Microfactory in Charlotte soll vor allem Transporter für UPS bauen

Der britische Elektrolieferwagen-Spezialist Arrival baut ein neues Werk in Charlotte (North Carolina. Das gab die Firma am Mittwoch bekannt. Die "Mikrofabrik" soll elektrische Lieferwagen produzieren und voraussichtlich etwa 250 Mitarbeiter beschäftigen. Die Produktion soll im dritten Quartal 2022 aufgenommen werden.

Arrival wurde 2015 gegründet und hat seinen Hauptsitz in London. Daneben gibt es aber auch einen Sitz in den USA, und zwar ebenfalls in Charlotte. Das neue Werk soll vollelektrische Transporter in die Region bringen, die sich sowohl durch hohe Nutzlast als auch durch ein großes Ladevolumen auszeichnen.

Besonders stolz ist Arrival auf seine spezielle Produktionsmethode in so genannten "Microfactories". Damit setzt Arrival auf kleine Produktionsstandorte – ein diametral entgegengesetztes Konzept im Vergleich mit den "Gigafactories" von Tesla. Die Mikrofabriken haben niedrige Investitionskosten und einen geringeren Platzbedarf als herkömmliche Fabriken, so Arrival. So können die lokalen Märkte besser bedient werden.

Bildergalerie: Arrival-Elektrolieferwagen in UPS-Farben

Die neue Mikrofabrik wird Charlotte entstehen, der größten Stadt von North Carolina an der Ostküste der USA. In West Charlotte wird sie in der Nähe des internationalen Flughafens Charlotte Douglas liegen. Arrival investiert rund 41,2 Millionen US-Dollar in das Werk, in dem jährlich bis zu 10.000 elektrische Lieferwagen montiert werden können. 

Eine weitere Microfactory soll im britischen Bicester (nordwestlich von London) entstehen. Und im vergangenen Herbst hatte Arrival eine Microfactory in Rock Hill (South Carolina) angekündigt. Das Werk in Charlotte wird also die dritte Microfactory sein. Viele der in Charlotte gebauten Lieferfahrzeuge sind für die Flotte des Paketdienstes UPS bestimmt, der seinen Hauptsitz im nahe gelegenen Atlanta (Georgia) hat. Durch die geringen Entfernungen will UPS offenbar auch seinen CO2-Fußabdruck verkleinern.

Der Lieferwagen von Arrival wurde erst vor zwei Wochen vorgestellt. Er besitzt einen leichten Aluminiumrahmen und eine Karosserie aus Verbundwerkstoffen, um Gewicht zu sparen. Vier verschiedene Längen und drei Höhen werden angeboten. Je nach Ausführung liegt die Nutzlast bei bis zu zwei Tonnen, das Ladevolumen beträgt bis zu 14 m3.

Außerdem gibt es vier verschiedene Batterien mit 67 bis 133 kWh Speicherkapazität, die für Reichweiten zwischen 180 und 340 km sorgen. Aufgeladen wird mit bis zu 11 kW Wechselstrom oder bis zu 120 kW Gleichstrom. Zur Ausstattung gehören Sitzheizung, Einzelradaufhängung, Klimaanlage, ein 15,6-Zoll-Touchscreen sowie kamerabasierte Außenspiegel, Totwinkelwarner,  Verkehrszeichenerkennung und Spurhalteassistent. Die Produktion soll im dritten Quartal 2022 beginnen.

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Bildergalerie: Arrival-Elektrolieferwagen