Fahreigenschaften. Der Akku im Fahrzeugboden lässt den Schwerpunkt des hochaufgebauten Fahrzeugs sinken. Zwar ist es ein wenig ungewohnt, nach dem klassischen Schlüsseldreh rein gar nichts zu hören. Doch lassen Sie sich von diesem ungewohnten Start eines BEV nicht ablenken.
Denn der Toyota Proace City fühlt sich in seinen Anlagen so gar nicht nach Nutzfahrzeug an. Ein halbes Jahr vor diesem Test bin ich noch einen Proace City Diesel in der Pkw-Variante gefahren. Der fühlte sich so rustikal und indirekt an, wie man es von Nutzfahrzeugen gewohnt ist. Doch der Electric liegt satter auf der Straße, wirkt dadurch wendiger und agiler.
Zudem kann die Direktheit des Elektroantriebs mit einem sofort anliegenden Drehmoment wesentlich leichter mit einem vollgepackten Auto umgehen. Die verschiedenen Ladezustände des Kastens verkraftet der Proace City fast unbemerkt. Das Ding hier ist fast quirlig unterwegs und macht dadurch mehr Spaß beim Fahren, als seine angestrengten Benziner- und Diesel-Kollegen.
Toyota gibt im kombinierten Verbrauch 18,9 kWh an. Im Test kamen wir mit mehr Stadtanteilen auf 18,5 kWh auf 100 Kilometer. Bei ausschließlichem Stadtverkehr wird der Verbrauch weiter in Richtung der angepriesenen innerstädtischen 13,8 kWh sinken.
Ich hatte leider keine Zeit, den Akku weiter leerzufahren, aber die oben abgebildeten 47,2 kW Ladeleistung bei noch 67 Prozent Akkukapazität im Sommer sind durchaus ordentlich. Die Japaner versprechen eine maximale Ladeleistung von 100 kW und eine Ladedauer von 10 auf 80 Prozent von 32 Minuten. Wichtig für den Betrieb: Die Ladedauer beim AC-Laden liegt bei 11 kW. 0-100 Prozent sollen so vier Stunden und 45 Minuten in Anspruch nehmen.
Preise
Der Toyota Proace City Electric in der Meister Ausstattung und mit langem Radstand als L2 kostet in der viertürigen Version satte 40.400 Euro. Mit dem kurzen Radstand ist der Proace City Electric L1 in der Einstiegsvariante Duty ab 36.431 Euro zu haben. In beiden Fällen kann der Arbeiter mit einer zweiten Schiebetür ausgestattet werden.
An der kompakten E-Kastenwagenfront kämpfen vorwiegend die Brüder des Toyota Proace. Der Opel Combo Electric startet beispielsweise bei 37.485 Euro, der Citroën e-Berlingo hingegen bei 30.550 Euro. VW bietet den Caddy nicht als BEV an, hier muss man gleich ein Regal höher zum e-Transporter, ID. Buzz Cargo (ab 42.720 Euro) oder zum Kia PV5 Cargo (32.933 Euro netto) greifen. Für den Ford e-Transit Courier werden 34.783 Euro fällig, der Nissan Townstar Acenta startet sogar erst bei 39.282 Euro.
Fazit
Schauen wir auf Fahrwerte, Betriebskosten und Nutzungsqualitäten, setzt sich der Toyota Proace City Electric klar vor Kastenwagen mit Verbrennungsmotor. Allerdings muss derzeit bei einem derart hohen Anschaffungspreis ordentlich gegengerechnet werden. Auf lange Sicht kann sich die Anschaffung dennoch lohnen.
Mit langem Radstand ist der Proace City Electric auf seinem Posten dennoch fast verloren, da größere Fahrzeuge wie der VW ID. Buzz oder der Kia PV5 Cargo oftmals in derselben Preisregion starten, manchmal sogar drunter. Dafür kommt der Proace ab Werk mit mehr Komfort. Eventuell lohnt auch ein genauer Blick auf seinen BEV-Bruder Citroën e-Berlingo. Tipp: Suchen Sie eher nach günstigen Leasingangeboten und Nettopreisauszeichnungen.
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